Lies auch Setzer | Benchrest | Genauigkeit | Ladungsleiter
Sehr geehrter Hr. Möller,
da Sie in Österreich meines Wissens noch immer keine fertige Munition anbieten u.meine alten Patronen von S. bald verschossen sind, überlege schon seit längerem, mit dem Wiederladen zu beginnen. Ich bin von Ihren Geschossen begeistert, beim Umschießen meiner Merkel BBF mit Z6 i auf KJG von S. vor 2 Jahren schoß ich von der Kanzel auf anhieb einen Streukreis von einem (!) cm. Da ich Ihnen mehr als den BÜMA vor Ort vertraue (Wiederladen ist in A.unbeliebt, lieber RWS Evolution kaufen oder irgendein Werkzeug, das gerade vorätig ist), bitte ich Sie, wenn Ihre kostbare Zeit das erlaubt, mir einige wesentliche hochwertige Ladewerkzeuge wie Waage, Presse etc.zu empfehlen, um die dann ev. in D. zu bestellen.
LM: Um welche Patronen handelt es sich denn?
Mit bestem Dank im Voraus verbleibe ich m.freundlichen Grüßen aus
Oberösterreich,
Johann Orthofer, Samstag, 6. August 2011 18:12
Hallo,
hauptsächlich handelt es sich um 7x65R (Merkel SL2), zusätzlich .308" Win.(Steyr Mannlicher SBS 96), und 9,3x74R (Browning BB)
m.f.G. Johann Orthofer
Sehr geehrter Herr Möller,
in 7x64 wiederladen vom 21. März schreiben
Sie, eine RCBS Digitalwaage sei eher nicht zu empfehlen. Ich wollte mir
eigentlich eine solche bestellen (Chargemaster1500), weil man diese um einen
automatischen Pulverfüller bei Bedarf ergänzen kann und im Gegensatz zur Lyman
auch als einzelne Waage (z.B. zum Hülsenwiegen benutzen kann). Was spricht
dagegen? Präzision, Support, Produktionsfehler?
LM: Die RCBS-Waage ist erstens zu langsam, driftet zweitens mit Temperatur und über die Zeit weit ab, so daß langfristig die Genauigkeit nur mangelhaft ist. Der angekoppelte RCBS Pulverfüller ist ebenfalls sehr langsam.
Welche würden Sie ansonsten empfehlen?
LM: Z. B. diese, mit Batterie, ohne Kabel, preiswert,
schnell, sparsam (mit Strom) und und genau einfach gut
Herzlichen Dank, Ihr, Tobias T., Sonntag, 22. März 2009 13:18

damals für 10 € zzgl. 50 g Kalibriergewicht und Versand. Heute etwas teurer, aber immer noch günstig.
Betreff: „Ich bitte um Zuschriften, welches
Ladewerkzeug... gefällt oder missfällt…“
Sehr geehrter Herr Möller,
zur Tomopol-Waage, die „Walter empfahl“,
darf ich meine Erfahrung berichten. Bei einem Gerät, das zu einem derart
niedrigen Preis angeboten wird, kann die Frage nur lauten: „Hat es hinreichend
Nutzen für mein Einsatzgebiet oder nicht?“
Die Waage ist derzeit für 25€ zu haben, zeigt auf 0,005 g an, wiegt bis 50 g und
ein Kalibriergewicht (50 g) ist enthalten. Man kann aus vier Maßeinheiten
wählen. Ein Wiegen auf 0,01g sollte realistisch sein. Eine Tara-Funktion ist
vorhanden. Die Waage ist sehr klein, also gut zu verstauen. Ein einfaches Etui
ist auch dabei. Leider nicht für das Gewicht. Das muß extra in eine Filmdose
oder ähnliches. Die Bedienung erfolgt über ein Berührdisplay, das für die Finger
zu klein ist. Ich mache das mit einem chinesischen Eßstäbchen. Fingertaugliche
Tasten wären besser, sind aber um den Preis und auf diesem kleinen Raum nicht zu
verlangen.
Führt man die Kalibrierung mit Hilfe des 50g-Gewichts durch, zeigt die Waage
selbiges Gewicht oftmals unmittelbar danach mit 50,005g an. Das ist zwar
unschön, tut der Wiederholgenauigkeit beim Wiegen auf 0,01g Genauigkeit keinen
nennenswerten Abbruch. Erfolgt keine Gewichtsveränderung, schaltet sich die
Waage nach 30 Sekunden ab. Das ist zu früh. Nach dem Wiedereinschalten dauert
das Hochfahren einige Sekunden und es muß neu tariert werden. Ob die
Tarafunktion noch korrekt arbeitet, muß bei jeder Wiegung kontrolliert werden.
Mit leerem Behälter zeigt das Gerät manchmal nicht 0,000 g sondern schon einmal
0,020g. Das dürfte an allmählicher Erwärmung liegen, also muß nachtariert
werden. Die bisher angeführten Punkte machen die Waage nicht ungeeignet,
Treibladungen regelmäßig zu wiegen. Der folgend Punkt allerdings schon:
Rollt ein danebengefallenes Pulverkörnchen von der Wiegefläche, fällt es in den
Spalt zwischen Wiegefläche und Gehäuse. Von dort kann es, weil es klein genug
ist, ungehindert unter die Wiegefläche rollen und in das Innere eindringen, noch
bevor man es mit einem Pinsel entfernen kann. Als einmal eine Pulverladung
überlief und sich auf die Wiegefläche ergoß, war das das Ende der Waage. Sie
ließ sich nicht mehr kalibrieren. Im Inneren war beim Schütteln das Rascheln der
Körner zu hören. Durch vorsichtiges Anheben oder eher Aufbiegen der Wiegefläche
waren eine Menge Körner herauszubringen, bestimmt nicht alle, da sie ja kleben,
sei es durch Öl oder Elektrostatik.
Fazit: Keine schlechte Waage, extrem preisgünstig, aber nicht für den dauernden
Umgang mit feinkörnigen Schüttgütern geeignet. Ich würde sie mir wieder kaufen,
aber für andere Zwecke.
Mit freundlichen Grüßen, Thomas P., Mittwoch, 10. August 2011 16:15
Moin Herr Möller,
die kleine Topshot Competitiion Digitalwaage ist nicht schlecht. Ich hatte das
Glück, eine Mettler Toledo Analysenwaage AT400 geschenkt zu bekommen, Die
kalibriert sich automatisch und hat einen Wiegebereich von 0,1 mg bis 432 gramm.
Kostet allerdings auch entsprechend. Ich hatte das Topshot-Teil dann verkauft.
Mit automatischen Pulverdosierern habe ich bisher keine guten Erfahrungen
gemacht, der Lyman DPS 3 brachte es mit Norma MRP bei einer Einstellung auf
4798 mg auf Dosen zwischen 4400 und 5100 mg. Absolut inakzeptabel und
gefährlich. Frankonia hat das Ding dann zurückgenommen. Ob der von RCBS was
taugt, weiß ich nicht.
Gesenke habe ich von Dillon (Kurzwaffen), RCBS, Lee und Hornady, von den letzteren Firmen ausschließlich für Langwaffenpatronen. Mir persönlich gefallen die Hornady-Matrizen am besten.
Als Presse: Dillon 650 bzw RCBS Rockchucker.
Zündhütchensetzer: Lee Autoprime, Crimp-Matrize: Lee, Zündglockentrimmer: Lyman,
Hülsentrimmer: Redding.
Sie wollten mir doch bei Gelegenheit ein oder zwei LMs zuschicken ?
LM: Au, vergessen!
Mit freundlichen Grüßen, Saskia H., Sonntag, 7. August 2011 21:30
Sehr geehrter Herr Möller,
ich möchte auf diesem Weg eine Ehrenrettung der RCBS Charge Master Combo versuchen.Ich habe zwei in Gebrauch. Die Temperaturempfindlichkeit haben fast alle digitalen Pulverwaagen gemeinsam. Da hilft nur eine ausreichende Klimatisierung vor Gebrauch der Waage. Was der Präzision der RCBS Charge Master Combo auf die Sprünge hilft, erhält man am Drive Inn Schalter eines bekannten amerikanischen Schnellrestaurants (das mit dem schottischen Namen) einen Strohhalm. Einfach 1cm davon abschneiden. Der Durchmesser paßt genau in das Ende des Pulverförderrohres.Die glatte Oberfläche verhindert, im Gegensatz zum Innengewinde des Förderrohres, daß zum Abschluß der Pulverspende zu viele Pulverkörner in die Waagschale fallen, ehe die Waage erkennt daß das Ladungsgewicht erreicht ist.
Des weiteren empfiehlt es sich häufig zu kalibrieren, da sonst, wie schon erwähnt, eine schleichende Abweichung eintritt.
LM: Drift macht ein schlechte Waage aus!
Der häufigste Kritikpunkt ist jedoch die Geschwindigkeit, oder besser, die Langsamkeit, mit der die Combo arbeitet. Aber im Grunde ist die Combo mit einem Computer ausgestattet und den kann man umprogrammieren. Das ist zugegeben, am Anfang eine Spielerei, belohnt dann aber mit gut doppelter Arbeitsgeschwindigkeit.
Nicht nur meiner Meinung nach, ist die Balkenwaage RCBS 10-10 die genaueste Waage, die es über den Waffenladentisch, zu kaufen gibt. Die amerikanischen Weitdistanzschützen verwenden sie bevorzugt und wiegen ihre Ladungen einzeln damit ab. Mit bestem Erfolg. Ich verwende zusätzlich eine Lupe vor den Meßspitzen (das heißt sicher anders), das schont die Augen und man sieht genauer. Ich dosiere den Großteil des Zielgewichts der Ladung mit dem Pulverfüller auf die Waagschale und ergänze dann mit dem Pulvertröpfler. Dieser hat, und da wunderts mich das noch kein Hersteller draufgekommen ist, ein nachgerüstetes Förderrohr mit Innengewinde mit gut 10 cm Länge. Das arbeiten mit den kurzen Standard Förderrohren ist nervtötend, da der Trickler zu nahe an der Waagschale stehen muß und den Zugang zur Waage erschwert.
Mit freundlichsten Grüßen, Johannes Nowak, Dienstag, 9. August 2011 22:39
US Patent 3 440 923 C.E. Purdie vom 6. September 1967 (siehe hier, benötigt Tiff-Anzeiger im Brauser)

Hallo Herr Möller!
Gerade habe ich auf Ihrer Seite ein wenig nachgelesen und bin auf das Thema schief gesetzte Geschosse (Rundlauf) gekommen. Die Ursache liegt meiner Meinung nach nicht am Geschoßsetzer sondern entsteht bereits beim Kalibrieren. Gerade die dicken 8x68 S Hülsen neigen dazu sich schief zu ziehen, wenn der Hals vor dem Kalibrieren nicht gut innen gefettet wurde.
LM: Wie erklären Sie den Zusammenhang?
Ich habe unnötig 2 gute Matizen . . .
LM: Welche?
. . . geopfert bis ich auf das Innenfetten gekommen bin. Wenn der Hals schon schief ist, wird die fertige Patrone erst recht schief.
Meine Mauser 66 in .243 Winch. hat schon gute 1.300 normale Mantelgeschosse verdaut und schießt noch immer wie Gift. Also hat nicht jede .243 Winch. nur eine kurze Lauflebensdauer.
LM: Dann senden Sie mir davon Zielscheibe, daß ich das mal sehe.
Die .222 Remington ist doch keine 100 m Patrone, denn die GEE liegt bei etwa 180m. In USA wird sie beim Varmintschießen bis 400 m eingesetzt und hat beim Benchrest-Schießen auf 200 m unzählige Rekorde erziehlt.
Mit besten Grüßen, Heiko Raymann, Montag, 8. August 2011 20:18
Hallo Herr Möller!
Die geopferten Matrizen waren 2 RCBS Kalibrier- Matrizen Kal. 8x68 S. Ich
glaube, die Hülsenhälse waren einfach durch Verbrennungsrückstände rauh und sind
deshalb beim Ausziehen aus der Matrize verkantet. Jedenfalls hat das Innenfetten
diese Störung behoben.
LM: Danke für den Hinweis.
Übrigens kann man 7x75 R Super Express Hülsen ganz einfach aus 9,3x74 R Hülsen umformen. Als Anhang ein Schußbild von meiner alten .243:

Besser kann ich es nicht.
LM: Zunächst mal verwenden Sie eine Scheibe ohne Meßmarken. Nehmen Sie die Zielscheibe. Sie sagten
„Meine Mauser 66 in .243 Winch. hat schon gute 1.300 normale Mantelgeschosse verdaut und schießt noch immer wie Gift. Also hat nicht jede .243 Winch. nur eine kurze Lauflebensdauer.“
Das Ding ist doch fertig. Sehen Sie das denn nicht an Ihrem Schußbild?
Mit freundlichen Grüßen, Heiko Raymann, Dienstag, 9. August 2011 21:18
Sehr geehrter Herr Möller!
Zur Erörterung über das volkommene Setz-Gesenk für MJGe
möchte ich erneut meine Erfahrungen beisteuern.
Gestern traf mein angepaßter KJG/MJG-Setzstempel samt Führungshülse für die
große 8x68S Triebel
BR-Setzmatrize ein, in gewohnter Qualität und zusätzlich lasergraviert mit
„KJG / MJG“. Der Stempel läuft saugend in der Führungshülse und paßt nicht (darf
er auch nicht) in die Standard Führungshülsen. So sollte es sein. Die
Führungshülse ist nun in der Lage, sowohl die Patronenhülsen als auch die
Geschosse nahezu spielfrei im gesamten Setzprozeß zu führen. Kurzum, ich habe
gestern versuchsweise 3 halskalibrierte (8,85 mm) Hülsen mit MJG versorgt. Der
Rundlauf ist auf Anhieb kleiner als 0,02
mm. Das paßt und ich werde am Wochenende MJG-Versuchslaborierungen herstellen.
LM: Sehr gut!
Damit auch das unterste Führungsband fest im Hülsenhals sitzt, muß der Hals der
Hülse auf der vollen Länge kalibriert werden. Das MJG sitz dann so fest, daß
ein Kneifen des Hülsenmundes aus meiner Sicht unnötig ist. Wenn Schießergebnisse
vorliegen, werde ich mit (!) Zielscheibe
berichten. Da ich in diesem Jahr in MV auf einen 1er Hirsch
waidwerken darf, hoffe ich auch ein Praxisbeispiel beisteuern zu können.
Viele Grüße, Marco Bergemann, Dienstag, 9. August 2011 10:11
P.S. War der Streukreis von etwa 10 mm mit der 9,3x62 KJG Munition nicht gut
genug für eine Veröffentlichung? OK, ich werde mich verbessern... ;.-))
Hallo Lutz,
ob Marco Bergemann mal nachvollziehbar kommunizieren kann, was er da bei wem
bestellt/ verändert hat, um diese
Superergebnisse beim Rundlauf
hinzubekommen?
Ich denke, so wäre das die preiswerteste Investition, um Genauigkeit hinzubekommen. Ich habe mir jetzt auch die Bischofgeräte zugelegt und das Messen der Abweichungen ist ja auch sehr aufschlußreich. Allerdings hat das Richten auch einen Pferdefuß. Erstens kann es passieren, daß man die Unrundheit in eine andere Richtung drückt und ein Ei produziert, das dann überhaupt nicht mehr zu richten geht – also Patrone verwerfen – und zum anderen ist das Richten umstritten, weil man ja „überdrücken“ muß, da die Hülse zurückfedert und sich der Geschoßsitz lockert oder der Hülsenmund gedrückt wird.
Das Beste ist eine Setzer, mit der man das Geschoss mit einer Toleranz von < 0,02 mm setzt und fertig! Alles andere ist mehr oder weniger Murks.
LM: Wohl wahr!
Trotzdem würde mich interessieren, wie Dein Leser, dessen Namen ich momentan nicht finden kann, mit dem Bischof RG-90 einen Rundlauf von 0,02 mm hinbekommen hat.
LMM: Georg Klemm. Ich sende die Verbindung.
Ich meine, das ist schlicht unmöglich oder Glück/Zufall oder
er hat eine Methode (die mich natürlich interessiert) die ich noch nicht
herausgefunden habe. Die Beschreibung ist halt sehr karg gehalten.
Ich würde mich freuen, wenn es dazu konstruktive Wortmeldungen geben würde. Die
Messung meiner 9,3x64 ergab zwischen 0,03 und 0,17 mm (RCBS-Matritze)! Ich
glaube, damit brauch man keine „Leiter“ zu schießen. Da muß man zur vorher zur
Quelle schwimmen!
LM: 0,17 mm. Da ist ja grauenhaft!
Gruß Rainer, Dienstag, 9. August 2011 15:42
Ich bitte um Zuschriften, welches Ladewerkzeug (Pressen, Pulverfüller, Zündersetzer, Gesenke) aus welchem Grunde gefälllt oder mißfällt, um eine ausgewogenen Rat zu geben. Ich selbst bin dafür zu einseitig.
Lutz Möller, Sonntag, den 7. August 2011
Hallo Herr Rothe!
Ich kann Sie beruhigen - Rundlauf ist weder Glück noch Zufall sondern vielmehr eine Abfolge von auf das Ergebnis ausgerichteten Arbeitsschritten, von denen das Setzen des Geschosses mit dem richtigen Gesenk lediglich der allerletzte ist. Glauben Sie mir, es hat mich viel Zeit und Mühe gekostet, bis am Ende nachvollziehbar gute Ergebnisse standen.
Ich habe gestern 18 Patronen 8x68S/MJG zur Ladungsüberprüfung mit dem angepaßten Triebel-Setzer geladen (drei 5er Serien und 3 Schuß zum konditionieren) und mir die Mühe gemacht, alle nachzumessen. Ergebnis: 14 Patronen <=0,02mm, 2 Patronen 0,03 mm, 2 Patronen 0,07 mm.
Ausreißer gibt es immer, die man dann geradebiegen oder als Ölschuß, Anwärmerpatrone verwenden kann. Ich teile Ihre Meinung, ein Richtgerät (ich habe auch das RG 90) kann aus Müll keine Präzisionspatronen machen. Sie lockern bei übermäßigem Biegen stets den Geschoßsitz. Zudem gehört etwas Übung dazu, um mit dem richtigen Kraftaufwand an der richtigen Stelle in die richtige Richtung zu arbeiten.
Wie gesagt, sich ein perfektes Setzgesenk zuzulegen und zu glauben, man kann alle vorhergehenden Fehler damit ausbügeln, reicht nicht. Ein schiefer Hals bleibt schief. Eine Patrone mit Rundlauffehlern kleiner 0,02 mm zu fertigen fängt mit dem Verschießen hochwertiger Munition bzw. Handladungen aus hochwertigen Hülsen in einem hochwertigen Gewehr mit rotationssymmetrischem Patronenlager an.
Alle folgenden Schritte zielen auf möglichst geringes Bearbeiten des Hülsenhalses und das Erzielen eines planen Hülsenmundes, dessen Ebene parallel zum Hülsenboden und 90° zur Seelenachse liegen muß. Daß da Innenaufweiter und klapprige Hülsentrimmer keinen Platz haben, ist klar.
Ich bin gerne bereit, die kritischen Arbeitsschritte bis zum
Setzen mal mit Ihnen zu besprechen, das würde hier und jetzt zu weit führen. Zum
Triebel Gesenk kann ich folgendes empfehlen. Reden Sie mit Herrn Michael Triebel
und besprechen Sie mit ihm das Vorgehen. Ich habe seinerzeit zwei abgeschossene
Hülsen zu Triebel geschickt und mir daraufhin ein Halskalibrier-Gesenk bauen
lassen (immer in der 1,25 Zoll Version) und zusätzlich Halskalibrierbuchsen
(bushings) in 0,05 mm Abstufungen geordert. Das sog.
Benchrest-Gesenk muß so gestaltet sein, daß
einerseits die ganze Hülse als auch das Geschoß im gesamten Setzprozeß nahezu
spielfrei geführt wird. Deshalb braucht man für KJG/MJG neben dem angepaßten
Setzstempel eine andere Führungshülse. Ich weiß nicht, nach welchen Maßen die
Lager gerieben sind (CIP min?), jedenfalls klemmen meine halskalibrierten Hülsen
ganz leicht beim Setzprozeß. Herr Triebel kennt auf jeden Fall für das Kaliber 8
mm S und 9,3 mm die nötigen Maße des Setzstempels als auch der Geschoßführung in
der Führungshülse. Ich hatte ihm als Muster 8 mm S MJG und alte (aus 01/2010)
9,3 mm KJG geschickt. Deshalb sollte er für die 9,3x64 die nötigen Maße haben.
Eine zusätzliche Führungshülse mit angepaßtem Stempel ist preislich auch in
Ordnung.
Klar ist, ein derartiger Aufwand ist nur etwas für Leute, die
weit schießen oder einfach Spaß an
Perfektion haben. Für die Jagd an der Kirrung ist das natürlich überzogen. Ich
habe es in der Vergangenheit immer als schade empfunden, daß es keine wirklich
guten Bücher für „Fortgeschrittene Handlader“ gibt.
LM: Vielleicht kriegen wir das ja hier gemeinsam zusammengestellt.
Auch was bekannte Experten in Artikeln, Büchern und
Lehrgängen machmal von sich geben, ist vorsichtig ausgedrückt, erstaunlich.
Melden Sie sich bei mir, wenn Ihnen an Einzelheiten gelegen ist.
Viele Grüße und Waidmannsheil, Marco Bergemann, Mittwoch, 10. August 2011 12:38
Sehr geehrter Herr Möller,
bei der Durchsicht Ihrer Seiten zum Geschossesetzen sind bei mir einige Fragen
entstanden, die ich vielleicht von Ihnen beantwortet bekommen kann.
Sie schreiben im Zusammenhang mit diversen Setzmatrizen, Sie wollen sich mit
der Herstellung solcher Gesenke beschäftigen wollen, um größere Genauigkeit bei
„vertretbarem“ Aufwand zu erhalten. Gibt es da schon was für die 8x68S, die .30R
Blaser und die 5,6x50R?
LM: Nein noch nicht.
Da ich eine neue (digitale) Pulverwaage brauche, bitte ich um Ihren Rat, was
den sinnvoll ist. Die gibt's ja in einer weiten Preisspanne, aber das sagt nicht
unbedingt etwas über deren Alltagstauglichkeit aus. Haben Sie eine klare Ansage?
LM: ja, siehe Pulverwaage
Mir ist schon klar, der Hülsenmund sollte rechtwinkelig zur
Längsachse der Hülse verlaufen sollte um Präzision beim Setzvorgang zu
erreichen. Aber welches Werkzeug eignet sich da. Ich besitze keine Drehbank und
arbeite bisher mit einem einfachen Trimmgerät von RCBS, aber das genügt - glaube
ich - nicht. Was ist die einfachste Lösung, die vertretbar ist (vielleicht
Trimmmatrize)?
LM: Ihr letzter Gedanke scheint vernünftig
Für Ihre Antwort herzlichen Dank und Waidmannsheil
Jürgen Gierke
Gönne Dir Munition der Lutz Möller GmbH vom Erfinder selbst.
Du wirst keine bessere finden.