Gelegentlich meinen Wiederlader, meine Geschosse säßen nicht fest im Hülsenhals. Das kann vorkommen! Wann? Warum? Vorausgesetzt die Patronenhülsen sind richtig eingewürgt, d.h. der Hülsenhals durchmißt etwa ein zehntel Millimeter weniger als das Geschoß, kann lockeren Geschoßsitz vor allem ein Fehler verursachen.
Gestauchter Hülsenhals 2007 in Afrika
Falsche eingestellte Gesenke!
Um Geschosse richtig zu setzen, muß das Gesenk zur Hülse auf leichten Druck eingestellt werden. Gehe so vor:
Schraube das Setzgesenk teilweise in die Presse.
Schraube eine Hülse in den Hülsenhalter.
Fahre den Hülsenhalter mit dem Hebel in den oberen Totpunkt. Jetzt kommt´s . . .

Hülse im Lager: Schulter-an-Schulter
Nun schraube das Gesenk in der Presse runter, bis Schulter-an-Schulter stoßen. Spüre den Anschlag. Das Gesenk soll mit leichter Spannung mit seiner Schulter auf die Schulter der Hülse drücken. Die leichte Spannung ist erforderlich um gewiß jedes störende Spiel auszuschließen.
Die so hergestellte Kegel-in-Kegel-Schulteranlage sogt für volkommen mittige Lage der Patronenhülse im Gesenk verbunden mit dem richtigen Abstand. Der anscheinend gar nicht so seltene Fehler Gesenke zur Hülse flasch einzustellen führt zu zwei Störungen
Wenn das Gesenk nicht anliegt, Luft läßt, klappert die
Hülse im Gesenk beim Geschoßsetzen und das Geschoß wird daher willkürlich,
zufällig nicht fluchten. Die Waffe wird mit solcher Muntion beim
Schießen streuen.
Wenn das Gesenk zu tief eingeschraubt ist, wird das Gesenk die Hülse stauchen, z. B. so wie oben im Bild den Hals. Dann wird jedes Geschoß trotz vorher richtig eingewürgter Hülse lose sitzen, sich im Hals drehen oder klappern.
Aus allen genannten Gründen müssen daher die Setzgesenke zur Hülse auf die von mir beschreiben Weise genau, spielfrei unter leichetr Spannung eingestellt werden. Dann wird alles gut: So:

Das Ergebnis ist (fast) vollkommen: 6,5x65 R und 9,3 x 74 R Randpatronen für Kipplaufwaffen zur Bockjagd
Lutz Möller, Montag, den 21. Februar 2011
Hallo Lutz,
ich lud gestern die ersten 5 Patronen mit deiner Empfehlung 2,96 Gramm R903 –
Samstag versuche ich diese Ladung!
Beim Ermitteln der richtigen Einstellung für die Setztiefe bin ich
draufgekommen, daß zwar das Geschoß in die Hülse gedrückt wurde, die
Schwarze Kappe aber nicht! Es lagen beim 6503
noch die vorderen 2 Führbänder frei – bietet das vorletzte Führband (also
das letzte, daß in der Hülse verschwindet) mehr Widerstand beim Setzen? Ich
drückte dann die Plastikkappen mit der Hand ganz ein und setzte dann fertig! Die
Geschosse halten bei mir nur stabil in der
Hülse, wenn ich die L6 auf 74 mm setze, wenn ich die Geschosse tiefer
setze, rutschen die Geschosse vermutlich, wenn nicht ein Führband ganz vorn im
Hülsenhals sitzt! Zumindest war es so, als nur noch 2 Führbänder aus der Hülse
ragten, da rutschte das Geschoß hin und her! Die Kappen sitzen jetzt natürlich
nicht ganz 100%ig! Mal sehen, was der Streukreis sagt! Wenn ich die
Patronenlänge L6 mit 74 mm lasse,
kann das doch nicht schlimm sein, die größte ist bei der 6,5x55 doch eh viel
höher und der Übergangskegel ist sowieso lang genug, nehme ich an!
LM: Ich vermute, du hast Dein Setzgesenk zu tief eingestellt und stauchst beim Setzen den Hülsenhals. Lies und berherzige das!
Weiters las ich heute den Bericht, Norma 200 und R901 seien mittlerweile gleich – bedeutet dies nun, daß bei der 9,3x62 ab jetzt die Ladeempfehlung von Norma 200 zu verwenden ist bei R901 (3,93 Gramm anstatt 4,10 respektive 4,24)?
LM: Die Normadaten von Norma stimmen für das N200 aber die Rottweildaten für das R901 nicht. als nim weiter Norma wenn da Norma steht! Für die 9,3x62 lade, wie immer, mein Empfehlung!
Lg und Weidmannsheil, Karl Froschauer, Mittwoch, 11. Mai 2011 13:02
Hallo Hr. Möller,
ich bin Freund Ihres Netzplatzes und möchte Ihnen
hierzu gratulieren.
LM: Danke!
Nun meine Frage: Ich habe eine HK SLB 2000+ im Kaliber 9,3x62 und verschieße
derzeit noch die Blaser CDP.
Ich muß jedoch feststellen, nach mehrmaligem Lade- u. Entladevorgang, wohl
bedingt durch die Masseträgheit, löst sich das Geschoß langsam aus dem Hülsenmund
heraus und setzt sich zuletzt bereits beim Verriegeln in den Zügen und Feldern
fest (nach etwa 10 mal laden u. entladen; schließlich wird einem nicht jeden Tag
ein jagdl. Erfolg zu Teil). D.h. beim letzten Entladungsvorgang blieb das
CDP dann im Lauf hängen. Die Hülse wurde rausgeszogen und mir die
Pulverladung in Gesicht geschleudert. Geschehen ist sonst nichts. Jedoch ärgert das
doch ziemlich.
Kann Ihre Lutz Möller
GmbH Munition das Problem lösen ?
Vielen Dank - Waidmannsheil Roland Horzella, Samstag, 9. Juli 2011 14:05
Tag Herr Horzella,
gewöhnlich halten Spannung und Reibung die Geschosse im Hülsenmund. Bei uns so wie bei Anderen. So sieht der 9,3x62 9303 MJG Geschoßsitz aus.

9,3x62 9303 MJG Geschoßsitz
Um einen formschlüssigen Halt zu gewähren kann mein MJG 9303 etwas tiefer gesetz werden, um dann vor dem 2. Führband von vorn den Hüslenmund einzuwürgen. Siehe Krempe. Jeder zusätzlich Schritt nach dem Geschoßsetzen fördert allerdings die Genauigkeit nicht. Deshalb lassen wir das gewöhnlich bleiben. Da meine MJG sowohl den kleinen Schaftdurchmesser (< Feld Ø) als auch den großen Führbanddurchmesser (> Zug Ø) aufweisen, bietet sich der Krempe bis zu gewissen Kräften die Möglichkeit, sich formschlüssig am Führband abzustützen, bezw. das Geschoß zu fangen.
So verhindern wir, anders als Blaser, in Selbstladern (auf Anforderung und gegen Aufwandsentschädigung) lockere Geschosse.
Waidmanns Heil, Lutz Möller
Hallo Herr Möller,
als regelmäßiger Leser Ihrer Seite habe ich auch den Artikel
über schnelles Repetieren ein wenig verwundert gelesen. Das mich aber dieses
Problem dann gleich selbst mit voller Wucht getroffen hat, war schon der Hammer:
Letzten Freitag war ich auf einer Drückjagd auf Rotwild und als Beifang Sauen
und Muffel. Kaum war ich am Stand konnte ich ein Hirschkalb strecken - das lag
im Feuer, gewohnte und geschätzte Wundwirkung Ihrer MJG
- Munition. Gleich schnelles Repetieren wie schon hunderte Mal zuvor. Dann kam
das böse Erwachen: Beim vorsichtigen Öffnen der Kammer meiner
Heym SR 30 zur
Kontrolle kam die Hülse ohne Geschoß aber mit rieselndem Treibladungspulver zum
Vorschein - das Geschoß steckte im Lauf fest! Hahn in Ruh nach 10 min.
Anschließend 3 Stunden hilfloses Staunen über die entgangenen
Abschußmöglichkeiten.
Nun meine Fragen an Sie:
Ist Ihre MJG - Munition für schnelle Repetierer wie Helix RX, SR30, R93/R8 usw. grundsätzlich nicht geeignet, oder reden wir hier nur über bedauerliche Einzelfälle?
LM: Sie sind der Zweite, der davon berichtet.
Welche Vorschläge zur Abhilfe können Sie mir machen, damit ich wieder Vertrauen in Ihre Munition haben werde?
LM: Krempe!
Muß jedes Los Munition einzeln für einen bestimmten Waffentyp geladen werden (Setztiefe)?
LM: Nein.
Können Sie meine letzte Woche bei Ihnen bestellte und bereits bezahlte .30-06 Munition verläßlich und gewährleistet ändern?
LM: Ja, sprechen Sie mit meinem GF. Der macht das für Sie.
Ich war bisher von Ihrer Munition überzeugt, will es auch weiterhin sein, mein Vertrauen ist aber angekratzt.
LM: Klar, schlecht.
Helfen Sie mir, wieder entspannt mit MJG jagen zu können.
LM: Weisen Sie meinen GF auf die für schnelles Repetieren scheinbar erforderliche Krempe hin. Die läßt ich leicht - auch nachträglich - anbringen.
MfG F.W. Marburg, Sonntag, 4. Dezember 2011 19:02
Moin, moin, Lutz,
Der Bericht von F.W. Marburg
„Gleich schnelles Repetieren wie schon hunderte Mal zuvor. Dann kam das böse Erwachen: Beim vorsichtigen Öffnen der Kammer meiner Heym SR 30 zur Kontrolle kam die Hülse ohne Geschoß aber mit rieselndem Treibladungspulver zum Vorschein - das Geschoß steckte im Lauf fest!)“
verwundert mich:
Also wenn ich in so einer Lage schnell repetiere, warum sollte ich
in aller Welt dann die Kammer vorsichtig öffnen ? An sich sollte man
lediglich das gute Gefühl im Bauch haben, das nächste Stück könne nun gern
kommen! Man kuckt doch nicht nach jedem Schuß, ob auch wirklich eine Patrone
im Lager ist! Dann hat man entweder zu sich selbst oder zu seiner Waffe
wenig Vertrauen.
Ich werde nachher mal ein paar Versuche mit meiner
R8 in .30-06 machen (repetieren, so schnell es
geht). Vorher messe ich die Patronenlänge auf 1/100 mm
genau aus und messe dann nach dem Repetieren wieder nach.
Liebe Grüße, Mathias, Montag, 5. Dezember 2011 08:05
Hallo Lutz,
die versprochenen Repetierversuche sind durchgeführt. Repetiert habe ich so
schnell und hart wie ich nur konnte - spüre noch immer den rechten
Handballen. Die Bedingungen und Ergebnisse sind:
Waffe: Blaser R8 - (neu, bislang 20 mal damit geschossen),
Munition: 30-06 - Geschoß 7,62 mm MJG,
Hülse: DAG - 1x abgefeuert, Matritze RCBS Standart (LM: Achtung, dazu weiter unten . . . !),
Messungen: Ausgangsmaß L6 82,99 mm,
Repetieren 83,12 mm
Repetieren 83,19 mm
Repetieren 83,17 mm
Repetieren 83,18 mm
Repetieren 83,21 mm
Repetieren 83,20 mm
Repetieren 83,23 mm
Repetieren 83,20 mm
Repetieren 83,22 mm
Repetieren 83,21 mm
heftigstes und schnellstes Durchladen - das geht bei der Ruck-Zuck-R8 wirklich schnell - hat kein einziges Messinggeschoß aus dem Hülsenmund gezogen. Im Lauf ist keines stecken geblieben. Alle Patronen kamen ganz heil wieder raus.
Gruß, Mathias, Montag, 5. Dezember 2011 18:21
Mathias,
siehe mal an! Die MJG halten in der R8 sogar bei den billigen, hellgelben DAG-Wegwerfhülsen. Warum ist das bemerkenswert? Ich will es erklären:
Du muß wissen „DAG“-Hülsen werden für Schießkinomunition so hergestellt, daß die nicht wiedergeladen werden sollen, bzw. können. Das Verfahren kommt von der Schweizer Mutter, da in der Schweiz Militärmunition nicht wiedergeladen werden darf - braucht sie auch nicht, weil der schweizer Staat die Munition für die Reservisten bezuschußt, so daß die Schützen Originalmunition zu vergünstigten Preisen billig erwerben, um damit freizügig üben zu können. Der vernünftige Sinn ist einerseits, die Miltärwaffen nicht zweifelhafter Munition auszusetzen, aber durch den kleinen Preis auch sinnloser Verschwendung vorzubeugen. Schlau sind die Schweizer. Das muß am ihnen lassen.
Technisch begleitet wird das durch ein sehr zinkhaltiges Messing. Das senkt den Preis und die Rückfedereigenschaften, die ja beim Rekalibrieren und Wiederladen gebraucht werden. Mann erkennt das „Einmalmessing“ an seiner hellgelben Farbe, die wiederum der große billige Zinkanteil bestimmt. Die „RWS“ or „Norma“ gestempelten Wiederladerhülsen aus demselben Hause RUAG Ammotec sind viel dunkler. RUAG-Einmalhülsen aus der Schweiz sind „T“, deutsche „DAG“ gestempelt.
Anspruchsvoller an den Geschoßhalt kann ein Versuch durch die (für das Wiederladen) minderwertigen Hülsen wohl nicht sein. Man verstehe mich hier nicht falsch oder unterstelle mir hier üble Nachrede „Minderwertig“ bezieht sich allein auf die Eignung der T- oder DAG-Hülsen für das Wiederladen. Für den bestimmten Zweck, nämlich billige Einmalhülsen für das Schießkino zu sein, erfüllen „DAG“ aller notwenigenanforderunge - aber auch nicht mehr. Da ist Absicht. Die RUAG will sich mit der billigen Schießkinomunition ja nicht ihren Markt der teuren Wiederladerhülsen kaputtmachen. RUAG Wiederladerhülsen (RWS, NORMA) sind und müssen teuer sein.
Was in dem obigen Fall der Heym SR 30 geschehen war, vermag ich nicht zu sagen. Seltsam erscheint das schon. Ich stelle anheim bei der DEVA Waffe und Munition auf Maßhaltigkeit prüfen zu lassen, um Gewißheit zuerlangen.
Lutz Möller, Montag, den 5. Dezember 2011
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Gönne Dir Munition der Lutz Möller GmbH vom Erfinder selbst.
Du wirst keine bessere finden.