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Lutz Möller
Lutz Möller
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Munition liefert die Lutz Möller GmbH
Munition von der
Lutz Möller GmbH!

Das Wesentliche am Schuß: Brauchbare Treffer und richtiges Geschoß!

Wundwirkung

So beinflußt ein Verletzung das Leben in den Tod

Trägerschüsse7,62 mm WundwirkungenMilitärwundenMilitary WoundsTrauma & SchockKopfschuß

Verschiedene Treffer → Verschiedene Wirkungenkaputte ReheWildpret oder Flucht?

BummeltanteWie stirbt Wild? NervenerschütterungZielwahlKopfschußTrägerschußKarotissinusreflexHerzschußLungenschuß335 m HirschlungeBlattschußLeberknotenschuß SchrotDruckwelleGutes WildpretAusschweißenSchweißfährteFluchtstreckenIrrglaubenSchnell oder langsam?NervenwirkungVagusnervBlutergußHerzschlag

Bummeltanten versagen

145 m Flucht nach 9,3 mm Lapua Mega auf Sau

Oliver Ganzenmüller hat nach breiten Kammertreffern nun satt gut getroffenen geflüchteten Borstentieren 145 m in den Wald im Gesträuch hinterher zu kriechen und sich dabei von Borelliose tragenden Zecken anfallen zu lassen (gefährlich!). Er lud seine 9,3x62 Normahülsen mit dee im Lapua Wiederladehandbuch angegeben vollen N140 Vihtavuori Pulverladung - 10%. Nun, die volle Ladung steht in meinen Vihtavuoriladebuch, 1. Auflage, für das 18,5 g Lapua Mega mit 3,69 g N140 zu 675 m/s drin. Bei 3,3 g N140 verbleiben gerade mal noch 600 m/s v0. In 50 m verbleiben davon noch 563 m/s vZiel und in 100 m nur mehr müde 528 m/s vZiel. Die getroffen Sau schweißte erst nach 135 m, vorher nicht. Der Einschuß war etwa kalibergroß. Der Ausschuß war sogar noch ein Stück kleiner. Er streckt jährlich etwa 100 Stück Schalenwild, davon etwa die Hälfte Sauen, ansonsten vorwiegend Rehwild. Mit seiner .308" Win. aus der kurzläufigen Sauer 202 Forest auf Rehwild ging es ihm nicht viel besser. Dort behalf er sich mit dem sehr weichen Zerleger Hornady-V-Max

Hornady V-Max

Dessen Wirkung auf Rehwild war zwar besser, aber Schweine konnte er damit nicht erlegen, weil sich das das Geschoß bereits in der Schwarte zerlegte und die Tiere überhaupt nicht zur Strecke kommen würden, sondern nur krank abgehen würde. Von dem Hornady V-Max Geschoß auf Sauen rate ich daher dringend ab. Wild wissentlich krank zu schießen wäre nicht waidgerecht. Als Rehwildgeschoß mag es ja noch angehen, aber ungünstig getroffen Rehe zerfetzt das 7,62 mm V Max. Dabei geht wertvolle Wildpret verloren und die Stücke sehen aus der Deck richtig schlecht aus = schlecht zu verkaufen. Der Mann verstand nicht, warum das so war.

Nicht Masse, sondern Geschwindigkeit tötet! Erst das schnelle Geschoß zerstört auch außerhalb seiner eigentlichen Bahn, indem es das Fleisch heftig beschleunigt, zur Seite stößt, überspannt und zerreißt. Erst wenn Jagdgeschosse mit mindestens 550 m/s Geschwindigkeit auf das Ziel treffen, vergrößert sich ein Deformator und erst deutlich darüber splittern Teilzerleger wie das Lutz Möller Geschoß, oder Vollzerleger wie das Hornady V-Max, von dem nach dem Treffer kam etwas übrig bleibt. Blei hält bis etwa 400 m/s eine Aufprall auf Fleisch stand. Darüber plattet es ab und erst ab 550 m/s beginnen Bleigeschosse an der Spitz zu splittern, geben Bleistaub ab. Darunter geschieht kaum etwas. Die schweren langsamen 9,3 mm 18,5g Lapua Mega durchbohren die Sauen bei breiten Kammer treffen fast ungestört. Sie durchbohren zwar die Lunge und die Lunge fällt in dem nun geöffneten Brustraum in sich zusammen, so daß das Schwein erstickt und stirb, aber eben nur sehr langsam. Lunge ist elastisch. Deshalb fällt die bleibende Lungenverletzung durch solch sehr langsamen Bummeltanten kleiner als da Kaliber aus. Kleine Verletzungen öffnen nur wenige Gefäße. Deshalb ergießt sich auch nur wenig Schweiß aus der Verletzung in die Lunge, mit dem Ergebnis, daß erst nach 135 m Fluchtstrecke der erste Schweiß zu finden war. So ergeht es Leuten, die vergessen, daß Geschwindigkeit töt, nicht Masse!

Die schnellen Lutz Möller Geschosse wirken anders. Lies Lutz Möller Geschoß wirken anders! Jörg Bühler streckt seit einigen Jahre mit seiner alten 9,3x62 Lutz Möller Munition auf Pirsch und Ansitz jährlich etwa 30 Sauen. Die Fluchten seiner Sauen sind üblich meist nur bis 5 Meter kurz. Lediglich eine Sau flüchtete mal 84 m (Laser). Das alte 9,3 mm Lutz Möller Geschoß schlug aus der alten 9,3x62 Lutz Möller Munition in 50 m noch mit 880 m/s vZiel ein, das neue 9,3 mm Möller JG mit Plastikspitze aus der neunen 9,3x62 Lutz Möller Munition in derselben üblichen Schweinentfernung mit immerhin 934 m/s. Die deutlich erhöhte Zielgeschwindigkeit bewirkt den entscheidenden Unterschied. Die Lutz Möller Geschoß-Splitter vergrößern den Wirkungsquerschnitt der Lutz Möller Geschosse auf ein Mehrfaches solcher Bummeltanten oder auch, wenn sie den wenigstens etwas schneller wären Deformatoren.

9,3 mm Lutz Möller Geschoß Splitterreihe nach der Zielgeschwindigkeit

Dabei begrenzt die kluge Bauart die Wirkung der Lutz Möller Geschosse, so daß damit auch zarte Rehwild nicht zerschossen wird. Damit erübrigt sich neben der 9,3x62 für Schweine oder alles andere, das sich blicken läßt und erlegt werden kann ein kleineres Kaliber für Rehwild zu führen. Die 9,3x62 Lutz Möller Munition kann alles, und das ohne artilleristische Verrenkungen einfach Fleck angehalten bis immerhin 243 m! Bis 300 m hält man dann am Ziemer an! Auch das paßt! Zu sonstigen Kalibern siehe Jagdpatronenwahl!

Warnung! Warum und wie stirbt Wild? sollte sich jeder Jäger, der dem Waid gerecht werden will, indem er es kundig, sicher, schnell, möglichst leidarm streckt, fragen. Ältere Militärische Wunden oder neuere Militärwunden (engl.) oder Zivilwunden sind anderes. Zuerst muß sich der Waidmann fragen, wo er treffen soll? Dann, womit? Die Patrone ist für die Wundwirkung soweit nebensächlich, da lediglich das Geschoß das Wild erreicht. Also muß er hinreichende Kenntnisse über Geschosse, deren eigenartige, besondere Zielwirkung besitzen. Die Patronen interessiert nur soweit, als sie dem Geschoß ihre Schnelle, derethalber das Geschoß fliegt, mitgibt – das Ziel in genügender Nähe des Haltepunktes auf die weite Entfernung zu treffen; eine außenballistische Fragestellung.

Am Freitag war bei uns im Hegering Trophäenschau. Neben einigen starken Reh-, Schwarzwild und Rotwildtrophäen interessierte mich insbesondere der im Anschluß an die Versammlung stattfindende Vortrag eines sehr bekannten Schweißhundeführers aus dem Landkreis Celle. Der erzählte, um uns bei Laune zu halten, viele Geschichten aus seiner Arbeit und wollte somit das Verhalten des Jägers nach dem Schuß lenken. U. a. erzählte er von annehmenden Schweinen, weit flüchtenden Hirschen, Rehen, die auch mit dem Schweißhund gesucht werden, mit Lungendurchschuß und 2 kaputten Blättern überlebenden Hirschen. Im Anschluß an seinen Vortrag ging er auch auf die Kaliberfrage ein. Er erzählte, daß er einen Forststudenten auf nachsuchen mitnahm (500 stück), um eine Diplomarbeit über das Thema zu verfassen. Dabei kam raus: Das Wild geht mit Schüssen aus der 9,3x62 genauso ab wie mit der 7x64. Die Jagdpatronen sind von daher gleich.

Wichtig ist das Geschoß!

Waidmannsheil, Schalala, 13. Februar 2005 23:19

Sag ich doch! Siehe auch Elchjagd

Wie stirbt Wild?

Kugelschüsse können nur wie folgt tödlich verletzen:

  1. Blutverlust, der die Sauerstoffversorge des Gehirnes abschneidet, somit den Hirntod hervorruft.


  2. Lungenzerstörung durch Geschoßeinwirkung (Splitter) unterbricht Sauerstoffverssorgung, Erst Netzhaut dann Hirn und später auch Muskeln und alle Zellen arbeiten nicht mehr, sterben dann. Beispiel: Lungenschuß auf Schmalreh

  3. Lungenzusammenfall durch geöffneten Brustkorb, i. e. Kammer, solche die Atmung verhindert, damit den Sauerstoff vom Gehirnes abschneidet, somit das Hirn tötet.



  4. Wesentlich geschädigtes Zentralnervensystem , indem Stammhirn oder oberes Rückenmark zerstört werden, so daß weder die willkürlichen Muskeln noch die vegetativen Körperfunktionen mehr sinnvoll gesteuert werden können. z. B. Rehbock abzunicken.

  5. Nervenerschütterung kann ggf. auf Umwegen töten. wenn durch die Erschütterung Atemmuskulatur steuerndes Nervengewebe (in der Halswirbelsäule) lahmgelegt und die folgende Atemlähmung lange genug dauert, um die Sauerstoffversorge des Hirnes so lange zu unterbrechen, bis Sauerstoffmangel im Hirn zu tötet, kann ein Wirbelsäulenstreifschuß auf den Träger (Halskrellschuß) gegebenenfalls auch töten. Siehe weiter unter bei Nervenwirkungenen. Besonders bei Kopf- oder Trägerschüssen beabsichtigt



  6. Herzrythmusstörung . Man kann zu gewissen Zeiten der Herztätigkeit durch gezielten Schlag auf den Sonnenfleck einen Sonderherzschlag auslösen, der die Herzrhythmussteuerung stört, das Herz ungeregelt flimmern läßt. Kammerflimmern = Herzfrequenz > 500/Min = keine effektive Auswurfleistung. Ein flimmerndes Herz pumpt nicht mehr, also stirbt das Hirn den Sauerstoffmangeltod. Siehe auch Schock und Herz.

Von ZNS Treffern abgesehen benötigt jedes Tier Zeit zu sterben. Vom Treffer über die bewußt- und damit Willenlosigkeit bis zum Tod vergehen bei guten Treffern Sekunden bis bei schlechten Treffern (schlechter Weichschuß) Minuten. Getroffen beunruhigte Tiere können, wenn wollen, in der Zeit noch flüchten. Ob Sie wollen bestimmen vorrangig die Entfernung zum Schützen und die Zielwahl und je nach Schießfertigkeit der sich ergebene Treffer. Daraus folgt je nach Geschwindigkeit des Tieres die Fluchtstrecke.

BummeltanteWie stirbt Wild?NervenerschütterungZielwahlKopfschußTrägerschußKarotissinusreflexHerzschußLungenschußBlattschußLeberknotenschußSchrotDruckwelleGutes WildpretAusschweißenSchweißfährteFluchtstreckenIrrglaubenSchnell oder langsam?NervenwirkungVagusnervBlutergußHerzschlag

Zielwahl

Herztreffer, ob nun obendrein durch's Blatt, oder spitz durch die Kammer, verursachen dem getroffenen Tier immer einen starken Reiz, bzw. Schmerz, weil das Herz stark enerviert ist und obendrein der Vagusnerv oben an ihm lang läuft. Der Treffer löst bei den Weidetieren unabdingbar den Fluchtreflex aus. Derart ins Herz getroffen Tiere rennen also fast immer wie angestochen los, auch wenn die Wirkung schlußendlich gut ist. Auch das Blatt, also die Schultermuskeln sind gut enerviert und tragen zum Fluchtreiz bei.


Patrone 6,5x65 Geschoß: 7 g Sierra MK, Schmalreh auf 140 m, breit stehend, Schuß hinterm Blatt angetragen, Flucht 20 m. Ausschuß etwa doppelt kalibergroß. Schußwirkung: Lunge mit etwa doppelt kalibergroßem gleichmäßigem Wundkanal durchschossen ohne weitere Zerstörungen oder Hämatome.

Schwaches Schmalreh auf 70 m breit stehend, zwei hochbeschlagene Ricken auch äsend anwesend. Auf den Schuß hin warfen alle drei Stücke auf und sicherten. Nach 10 ,,endlosen” Sekunden, sprangen die beiden beschlagenen Stücke ab. Das von mir beschossene Stück zeichnete beim Schuß nicht, stand nur still da. Endlich ging es langsam in einige Schritte weiter, so als würde es Äsung suchen, ganz gemächlich ohne irgendwelche Anzeichen. Ich dachte schon an einen Fehlschuß und repetierte leise. Dann drehte sich das Stück etwas und ich sah auf der Ausschußseite schaumigen Schweiß ausfließen. Nach 20 m vom Anschuß weg fiel das Stück einfach um. Merkte das Stück gar nicht wie das Sierra MK hindurchflitzte?

Beim Aufbrechen stellte ich folgendes fest: Ein- und Ausschuß kalibergroß, einschußseitig wurde nur eine Feder angekratzt, beim Ausschuß nicht. Die Lunge hatte nur einen kalibergroßen Schußkanal. Das Stück war natürlich innen ziemlich ausgeschweißt.

Grüße, Peter Mädl

Ganz anders empfindet ein Tier einen Kammertreffer, denn die Kammerwände sind nicht besonders empfindlich und die Lunge gar nicht, wenn von den großen Gefäßen abgesehen wird, also der Ort an dem wir einen Hustenreiz verspüren, wenn wir einen Krümel verschlucken. Das bedeutet, ein in die Kammer getroffenes Tier merkst den Lungentreffer, gegen den Herztreffer vergleichen, kaum. Daher bleibt der Fluchtreflex aus. In die Kammer getroffenen Tiere zeichnen kaum oder selten. Der Fluchtreflex bleibt aus. Die Tiere stehen da, als habe man vorbeigeschossen, aber nach einer halben Minute oder so fallen Sie um und sterben an mangelnder Sauerstoffversorgung.

Sehr geehrter Herr Moeller!

Ich beglückwünsche sie zu ihrer hervorragenden Seite! Ich habe bisher noch nirgends so viel über Geschosse und ihre Wirkung erfahren können und bin gefesselt von so vielen Informationen. Ich bin selbst seit 6 Jahren begeisterter Jäger und versuche immer das Optimum zu finden! Bisher habe ich mit einer Tikka .30-06 und selbstgestopften 11,7 g Nosler BT (R904) beste Erfahrungen gesammelt! Ob es nun die schwache oder starke Sau an der Kirrung ist, oder der Bock auf 200 m. Die Präzision ist einfach herrlich und auch mit der Geschoßwirkung bin ich sehr zufrieden. Ich bin der Meinung, daß nicht so sehr das Geschoß entscheidet, ob ein Stück am Anschuß liegt, sondern die Treffpunktlage! Bei Sauen wird immer gelehrt: „Das Leben sitzt tief, also schieß tief!“ Ich habe diesen Rat anfänglich beherzigt und jede Sau ist trotz zerschossenem Herzen noch 30 - 80 m in die Dickung geflüchtet. Also setzte ich die Treffer höher ins Ziel, dichter unter die Wirbelsäule und siehe da: Neun von zehn Sauen liegen am Anschuß, der Rest nach ~ 15 - 20 m!

Ich bedanke mich für ihre Antwort und wünsche allzeit Weidmannsheil,
mit freundlichen Grüßen, Friedrich R., Freitag, 21. April 2006 01:18

Ihre Aussage für die getroffenen Sauen:


Herzschuß → 30 - 80 m Fluchtstrecke, aber

Lungenschuß → 90% 0 m, 10% 15 - 20 m Fluchtstrecke !

schüttet Wasser auf meine Mühle, den Jägern nahe zu bringen, daß die Zielwahl, natürlich mit mit gekonnt entsprechend sitzendem Treffer über die Wundwirkung weit mehr entscheidet, als die Zielwirkung des Geschosses, oder sein Wirkungsquerschnitt. Ihre Erkenntnis ist das A und O der Jägerei, an sich. Warum kommen die andern Jäger nach 6 Jahren nicht von selbst auf den Trichter? Weil in der Jungjägerausbildung veraltete Meinungen vertreten wurden, oder weil diese veralteten Meinungen sich auf vergangene Bewaffnung gründeten? Wenn ich solche schlichten Merksätze höre, glaube ich manchmal die Schwarzpulverzeit mit langsamen Bleirundkugeln sei noch nicht vorbei. Es gilt:


Die Lehr' aus der Geschicht',
sollen die Tiere flüchten nicht,
laß' das Herz man ganz in Ruh,
sonst hau'n die Biester ab im Nu!

Waidmannsheil, Lutz Möller

Sehr geehrter Herr Möller!

Vielen Dank für die rasche Antwort! Ich stimme mit ihren Ausführungen bezüglich der Treffpunktlage in allen Punkten überein. Die Innervation des Herzens ist in der Tat sehr gut durch den Sympathikus und Parasympathikus (N. Vagus) vertreten. Die Lunge ist soweit ich weiß auch beim Wild nicht sensibel innerviert (studiere Humanmedizin und weiß deshalb nicht hundertprozentig, ob es beim Wild auch so ist), was auf jeden Fall die Schmerzen für das Wild herabsenkt. Außerdem hat die Eröffnung der Pleurahöhle durch ein Geschoß in den meisten Fällen ein sofortiges Kollabieren der Lungen zur Folge (Pneumothorax), was zum schnellen Tod führt. Überdies laufen große Arterien und Venen unterhalb der Wirbelsäule entlang, sodaß ein extrem schnelles Verbluten die Folge ist und ein Kreislaufzusammenbruch erfolgt. Hierdurch erreichen wir einen funktionellen Herzstillstand, obwohl das Herz weiter schlägt und unversehrt bleibt! Auch die Gefäße sind soweit ich weiß nicht sensibel innerviert.

Den Hauptgrund für das sofortige Verenden ohne Flucht sehe ich aber in der Druckwelle des Geschosses, die auf die Wirbelsäule einwirkt. Diese Druckwelle bewirkt eine kurzzeitige Lähmung (vielleicht von 5 - 10 s), jedoch ausreichend lang, damit das Wild in der Zeit verendet. Ich meine irgendwo auf Ihrer Seite gelesen zu haben, daß das Wild bei einem Herztreffer noch ~ 10s fluchtfähig ist, woraus sich die Fluchtstrecken ergeben.

Grade diese Zeit ist es, die wir durch die Druckwelle an der Wirbelsäule und die kurzfristige Lähmung bis zum Tode „überbrücken“ können und so das Wild möglichst schmerzfrei an den Anschuß binden können. Dies ist jedoch alles nur Theorie und basiert auf meinen Erfahrungen sowohl als Jäger sowie aus meinem Wissensstand als angehendem Mediziner.

In der Praxis habe ich allerdings mit dieser Methode, hoch anhalten – dicht unter der Wirbelsäule, beste Erfahrungen gemacht! Ich möchte aber ausdrücklich darauf hinweisen, daß nur wenn der Schütze sich und seinem Geschoß die erforderliche Präzision zumutet (wohlgemerkt nicht nur auf dem Stand, sondern auch in der Natur) dieser Haltepunkt gewählt werden sollte. Ansonsten wird z.B. die Sau ganz leicht mal gekrellt und muß leiden, wobei wir ja gerade verhindern wollen!

Mit freundlichen Grüßen, Friedrich R., 23 April 2006

 

 

Man beachte die sehr unterschiedlichen liegenden Organen der Arten, je nachdem, ob deren Tiere ihr Haupt hoch oder niedrig tragen. Reh und Hirsch tragen ihr Haupt hoch. Sau und Elch tragen ihr Haupt tief. Dementsprechend höher oder tiefer liegen Wirbelsäule, Rückenmark und Herz. Das Ziel muß entsprechend gewählt werden. Hornträger sind anders als geweihträger gebaut. Bilder: Rehschnitt, Sauschnitt Christer Holmgren: Jagdwaffen und Schießtechnik, Hamburg, Berlin: Parey, 1993

Hallo Herr Möller,

mein erster Jährling stand auf 95 Meter. Mit der Parker Hale 7x57 schickte ich das erste 7 mm Lutz Möller Geschoß auf den Weg. Der Bock machte einen Satz und lag nach 15 Metern Flucht. Ausschuß 3 cm groß. Beim Aufbrechen sah ich, daß ich das Herz angekratzt hatte, was offensichtlich nicht so günstig war.

Der zweite Jährling stand im Wald auf 40 Meter, mit der Blaser ES 67 in 7x57R schickte ich diesmal das 7 mm Lutz Möller Geschoß auf den Weg und hielt leicht über dem Herzen an. Dann geschah das Unglaubliche: Der Bock blieb völlig ungerührt auf der Stelle stehen, drehte sich leicht und ich konnte am Ausschuß das Ausschweißen etwa 10 sek. lang beobachten bis er sich nieder tat, eben wie vom Pfeil getroffen. Der Wildpretverlust lag wieder bei etwa 100- 200 Gramm, wunderbar.

MfG Detlef Rößler , Freitag, 10. August 2007 17:11

Hallo Herr Möller!

Geschosse und Setzersatz sind mittlerweile bei mir eingetroffen, vielen Dank.

Ich konnte übrigens seit meinem letzten Bericht mit meiner bescheidenen Jagdmöglichkeit beim Staat, meiner 8x68S-Lutz Möller Geschoß-Streckenstatistik etliche Stücke Reh- und Schwarzwild und einige Füchse hinzufügen (8 Rehe, 1 Überläufer, 2 Füchse). Die Zahlenbasis ist größer geworden, die Erkenntnisse sind gleich geblieben: Kurze Fluchten, wenig Wildbretzerstörung. Eher suboptimale Treffer (z.B. weil das Stück schräg stand) scheinen tendenziell kürzere Fluchtstrecken zu verursachen als die bilderbuchmäßigen Kammerschüsse mit oder ohne Zerstörung des Herzens. Die Entfernungen 20 - 160 m hatten keinen feststellbaren Einfluß. Überläufer, beide Füchse und 5 Rehe blieben am Anschuß. 2 Rehe gingen noch ~ 30 m und eines etwa 70 m. Das waren die 3 bilderbuchmäßigen Kammerschüsse.

Ich gehe davon aus, daß sich diese gute Erfahrung (aus meiner Sicht eher: Erfolgsgeschichte) mit dem neuen Lutz Möller Geschoß fortsetzt. Gut aussehen tut es jedenfalls.

Gern dürfen sie meine Post auf Ihre Seite stellen, aber bitte nur mit Initialen.

F. P., Mittwoch, 29. August 2007 10:14

Spitz von vorn

Moin Herr Möller,

erstmal wünsche ich ein gutes neues Jahr 2008 und viel Waidmannsheil. Ich habe seit 2 Jahren meinen Jagdschein und das große Glück seit dem letzten Mai einen Begehungsschein in einem Revier mit Dam-, Schwarz- und Rehwild erhalten zu haben. Seit dieser Zeit lese ich auch mit großem Anteilnahme Ihre Seite , da ich das Lutz Möller Geschoß in der 7x64 verwenden möchte.

Nun aber zu meiner Frage: Ich verstehe, bei einem spitz von vorn stehendem Stück die richtige Zielwahl der Träger ist.

LM: Nein!

Welchen Haltepunkt wähle ich? Bei erhobenem Haupt auf die Unterseite, oder bei gesenktem Träger von oben, oder macht das keinen Unterschied? Ich gehe davon aus, der Schuß von oben sei günstiger ist, da mir dann eine größere Trefferfläche zur Verfügung steht. Sehe ich das richtig?

Ich danke vorab für Ihre Antwort und
verbleibe mit freundlichen Grüßen und Waidmannsheil P. H., Mittwoch, 9. Januar 2008 10:40

PS: Wenn Sie der Meinung sind, daß auch meine Frage öffentlich gemacht werden soll, dann bitte ich nur die Initialen PH zu verwenden. Aber ich bin auch nicht böse, wenn keine Veröffentlichung erfolgt.

Tag P. H.

eine Trägerschuß trägt der waidgerechte Jäger nur von vorn oder hinten an, nie seitlich oder anderes. Von vorn ist gleich, ob das Haupt oder unten ist, von hinten seiht das anders aus, weil von hinten der Leib den gesenkten Träger verdeckt. Nur von vorn oder hinten bietet sich der Träger dem Jäger symmetrisch zur Halswirbelsäule, die es zu treffen gilt an. Nur so kann er sicher zielen. Bei allen schrägen oder seitlichen Schüssen sind Fehler wahrscheinlich. Daher lehne ich solche Schüsse als zu unsicher ab. Ein leicht gefehlter Trägerschuß von vorn oder hinten wirkt entweder ganz oder gar nicht (Näheres dazu siehe Trägerschuß)

Lutz Möller,

Kopfschuß ins Hirn.

Ein schneller als die Reize in den Nerven fliegendes Geschoß vernichtet als Kopfschuß (siehe da) in das Stammhirn jegliche Empfindung, tötet also bevor die Beute, bevor die merken kann tot zu sein.

Solch Kopftreffer ist für die Beute vollkommen leidfrei. Die Beute stirbt schlagartig in Sekundenbruchteilen. Leider sind Kopf und Träger nur kleine Ziele, die einerseits den Schützen fordern, und die andererseits für einen sicheren Schuß mögliche Entfernung einschränken. Von vorn angetragen müßten für eine Hirnschuß bei Tieren mit langem Gesicht erhebliche Knochen durchschossen werden. Das gelingt oft nicht gut, siehe hier in Loimaa, wenn das Hirn eben mangels Tiefenwirkung nicht getroffen wird.

Springbockkopfschuß 2003Diesen Springbock links schoß ich in Südafrika im Karroo in Ratelfontein liegend auf meinem grünen Filzhut auf einem Stein aufgelegt von oben auf 100 m mit der 6,5x65 mit 7g Lapua Scenar mit 1.054 m V0 in den Kopf ins Hirn. Wir hatten uns hinter einem Hügel an einen anderen auf 200 m herangepirscht, den ich mit Herzschuß streckte. Als Jan meine, nimm den auch, fand ich die kurze Entfernung zu langweilig. Er rettete die Lage, indem er mir den Kopschuß vorschlug. Damit waren 100 wieder schwierig. Der Schuß lag etwa 2 cm aus der Mitte; bei einem lebenden Tier, daß sich bewegt, ein guter Wert. Die Augen treten dabei aus den Höhlen und die Schädeldecke platzt. Die Hörner waren also anschließend locker. Die nachgiebige Decke verdeckt die Wirkung. Selbstverständlich fiel der reife Bock am Fleck in sich zusammen. Keinerlei Wildpret wurde zerstört.

Weiter lies 8,5 mm Lutz Möller Geschoß Kopfschuß mit Beispielen und Erörterung.

Was verursacht Herzschlag?

Die Frage mag dumm erscheinen, aber ich erlebte gestern etwas das mich grübeln ließ. Auf der Pirsch kam sah ich ein Kitz, daß ich im Sonnenschein mit einem flüchtigen Schuß auf weniger als 50 m mit einem weichen TMS aus meiner 8,5x64 streckte. Es kippte einfach zu der schußabgewandten Seite um, schlegelte mit den Hinterläufen noch ein wenig, wendete noch mal den Träger und lag, ohne die Schalen noch 1 mm bewegt zu haben. Mit der Fluchtstrecke war ich einverstanden. Der Treffer war eher schlecht. Der Einschuß, den ich sofort sehen konnte, lag oben auf dem Blatt. Dann drehte sich das Kitz um und sah den Ausschuß. Faustgroß, aber nur wenn man große Pranken hat. Das Rückgrat war zerschossen, meinte ich, und die Kammer war ebenfalls geöffnet. Der roten Brei pulsierte noch im Herzschlagrythmus. Zur Sicherheit öffnete ich den Stich. Wann genau die Pulsierquelle aufhörte, weiß ich nicht, jedenfalls nicht sofort nach dem Schuß. Vom Schuß bis zum Stück brauchte ich bestimmt keine 15 Sekunden für 30 m oder 40 m. Im Grunde ging ich so für mich hin, sah das Reh backte an, schoß und ging mehr oder weniger ohne zu halten aus dem Gang gleich zu dem Stück weiter, daß in der Sonne auf Sicht, ja leicht zu finden war. Bislang glaubte ich, der Herzschlag sei vom Hirn gesteuert. Nun erscheint mir das aber mit dem Erlebnis nicht vereinbar. Die genaue Verletzung kann ich nicht beschreiben, da ich das Reh beim Forst schoß, also abliefern mußte, statt es selbst zu zerwirken, zu braten und zu essen. Mir scheint, ein Herz kann auch ohne ZNS-Verbindung zum Hirn noch eine Weil schlagen. Ist das vorstellbar? Bei einer anderen Gelegenheit eines schnellen Schusses auf einen Bock, den ich schnell aufbrach, stellte ich fest, der Darm bewegt sich auch noch, wenn aus dem Stück genommen hat und keine Verbindung mehr hat. Gespenstisch!

Waidmanns Heil, LutzM

Stimmt. Das Herz wird zwar grundsätzlich übergeordnet vom ZNS gesteuert, ist aber dennoch halbautonom. Speziell aufgebaute Zellstrukturen im Herzmuskelgewebe sind in der Lage, eigene elektrische Impulse freizusetzen und ohne übergeordnete "Aufforderung" des Gehirns an die Arbeitsmuskulatur des Herzens, das Myocard, zu leiten. Bei Ausfällen in der normalen Bildung und Weiterleitung der elektrischen Reize, die die Muskulatur zum Zusammenziehen und pumpen bewegen, können verschiedene "Ersatzzellknoten" über gewisse Zeit das Herz schlagen lassen. Das geht bei intaktem Herzen solange, bis durch Sauerstoffmangel durch Blutverlust oder eingestellter Atmung das Organ nicht mehr arbeiten kann und stirbt. Soweit im Groben. Deine Schilderung ist also durchaus realistisch und sicher nicht selten.

Laß' Deine Augen offen sein, geschlossen Deinen Mund.
Wandele still, so werden Dir geheime Dinge kund.

WH Dergel

Hallo Lutz,

das Herz wird nicht vom ZNS sondern vom sogenannten Sinusknoten, der irgendwo am oder im Herz selber sitzt, gesteuert. Ich bin kein Mediziner und auch kein Elektriker, aber der Sinusknoten ist so etwas wie eine Stromquelle, die durch elektrische Stöße den Herzmuskel steuert, gewissermaßen der natürliche Herzschrittmacher. Dieser Sinusknoten ist meines Wissens nach ziemlich "autonom" und nicht vom ZNS gesteuert. Wenn das Lebewesen eigentlich schon mausetot ist, kann das Herz auf jeden Fall durchaus noch eine Weile weiterschlagen. Ganz extrem ist das bei Fischen. Ich hab schon ein vom Körper abgetrenntes Fischherz eine halbe Minute lang weiterschlagen sehen ... und das schön sauber im Rhythmus

mfG, Senne

Das ist an und für sich ein recht simpler physikalischer Vorgang - wenn du das genauer wissen möchtest, such mit den Schlagworten Depolarisation, Reizleitsystem des Herzen, Natrium-Kalium-Pumpe - da finden sich einige recht anschauliche Dokumente, die dir sicher mehr helfen, als wenn ich dir jetzt ein paar dürre Worte um die Ohren schlage. z.b. http://www.uni-ulm.de/~s_ykrist/Arbeit/gradient/depolar.htm @Senne: Ganz ohne ZNS geht es dann auch wieder nicht. Zwar erfolgt die Depolarisation ,,autonom" (dabei zwingen die Zellen mit der höheren Depolarisationsfrequenz den niederfrequenten ihren Rhythmus auf. Am schnellsten ist dabei der Sinusknoten, deshalb auch ,,Schrittmacher"). Gesteuert wird das ganze aber über das vegetative NS - das wiederum seine ,,Verwaltungsstellen“ quer über das ZNS verteilt hat... (z. B. Hypothalamus, Medulla oblongata, ...)

gassho, Sonja

Servus,

das Herz mag zwar noch einige Sekunden schlagen (angeregt durch den Carotis Sinus oder den AV-Knoten), sollten jedoch große Blutgefässe verletzt sein oder der Unterdruck im Thorax zusammenbrechen, tritt der Tod schnell ein. Der Schock durch das auftreffende und den Körper durchschlagende Geschoß kommt bekanntlich hinzu.

Bratljaga

Reizleitsystem des Herzens

Hallo Lutz,

ich war letzte Woche auf Bock, machte eine für mich interessante Beobachtung: Ich streckte Bock mit .222" mit 3,6g TM mit Trägerschuß. Ich bin immer noch nicht zum Laden der Lutz Möller Geschoß gekommen, noch fehlt das Pulver! Der Treffer lag ⅓ Trägerlänge vor dem Thorax. Die Wirbelsäule und das Rückenmark waren ganz durchtrennt. Der Bock fiel im Feuer, schlegelte aber sehr stark und lange. Ich fand beidseitig zwischen Rippen und Blattschaufel starke Blutergüsse. Der Herzmuskel war völlig schlaff. Wenn ich mich recht erinnere an das was ich auf Deinen Seiten gelesen habe, dürfte soetwas bei einem solchen ZNS-Treffer doch gar nicht passieren, oder irre ich mich? Ich habe keine gescheite Erklärung für die Blutergußbildung.

Hast Du eine Idee?

Gruß, Christian Krampecki, Freitag, 3. Juni 2005 11:14


Christian,

oben in Herzschlag liest du das Herz schlägt auch ohne Kopfsteuerung noch ein Weil weiter, solange Blut und Sauerstoff das sind. Da die Lunge aber kopfgesteuert wird, erstickt das kopflose Tier und dann stirbt auch das Herz, hört auf zu schlagen, weil es mangels Sauerstoff nicht mehr kann. Das deutliche und lange Schlegeln, als wolle das Tier ein letztes Mal in sichere Weidegründe fliehen, zeigt ebenfalls, daß der sehr komplizierte Bewegungsapparat teilweise auch ohne Kopf arbeiten kann. Die scheinbaren Laufbewegungen des gefällten Tieres weisen ja einen hohe Koordinierung auf. Man muß also anerkennen, daß nicht jede Regung dem Kopf entstammt, auch das Rückenmark oder andere Nerven können in Grenzen Reize verarbeiten und Muskeln u. a. steuern.

Die Blutergüsse, denn um solche wird es sich gehandelt haben, finden Ihre Erklärung kaum in der Druckwelle der kurzweiligen Wundhöhle da der Träger und die Blätter doch wohl zu weit voneinander entfernt sind, um solche ansonsten möglicher Erklärung glaubhaft zu erscheinen lassen. Ich bin ohne Photos also genauso ratlos wie du. Allgemein kann ich nur anmerken, daß in den Erfolgsberichten über das Lutz Möller Geschoß das gute Wildpret, bzw. dessen geringe Zerstörung immer wieder bereichtet und gelobt werden. Siehe dazu die Bilder vom in den Rücken geschossen Damkalb in Lutz Möller Geschosse#Schnelligkeit & Blutgerinnsel. Dort berichtet Burkhard Bieneck von der „deutschen Magnum“, der 8x68S, die ja wohl deutlich mehr als eine lütte .222" zu zerstören vermag, dennoch von ganz erträglicher Wundwirkung

Lutz, 3. Juni 2005,

Hallo Lutz,

vielen Dank für Deine Antwort.

Mit Bildern zu diesem Effekt kann ich leider nicht dienen. Nur noch eine kleine Detailbeschreibung zu diesem Trägerschuß: Am Träger selbst befand sich kein Bluterguß, sondern nur im Bindegewebe (die blasig-schaumigen Häute) zwischen Blatt und Rippen. Ließ sich aber gut entfernen.

Gruß, Christian Krampecki, Montag, 6. Juni 2005 10:33


Haltepunkt auf afrikanische Hornträger

NervenerschütterungZielwahlKopfschußTrägerschußKarotissinusreflexHerzschußLungenschußBlattschußLeberknotenschuß SchrotDruckwelleGutes WildpretAusschweißenSchweißfährteFluchtstreckenIrrglaubenSchnell oder langsam?NervenwirkungVagusnervBlutergußHerzschlag


Karotissinusreflex

nach Beat Kneubühl

Nicht lebensbedrohende Bagatellverletzung, die nicht oder nur unwesentlich bluteten, nach denen plötzliche Herz-Kreislauf kurz nach der Verletzung versagen behaupten Laienkreise und Presse immer wieder als Schocktod. Von der der Herz-Kreislauf-Steuerungs-Physiologie ist ein solcher Effekt durchaus möglich. Beispiele bieten die medizinischen Erfahrungen. So wurden plötzliche Todesfälle bei sog. Handkantenschlägen gegen die Halsseite beschrieben. Der Mechanismus ist folgender: An der Teilungsstelle der Halsschlagadern (Arteriae carotis communis, die sich in A. carotis interna und externa teilen) sitzt Form eines Nervengeflechtes (Glomus caroticum) ein Druckaufnehmer (Karotissinus), der den Blutdruck in diesem Gefäß mißt und das Ergebnis an ein Regelsystem, das den Druck steuert, meldet. Den Blutdrucks dort zu erhöhen, mindert über einen Nervus vagus-Ast die Herzfrequenz und umgekehrt. Ein kräftiger Druck oder Schlag auf den Druckaufnehmer selbst oder den ableitenden Nerv meldet dieser Nerv zum Herzen weiter. Das empfangt die „Fehlmeldung" <Druck steigt!>, mindert folglich die Herzfrequenz, die - bei geeigneter Schlagstärke - bis zum Herzstillstand führen kann. Das ist der Karotissinusreflex.

In Innerer Medizin und Neurologie kennt man das Karotissinussyndrom. Durch Druck auf die entsprechende Stelle des Halses (Einseitig! Zweiseitig ist zu gefährlich) erniedrigt vorübergehend den Blutdruck, der Betroffene schwindelt (infolge minder durchbluten Hirnes), blässt, atmet vertieft. Alte, kreislaufgestörte Menschen starben dabei.

Diesem Versuch einen möglichen Schocktod zu erklären, kann entgegenhalten werden, daß beim Handkantenschlag gezielt nur der Nervus vagus (Parasympathikus) gereizt wird, aber sein Gegenspieler nicht. Ein durch festes Fleisch durchbrechendes Geschoß zieht bei hinreichender Stoßwelle das gesamte Nervensystem in Mitleidenschaft, so daß sich Spieler- und Gegenspielerwirkung von Sympathikus und Parasympathikus gegenseitig aufheben mögen. Immerhin könnte aber möglich sein, bei einer gewissen geringen Amplitude oberhalb der Nervanregungsschwelle beide Systeme unterschiedlich stark anzuregen, da die Stoßwelle bei ihrem Fortschreiten mit 1/r gedämpft oder auch an inhomogenen Strukturen teilweise reflektiert wird. Die Dämpfung ist eine Frage des Wellenwiderstandes. Dies ist zunächst noch Theorie. Experimentelle Bestätigungen fehlen. Das Problem sollte aber im Auge behalten werden.

Dagegen wirkt ein Halsschlagadertreffer oder nah bei durch den Druck geradewegs physisch auf den Druckaufnehmer, den Karotissinus, der dann reflexmäßig dem Herzen falsch meldet, daß darob lahmt, ggf bis in den Tod anhält. Ein Halsschlagadertreffer, besonders knapp unter das Haupt, wirkt also auch nervlich (über den Karotis sinus auf Herz).

Die Finnen bevorzugen Kopf- und Trägerschuß, siehe 6,5mm Trägerschüsse, weil sie das Wild ohne lange Nachsuche schnell und möglichst heil erbeuten wollen. Bei allen anderen Treffern laufen die Stücke noch! Bei Trägerschüssen schlegeln sie hingegen lange (Minute), so als wollten sie dem Tod in den Himmel entfliehen. Jedoch

Schieße hirschartige nur längs auf den Träger!

Der gute Grund rührt von den üblichen Bewegungen der Tiere her. Meist bewegen sie sich vor, aber nur ganz selten quer, fast nie rückwärts. Sie sind ja kein Krebse. Wenn die Hirsche einen neuen Platz einnehmen sichern sie häufig; dazu erheben sie ihr Haupt. Dann scheinäsen sie; dazu senken sie ihr Haupt. Der Träger wird also vornehmlich auf und ab bewegt, gelegentlich gedreht, aber fast nie seitlich bewegt. Da der Entschluß zu schießen vor dem Treffer erfolgen muß, kann sich das Stück in der Zwischenzeit bewegen. Wie? vornehmlich mit dem Träger hoch oder runter. Stand das Stück nun in Längsrichtung und zielte man in Trägermitte, wir auch eine zehntel Sekunde später noch ein Wirbel getroffen. Steht das Stück breit, verfehlt der Schuß sein kleines Ziel. Da, nehme ich an, war mein Fehler - zumal das Stück nicht zeichnete.

Der schlechte Grund nur längs auf den Träger zu schießen liegt im Trägeraufbau. Sofern das Blei mittig trifft ist die Wundwirkung durch das unterbrochen Rückenmark und die hirnseitige Überreizung der ,,golden Schuß", sprich bannt an den Platz und nimmt dem Stück sofort die Besinnung, bis es stirbt. Selbst wenn das Stück immer sofort fällt, stirbt das Hirn ja erst am folgenden Sauerstoffmangel, da Herz und Lunge mangels Verbindung vom Hirn nicht mehr gesteuert werden können. Falls der Schuß nicht ,,golden", also genau auf Rückenmark trifft, sondern knapp daneben ins feste Muskelfleisch, langt die Erschütterung immer noch das druckempfindliche Rückenmark zu stören. Eine Halsschlagadern kann getroffen werden und den Karotsissinusreflex und in Folge Herzstillstand auslösen oder einseitig den Vagusnerv treffen und ebenfalls das Herz anhalten. Beides ist nur gut. Wird bei noch größerer Ablage nur noch die Haut geritzt, überlebt das Stück ohne bleibende Schäden.

Bei einem breiten Trägerschuß hingegen können unterschüssig die Luftröhre und Schlund geöffnet werden, ohne das Stück zu fällen. Die Verletzungen würden das verhungern oder an Lungenentzündung sterben lassen. Das wäre schrecklich, nicht waidgerecht, sollte also gemieden werden. Sichere Trägerschüsse lassen sich also nur längs antragen. Nur das muß man sich merken. Dann ist alles gut. Im übrigen bedenke mögliche, aber nicht sichere Nervenwirkungen.

Bei den Schweinen ist die 7x57 das Kal. mit den häufigsten Nachsuchen (mit u. ohne Erfolg). Gewöhne dich vom Fuchs bis zu größeren Schalenwild an Trägerschüsse. So wirst Du (als sehr guter Schütze) auch mit der 7x57 zufrieden sein.

WMH Niederwildjäger

Herzschuß

Wird das Herz, oder die zu oder abführenden Gefäße zerstört oder entscheidend geöffnet, verblutet das Tier mit der Zeit, jedenfalls nicht sofort. Der hydrovaskulare Schock, also der plötzliche Blutdruckabfall im Körper und besonders im Gehirn, setzt allerdings bereits vor dem Tod die Hirnfunktionen absteigend von den unwichtigen zu den wichtigen außer Kraft, indem die lebenswichtige Durchblutung versiegt. Besonders das Blut in den schwer zu durchpumpenden kleinen Gefäße stallt sofort. Weil die höheren Empfindungen zuerst nachlassen, ist solch Blutdruckabfallschock ebenfalls binnen kurzer Zeit, weit vor dem eigentlichen Hirntod, für das Opfer weitestgehend schmerzfrei. Die Schmerzdauer dürfte wenige Sekunden betragen. Man darf sich in dieser Erkenntnis nicht von Körperbewegungen, wie zu schlegeln oder zu zucken, beirren lassen. Darin äußern sich niedere Lebensfunktionen die ohne bewußtes Empfinden erzeugt werden können (von Zwischen- und Stammhirn, und ggf. Rückenmark). die Stücke laufen noch, so z. B. ein von der 6g VM aus der 6,5x68 getroffener vierjähriger 148 kg Hirsch mit Herztreffer etwa 100 m; siehe 6,5x68 Wundwirkung.

Herzschüsse treffen immer auch Nerven im Herzmuskel. Bei einem Herzvolltreffer mit hinreichend schnellem Geschoß reizt der Kraftstoß auch den oberhalb des Herzens verlaufende Vagusnerv. Daher bemerkst das so getroffene Tier den Treffer deutlich. In der Regel löst so ein Herztreffer daher bei Weidetieren und Sauen den Fluchtreflex aus und die Tier flüchten, Rehe und Hirsche oft mit eher gesenktem Haupte. Rehböcke himmeln oft auf eine Herztreffer, d.h. springen hoch (vielleicht 1½ m) in die Luft und flüchten dann in einer gebogen Fluchtstrecke 50 m oder so bis sie fallen. Dabei strecken sie oftmals noch die Läufe in die Luft, bevor das Tier endgültig stirb.

Die wie üblich gekrümmte Fluchtfährte einen Weißwedelkalbes, daß auf einer Drückjagd auf 200 seinen Herztreffer aus der 6,5x63 Messner Lutz Möller Munition von vorn auf den Stich bekam ist hier zu sehen.

Sepp Hoblmöser aus der Steiermark sandte mir im Dezember 2007 diese Bilder eines 6 mm Lutz Möller Geschoß Herztreffers auf einen geringen Berghirsch, dem kleinsten des Rudels, einem ungeraden Zehner mit aufgebrochen nur 81 kg. Die Hirsche standen für die 6 mm BR zunächst viel zu weit (350 m) am Waldesrande ohne weiter auf die Wiese auszutreten, so daß er sich, um in vertretbare Schußlage zu kommen, binnen einer Stunde auf nassem Untergrund flach anschleichen mußte. Das schlechte, nasse Wetter der Vortage und am Jagdtag brachten aber den Vorteil mit, daß der Bach angeschwollen war unlaut gluckerte. So daß die Hirsch Sepp nicht vernehmen konnten. Aufgrund der Gangart, dem trüben Wetter, und der fortgeschrittenen Tageszeit war er nur schlecht zu eräugen, bzw. hätte nicht die übliche menschliche Silhouette abgegeben, sonder eher die einer Sau, di dort auch vorkommen und dem Rotwild gleichgültig sind.

Auf 150 m ließ Sepp das 6 mm Lutz Möller Geschoß fliegen, daß aus der 6 mm BR in 150 m mit 890 m/s seinen Weg in das Ziel fand. Statt allerdings zu himmeln, veranstaltete dieser Hirsch einen Kopfstand, daß heißt er ging kopfüber in einer Rolle zu Boden und aber stand nie wieder auf. Der Fluchtreiz war also da, die kräftigen Hinterläufe noch willig, das Rückenmark also unbeschädigt, aber das Vermögen zu fliehen, war schon nicht mehr da. Die folgenden Bilder zeigen deutlich, wie das Lutz Möller Geschoß seine groben, gefährlichen Splitter vom geraden Geschoßweg rundum abstrahlt, also ein weiterreichende Rundumwirkung entfaltet. Lutz Möller Geschoß Splitter durchdringen etwa 5 - 6 cm Fleisch aber wesentlich mehr leichtere und nachgiebige Lunge.

Hirsch von oben durchleuchtet mit breitem Herzschuß

6 mm Lutz Möller Geschoß Herzeinschuß auf Hirsch (ungerader Zehner, nur 81 kg aufgebrochen, Abschußhirsch) auf 150 m

6 mm Lutz Möller Geschoß Herzschuß auf Hirsch. Die in den Umfang strahlenden Splitterbahnen sind gut zu erkennen

6 mm Lutz Möller Geschoß Herzausschuß auf Hirsch.

6 mm Lutz Möller Geschoß Norma BR Ladung fällte auf 150 m diesen geringen Berghirsch (81 kg aufgebrochen) mit Herzschuß

Diese rundum abstrahlenden Lutz Möller Geschoß-Splitter vermögen, genau wie sein Kraftstoß im Weichziel, tödlich verletzende Wundwirkungen auch abseits des eigentlichen schnurgeraden, schulterstabilsierten Wundtunnels zu bewirken. Svantes Streifschuß ist dafür ein gutes Beispiel.

Kammerschuß

Geschosse können die Kammer je nach Lage durchschlagen auch ohne das Herz zu treffen oder größere Gefäße zu verletzen. Geringe Zielgeschwindigkeiten oder zu harten Geschossen verletzen die nachgiebigen, dehnbaren Lungen kaum, so als stieße man nur einen Bleistift durch sie hindurch. Dadurch wirkungsarme Lungendurchschüsse erzeugen längs der Geschoßbahn nur wenig Wundfläche. Zerreißt das Geschoß mangels hinreichender Geschwindigkeit neben der eigentlichen Geschoßbahn nur kaum oder kein Lungegewebe, bleiben die Gefäß folglich heil, ergießt sich mangels Öffnungen kaum Blut in die Wunde, eine nennenswerte oder gar tödliche Wirkung auf den Blutkreislauf bleibt somit aus.

Öffnet der Kammertreffer also, ohne sonst groß Schäden zu bewirken, im wesentlichen nur die Kammer gleichen sich Kammer- und Außenraumdruck aus. Dann können Zwerchfell- oder Brustkorbatmung die Lunge nicht mehr füllen oder leeren. Folglich fallen die Lungen zusammen, kann nicht mehr atmen. Bei voller Herztätigkeit, und vollem Blutdruck erstickt dann das Tier an Sauerstoffmangel. Der Tod tritt dabei erst nach einiger Zeit ein. Einen Teil der Zeit kann das Tier dann noch flüchten.

Ablauf des Erstickungsvorganges (Quelle: Institut für Rechtsmedizin Zürich)

Die Erstickung kann in vier Phasen unterteilt werden. Die einzelnen Phasen können unterschiedlich ausgeprägt ablaufen oder sogar ganz fehlen. Der ganze Ablauf, unter anderem beruhend auf Beobachtungen bei Hinrichtungen, dauert ungefähr 4 - 10 Minuten. Herzaktionen können noch einige Zeit darüber hinaus nachgewiesen werden.

  1. Dyspnoephase (Minute 0 bis 1,5): Atemnot infolge CO-Anstieg im Blut, Erstickungsangst, Unruhe, Bewußtseinsverlust.

  2. Krampfphase (Minute 1,5 bis 2): tonisch-klonische Krämpfe, Steigerung des Blutdruckes, Tachykardie, Kot-, Urin-, Spermaabgang.

  3. Apnoephase (Minute 2 - 4): Erweiterung Pupillen, Abschwächung des Pulses.

  4. Phase der terminalen Atembewegungen (Minute 4 - 10): Schnappatmung.

Um einen langsam erstickend wirkenden Kammerschuß in einen schnell auf den Blutkreislauf wirkenden Lungenschuß zu verwandeln muß ein geeignetes (= splitterbildendes) Geschoß mit hoher Zielgeschwindigkeit gewählt werden. Weiche, nachgiebige Ziele mit wenig Widerstand benötigen höhere Geschwindigkeiten, als fester Ziele, um bei dem geringen Zielwiderstand hinreichenden Wirkungsquerschnitt (mit entsprechender Zerstörung) zu erreichen. Einfach zu merken gilt in der Lunge besonderes:

Langsames Geschoß → langsame Wirkung | Aber schnelles Geschoß → schnelle Wirkung!

Merke: Die Lunge als weichstes Ziel von allen, benötigt demzufolge die größten Zielgeschwindigkeiten.

Lungenschuß

Da die Lunge sehr weich ist, sollen schnell ansprechende splitterbildende Teilzerleger gewählt werden, um die Splitter im Vergleich zum nicht splitternden Geschoß in auch neben der eigentlichen Restgeschoßbahn räumlich verteilt zerstören zu lassen = blutende Wundflächen zu reißen. Jedes Geschoß wirkt in der Lunge weit in die Tiefe, da die Lunge mit anderen Treffern verglichen dem Geschoß kaum Widerstand bietet. Ein schnelles Teilzerlegungsgeschoß in die Lunge führt den Tod im Vergleich zu einem langsamen harten Geschoß deutlich schneller herbei, verkürzt und mindert das damit verbundene Leiden sehr.

Torsten Enke schrieb am 13. Mai 2005: „Der Streite um Schmerz bei Lungentreffern wird anhalten. Da hat wohl jeder seine Erfahrungen. Tatsache bleibt, daß Lungengewebe an sich wenig schmerzempfindlich ist. Anders sieht es schon in den größeren Luftwegen aus - hier ist die sensible Innervierung ausgeprägter, insbesondere der Schleimhaut. Ist ja auch logisch, z.B. in Bezug auf den Hustenreiz zur Reinigung der Luftwege usw. usf..

Die Geschichte sollte nicht verwechselt werden mit Rippentreffern und den Verletzungen der Pleurablätter, also mit den „Überzügen“ der Lunge und des Thoraxinnenraumes. Hier ist die nervliche Versorgung deutlich sensibler. Gebrochene Rippen schmerzen fürchterlich, das ist wahr. Aber sie schmerzen ganz besonders, wenn die Bruchenden aneinander reiben und sich gegeneinander bewegen, z.B. beim Atmen oder bei Bewegungen. Stellt man einen Rippenbruch ruhig, ist er sofort deutlich schmerzärmer! Nach einem Durchtritt der Kugel ist dort eine Lücke, der Nerv (Intercostalnerv) ist zumindest in der näheren Umgebung durch die heftige Erschütterung und Durchtrennung außer Funktion. Deshalb dürften diese Beschwerden durch die einsetzende zentrale Hypoxie infolge des Zusammenfallens der Lunge, die mechanischen Erschütterungen usw. überspielt werden.

Ich hatte in meinem 18-jährigen Berufsleben inzwischen einige Weltkriegsteilnehmer, die Schüsse durch den Brustkorb und die Lunge mehr oder minder gut überlebten, u. a. durch „glücklichen“ Treffersitz und sich nicht zerlegende Vollmantelgeschosse bzw. Granatsplitter. Natürlich erfragt man bei der Erhebung der Krankengeschichte vor Narkosen usw. lungenrelevante Befunde und kommt dann ins Gespräch, sehr oft durch den Patienten selbst. „Ach wissen Sie, ich hab` das gar nicht gemerkt - nur einen dumpfen Schubs oder auch kräftigen Schlag vor die Brust. Dann wurde mir schwindlig, hatte keine Luft und dann wurde mir schwarz vor Augen“. So lauten die ziemlich übereinstimmenden Schilderungen. Eine Schmerzsensation wurde nicht geschildert. Man könnte nun einwenden, daß die körpereigenen Schutzmechanismen eingesetzt haben, z.B. die Endorphinausschüttung im zentralen Nervensystem.

Aber warum funktioniert das dann nicht so gut bei Bauchschüssen? Ein alter Herr schilderte mir sehr drastisch das Schmerzgeschehen nach einem Treffer aus der amerikanischen .30" Carbine im März '45!“

Rapsricke

Der folgende Treffer auf die Rapsricke unten ist ein Beispiel für einen Lungenschuß. Um die Vorderläufe zu schonen, hätte er allerdings weiter hinten angehalten werden sollen, aber in ziemlicher Dunkelheit auf 150 m bei Gegenlicht war das wohl nicht so einfach. Man sollte sich beim Reh jedenfalls die hier deutlich sichtbaren Ein- und Ausschüsse merken, weil der Treffer ein Lungenschuß, gerade oberhalb des Herzens war. Nur 5 cm tiefer wäre das ein glatter Herzschuß gewesen. Beim Lungentreffer aus größer Entfernung (und 150 m sind in dem Sinne bereits größer) flüchten die so getroffen Tiere, wenn ein hinreichend schnelles und geeignetes Geschoß gewählt wurde, hier mit einem Lutz Möller Geschoß (Teilzerleger) mit 977 m/s vz in 150 m Entfernung, selten, kurz, oder gar nicht. So auch hier. Jedenfalls merkte sich der Schütze nach dem Schuß ein Landmarke (Bestimmte Baumkrone im angrenzenden Hochwald) im Hintergrunde. Er und sein Freund blieben noch sitzen um weiteres Wild (Sauen und Füchse) zu erbeuten. Erst am Ende des Ansitzes wurde eingesammelt. Als genug gefallen war, ging der Rapsrickenschütze schnurgerade die 150 m in Richtung Landmarke und fand die Ricke mit 3 m Ablage. Die Landmarke war erheblich größer. Also suchte er sein Beute gewissermaßen „punktgenau“ auf.

Fahrbare Kanzel mit drei Luken auf der einen Seite, Klappbett und Luke auf der Gegenseite auf dem weiten Rapsfeld

Ricke, .30-06-Lutz Möller Geschoß-alt Lungeneinschuß auf 150 m, nach dem Fund für das Bild umgedreht, genau über dem Herzen

Ricke, .30-06-Lutz Möller Geschoß-alt Lungenausschuß auf 150 m genau über dem Herzen, Fundlage, mit Schweiß

Ricke, .30-06-Lutz Möller Geschoß-alt Lungenausschuß auf 150 m genau über dem Herzen, Schweiß in Fundlage

Ricke: .30-06-Lutz Möller Geschoß-alt Lungendurchschuß auf 150 m über dem heilen Herzen, große Herzgefäße und Lungen nah bei zerstört

Ob die Ricke nach dem Treffer noch ein paar Sätze machte, läßt sich nicht sagen, da dem Schützen der ungewohnte Gummibalg am Okular gegen die Brau stupste, der deswegen mit dem Auge zwinkerte und deshalb das Tier nicht fallen sah. Um zu beobachten sehen gute Schützen durch den Schuß durch und halten auf das Ziel nach! Da die Ricke auf der Einschußseite lag und neben dem Tier deutlich erkenntlich Schweiß auf dem Boden verstreut war, wird sie wohl noch ein, zwei Sätze gemacht haben. Nicht daß eine Schweißfährte für eine Nachsuche erforderlich gewesen wäre, aber da war sie halt mal. So deutlich fiel die aus, weil das recht schnelle Teilzerlegungsgeschoß Lutz Möller Geschoß die Lungen gerade oberhalb des Herzens zerstört hatte. Dort liegen dessen große Zu- und Abflußadern, aus denen dann entsprechend viel Blut rausspritzt und durch den 2 - 3 cm Ø Ausschuß seinen Weg in die Landschaft fand.

Lutz Möller Geschoß Hirschlunge

So wirkt ein Lutz Möller Geschoß in 335 m auf eine Hirschlunge

Blattschuß

Treffer auf das Schulterblatt vor der Kammer soll vermieden werden. Näheres siehe hier unter Bluterguß#Blattschuß

Leberknotenschuß

Wird Wild mit einem härteren Geschoß ausreichender Flächenlast spitz durch den Leberknoten (die Stelle an der die Leber am Zwerchfell hängt) beschossen, treten mehrere Wirkungen auf.

  1. Je, ob der spitze Treffer von hinten oder vorn angetragen wurde, schießt die Kugel in der Kammer ein- oder aus, behindert die Atmung. Im Geräusch, der Lunge, entsteht ein Loch, Lungenzusammenfall behindert die Atmung physisch, Blut in die Kammer austritt.

  2. Das Zwerchfell wird durchschossen, behindert die Atmung nervlich, denn das Zwerchfell wird auch als Lufdruckfühler für die Atmung benötigt; ist sehr druckempfindlich, geradewegs mit der Atemsteuerung verbunden. Leberknotenkugelschlag stört diese Steuerung. Dem Wild bleibt die Luft weg. Denke an den berüchtigten Schlag in die Magengrube auf den Sonnenfleck. Die Nervenwirkung beschleunigt den Atemhaltetod.

  3. Aufgrund hohen Widerstandes im Gescheide (hintere Körperhöhle) drückt das Geschoß stark. Der Druck schiebt die Leber Richtung Zwerchfell, zerstört sie teilweise durch innere Überdehnung. Die geschädigte Leber ist stark durchblutet. Sie zu öffnen, fällt daher den Blutdruck leidverkürzend tödlich ab.

Der Leberknotenschuß eignet sich besonders für härtere Geschosse, verlangt vom Schützen sein Wild innerlich gut zu kennen und sich in all seinen Winkeln innerlich räumlich vorzustellen. Der Vorteil gegenüber dem Herzschuß ist, auch ein leicht fehlerhafter Treffer wird gute Wirkung erzielen, da jene die Leber zerreißende druckverursachte Bewegung hinter dem Zwerchfell weiter reicht, als das Herz groß ist. Schade, daß dabei immer ein wenig Leber verloren geht. Die eigentliche Todesursache bleibt letztlich Sauerstoffmangel im Hirn. Für das Wild ist der Leberknotenschuß, des Blutdruckabfalles wegen, ein eher leidarmer Tod. Man muß nur gut schießen können.

Manch Veterinär sagt, der Leberknotenschuß kann nicht mit säugermäßigem Erfolg auf Vögel angetragen werden, da Vögel kein Zwerchfell haben, auch nicht wie Säuger atmen. Vögel sind schwieriger als Säuger zu töten, da jene gänzlich verschieden aufgebaut sind. Die ziemlich einzige Weise, einen Vogel sauber zu töten, ist ihm einen Zentralnerventreffer (ZNS) anzutragen. Das Zentralnervensystem der Vögel sitzt, wie bei allem Wild, im Inneren geschützt. Ein ZNS-Treffer fordert, die Schrote sollen bis in das geschützte Innere eindringen, statt nur auf der Haut herumzutrommeln. Die Erfahrung dagegen sagt - es geht auch anders.

NervenerschütterungZielwahlKopfschußTrägerschußKarotissinusreflexHerzschußLungenschußBlattschußLeberknotenschuß SchrotDruckwelleGutes WildpretAusschweißenSchweißfährteFluchtstreckenIrrglaubenSchnell oder langsam?NervenwirkungVagusnervBlutergußHerzschlag

Schrot

Hallo! Ich bin gerade auf der Suche nach der Antwort wie Schrotschüsse auf wirken. Also bin ich wieder auf der Suche nach dem sagenumschriebenen Nervenschock. Soweit ich die Sache überblicken kann, halte ich das ganze für ein Mythos. Jdoch kann ich keine wirkliche Alternative anbieten. Warum stirbt der Hase nach einem Schrotschuß, auch wenn keine letalen Treffer mit dem Schrot erzielt wurden. Ich bitte mich aufzuklären!

Gruß Kilian Keßler

Viele gleichzeitig unter und in der Haut den Wildkörper treffender Schrote töten, ohne lebenswichtige Organe getroffen zu haben, sofort! Wenn dagegen nur wenige Schrote gleichzeitig das Wild erreichen, entfällt jene tötende Wirkung.

Schrote töten ebenso wie eine Kugel, sagen die anderen. Die Schrote müßten ebenso wie bei der wie bei der Büchse lebenswichtige Körperteile erreichen und zerstören, damit das Wild stirbt . Unbestritten ist: Wenn man kleines bewegliches Wild jagt, erhöhen Schrote die Chance das Wild an eben diesen Organen zu treffen zu. Man nimmt Schrote nicht nur, um anders zu töten, sondern auch um leichter zu treffen. Erfahrung sagt: Schrote genügender Deckung töten, ohne einem Büchsenschuß entsprechend hinreichende Verletzung zu verursachen. Mit mittleren Schroten um die gut 3 mm lassen sich Rehe bis 20 kg und Wolfe bis 40 kg ganz fix auf die Seite legen. Die Ursachen sind mir noch unklar. Drei Zeugnisse folgen:

Thorsten Bick

Aus den Erfahrungen der letzten Jahren kann ich allerdings versichern, bei den meisten Tauben ließen sich die 2,4 bis 2,7 mm kleinen Schrote aus dem Gefieder schütteln. Nur bei der Hälfte Tauben waren ,,richtige" Einschüsse, deren Schrote zum Großteil in der Brustmuskulatur steckte, zu verzeichnen. Wie hoch der Anteil derjenigen Tauben, die runterfielen, weil sie den Pfropfen (oder eine Schrotkugel) an den Schädel bekommen haben und sich beim Absturz das Genick brachen, war, kann ich leider so nicht sagen ...

Max Fellner

Bei Hasen fallen die Schrote, weil die 3,5er doch unter die Haut gehen, zwar nicht gerade aus dem Balg heraus, aber keines dieser einzelnen Löchlein verursachte eine ernsthafte Wundwirkung, außer, die Lunge wurde getroffen. Dann soll der Jäger unbedingt, schon rein aus Mitleid, noch mal nachschießen,.

Nach, von W. Lampel bearbeiteten, Hafglund & Claesson: ,,Die Jagdwaffe und der Schuß"

Balgt man einen Hasen, der auf größere Entfernung, z. B. 35 bis 40 m, mit 3 mm Schrot geschoßen wurde, ab, erkennt man, Schrotschüsse wirken grundsätzlich anders als Büchsengeschoße. Solche zeigen die andersartige Wirkung noch deutlicher als 3 mm Schrot. Dicht unter dem Balg finden sich 11 oder 12 Schrote, deren keines, selbst tiefer eingedrungen, wichtige Organe wie Herz, Leber oder Lunge erreichte oder schädigte. Unter dem Balg sind als Wundwirkung lediglich, um das eine oder andere Trefferschrot herum, kleine Blutergüsse festzustellen. Dessen trotz lag der Hase im Schuß!

Was tötete ihn? Als gleichzeitig einige Schrote erheblich auf die unter dem Balg liegenden Nervenenden prallten, tötet der Schlag den Hasen. Viele Nerven wurden gleichzeitig so übergewöhnlich reizend geschlagen, daß des Hasen Leben verlosch.

Folgender Vergleich mag obige Behauptung beweisen: Ein Arzt streckte einen wildernden terriergroßen Hund auf 27 m mit 2½ mm Schrot augenblicklich. Der Bösewicht verendete sofort. Im fachkundig fein zerwirkten Opfer fand sich in keinem lebenswichtigen Organ auch nur ein Schrot!

Der Arzt verschaffte sich alsdann einen ebensolchartigen und -großen Hund, chloroformierte den, setzte damit dessen Empfinden außer Kraft, beschoß das Tier unter denselben Verhältnissen, wie den wildernden Hund vorher, mit 2½mm Schrot. Der betäubte Hund verendete durch die Garbe nicht. Er lebte in dem Maße indem die Betäubung nachließ wieder auf. Dessen leichte Wunden verheilten schnell.

Also wird angenommen, der Schuß wirkte nicht, weil auf das chloroformierte unempfindliche Nervensystem des Betäubten traf.

Vorausgesetzt jedes Trefferschrot reiche aus das Wild kräftig zu schlagen, wirkt solch Schlag dennoch nur, wenn hinreichen viele Schrote gleichzeitig treffen. Die Schrotgröße begrenzt die sofort tödlich wirksame Schußreichweite 2½ mm Schrot reicht auf 30 m und größere Ferne nur noch für kleinstes und schwächstes Wild.

Je kleiner das Schrot bei gleicher Ladung gewählt wird, desto größer wird deren die Körnerzahl, in deren Folge mehr Treffer auf eine bestimmte Zielfläche zu erwarten sind. Je kleiner das einzelne Schrotkorn ist, desto kürzer sinkt dessen Flugschnelle, desto weniger wirkt es weit in der Ferne. Deshalb nimm für größer Weiten größere Schrote, sofern die Ladung noch ausreichend deckt.

Zwar kann man annehmen, ein großes, tief in das Wild eingedrungenes Schrot, töte gleich zwei oder drei kleineren auf die Nerven treffende Schroten, muß aber bedenken, auf gleicher Fläche treffen wenige große Schrote weniger, als viel kleine Schrote. So muß also sehr ungewiß bleiben, ob von einem der wenigen großen Schrote ein kleiner Tierkörper überhaupt getroffen werden wird. Wenn glücklicherweise das Tier tatsächlich getroffen wird, dann bleibt immer noch fraglich, ob das eine große Schrot an einer Stelle, von der aus dieser einzige Treffer auch um zu töten in ein lebenswichtiges inneres Organ, gelangt, sitz. Gerade mit zu grob gewählten Schroten, wird auf größer Entfernung viel Wild zu Holze geschossen.

Sofern nicht aus nächster Nähe geschossen wird, wirkt ein Schrotschuß nur auf Vögel und kleines Haarwild. In Schweden werden vor dem Hund massig Rehe erfolgreich mit Schrot geschossen. Größeres Wild widersteht mit dickerer Schwarte den durch Schrote zugefügten Verletzungen. Anders sieht die Sache aus, schießt man nah, z. B. auf angreifende Leoparden. Bei wenigen Metern Zielentfernung dringt die noch fast gebündelte Ladung tief in das Ziel ein. Solch Schrotnahschuß wirkt wie ein ,,gemischter" Kugel-Schrot-Schuß

Zur Frage, ob wenige große oder viele kleine Schrote dem Wild gerecht werden, läßt sich ausführen

  1. Auf mittlere Weite wirken kleiner Schrote besser als grobe. Auf Hase ist hier 3 mm günstiger als gröbere.

  2. Auf größere, für kleinere Schrot höchstzulässigen, Schußweite, ist immer das gröbere Schrot vorzuziehen.

  3. Auf größte Schußentfernung kommt kleineres Schrot, als für die Wildart üblich, überhaupt nicht in Frage. Gröberes, als das übliche, kann das Wild gelegentlich zur Strecke bringen, schließt leider das Wagnis, nur ein oder zwei Schrote treffen, töten das Wild also nicht, schießen es nur krank, daß es letztlich verludert, ein.

Kommt das Wild zum Jäger oder flieht es ihn, bietet es der Garbe nur wenig Fläche, wird im Schuß also von entsprechend weniger Schroten getroffen. Besonders beim Schuß von achtern lähmt solch Treffer oft nur unzureichend, so daß der Hase zwar erst zusammen rutscht, aber bald wieder auf die Läufe hochkommt, zuwachsend schnell flüchtet. Dann schieße schleunigst den zweiten Schuß nach! Besondere Aufmerksamkeit erfordert der Fuchs. So manch' totgeglaubter Rotrock lebte im Rucksack wieder auf. Im Winterbalg verträgt ein Hase mehr als im sonst. Ist außerdem dessen Balg noch naß, wirken die Schrote noch weniger.

Daß ein sich bewegendes Tier leichter als sein sitzendes fällt, ist dem Jäger bekannt. Besonders Flugwild zeigt dies. Es fällt mit erhobenen Flügeln, die so den Körper nicht mehr schützen, leichter als im Sitzen, wenn die kräftigen Schwingen den Leib decken, anfliegende Schrote bremsen. In letzterem Falle wirken Schrotschüsse oft überraschen schlecht, es sei denn, zufällig träfe ein Korn genau Hals oder Kopf.

Bei der Wasserjagd bringt man eine schwimmenden flügellahme Vogel sicherst zur Strecke, indem man ihn mit feinem Schrot beschießt, weil sich so ehest Aussichten ergeben, Kopf oder Hals, die nur kleine Fläche bieten, zu treffen.

Flügeltreffer bringen ein fliegenden Vogel nur herunter, wenn ein Flügelknochen verletzt wird.

NervenerschütterungZielwahlKopfschußTrägerschußKarotissinusreflexHerzschußLungenschußBlattschußLeberknotenschuß SchrotDruckwelleGutes WildpretAusschweißenSchweißfährteFluchtstreckenIrrglaubenSchnell oder langsam?NervenwirkungVagusnervBlutergußHerzschlag

Druckwelle

In .243" W. steht:

10. .243" 4,86 g Hornady V-Max Hohlspitz Plastik Teilmantel Torpedo, V0 = 979 m/s tötete Kitz auf 80 m bei Lebertreffer sofort, gab starke Blutergüsse auf den Rippen mit großen Zerstörungen. Am Rückrat brachen durch die Druckwelle je fünf Rippen ab. Das Geschoß explodierte gewissermaßen.

Am Rückrat brachen durch die Druckwelle je fünf Rippen ab. Wie soll man sich nun die Druckwelle vorstellen? (Beispielbilder für .300" WM Lutz Möller Geschoß auf Bockkitz in 107 m) Bei 950 m/s entstehen an der Geschoßspitze etwa 4.500 bar Druck, eine Kraft von 4,5 Tonnen (= 4.500 kg) je Quadratzentimeter ergibt sich. Gewaltig! Dabei platzt das weiche Bleigeschoß fast ohne Restmasse in 0,1 - 0,4 g Bleistäube. Wasserhaltiges Fleisch und Leber spritzten zu Seite.

Anders als bei herkömmlichen breiten Kammertreffer, bedeutet der Treffersitz in Leibmitte, nicht weiche, verdichtbare Lunge gibt nach, sondern unverdichtbares Gescheide bis zur Leber setzte dem Geschoß erheblichen Widerstand entgegen. Hierin liegt ein ganz wesentlicher Unterschied.

Gescheide und Leber sind eher weiche Festkörper. Da die Scherkräfte klein (ich schätze so bei 40 kp/cm²), die Kräfte in diesem Fall dagegen sehr groß sind, ist angebracht, sich das Geschehen als Kraftwirkungen in nicht verdichtbaren Flüssigkeiten vorzustellen - zumindest anfänglich. Druck in zähen Flüssigkeiten (oder weichen Festkörpern wie Gescheide oder Leber) pflanzt sich sich der kleinen oder fehlenden Scherkräfte wegen in alle Richtungen fort; also wie eine Kugelwelle. Wenn, wie im Falle des ins Ziel getroffenen Geschosses, sich die Druckquelle bewegt, überlagern sich die Kugelwellen zu einer verjüngenden Röhre, die sich von der Geschoßbahn im Leib nach außen ausbreitet.

Ein Geschoß dieser Größe ( ~ 6 mm dick, ~ 15 mm lang) ist bereits nach ein oder spätestens zwei Zentimetern teilweise zerplatzt, der Restkörper unterschallschnell. Nimmt für dieses Geschoß sinnvoller Weise an: Trefferschnelle 950 m/s, Kaliberverdoppelung binnen 2 cm, 2,8 g Masseschwund binnen 2 cm, ergeben V0 cm = 950 m/s, V1 cm = 920 m/s, V2 cm = 826 m/s, V3 cm = 601 m/s. Blei zerstäubt über 550 m/s Zielgeschwindigkeit in Fleisch. Alle Bleigeschosse fliegen also nach wenigen Zentimetern langsamer. Kupfer hält 6-fachKräfte aus. Daher bewegen sich Lutz Möller Geschosse im Ziele auch in der Tiefe deutlich schneller. Das untere anderem begründet ihre hervorragende Wirkung.

Röhrenwelle

Kann nun mit dem Geschoßrest an der Spitze sich die mit Schallgeschwindigkeit radial im Ziel wie eine verjüngende Röhre, oder Kegeloberfläche, ausbreitende Druckwelle töten? Nein! Der Druck allein tötet nicht. Unverdichtbares Gescheide und Leber ist kaum druckempfindlich. Gewebe läßt sich auch gut dehnen. Allerdings nur bis zur Streckgrenze, dann reißt es.

Bei verdichtbarer Lunge liegen die Verhältnisse anders.

Was dem armen Kitz geschehen ist, war also folgendes. Das Gescheide und Leber durchbohrende gewichtsgeminderte Restgeschoß ( ~ 12 mm dick ~ 2 g schwer) beschleunigt Gewebe. Das Geschoß stößt Fleisch seitlich weg, hinterläßt eine kurzweilige Wundhöhle. Da in diesem Fall die kurzweilige Wundhöhle auf des Kitzes Leib bezogen sehr groß war, sicher größer als dessen Hälfte, scherte das beschleunigte Fleisch an der festen schweren Wirbelsäule auf jeder Seite fünf Rippen ab.

Der Stoß auf die Wirbelsäule kommt damit einem Krellschuß gleich, da das Rückenmark soweit erschüttert, daß die druckempfindliche Nerven reizüberflutet ihre Arbeit erst mal einstellen. Da Stück ist also unterhalb des Treffers gelähmt. Das Kitz flüchtete nicht mehr. Der selbe Stoß bewegte gleich neben der Leber auch das Zwerchfell. Da im Zwerchfell für die Atmungssteuerung wichtige Fühler liegen, kann man sich die Wirkung einen solchen Zwerchfellstoßes wie einen Hammerschlag in die Magengrube auf den Sonnenfleck vorstellen. Atemstörung oder (kurzzeitige) Lähmung sind die Folge.

Was soll ein derart getroffenes Kitz den noch machen? Krell lähmt die Hinterläufe. Zwerchfellschlag lähmt die Atmung kurzfristig. Der Brustkorb kann langfristig mangels fester Rippen (je fünf zerbrochen) unmöglich atmen. Die Leber mit ihren großen Adern ist zerschossen. In der Zeit, in der die nervenbedingten Lähmungen frühestens abklingen könnten, ist soviel Blut aus den großen Leberadern geflossen, das der Blutdruckabfall (Schock) mangels Blutdruck weitere Hirnfeingefäße nicht mehr erreicht. Ohne Sauerstoff stellt das Hirn nach 10 bis 15 Sekunden bewußte Arbeit ein. Dann kann das Stück nicht mehr flüchten wollen! Das war's. Kurze Zeit später bricht alles Leben in sich zusammen. Das Stück stirbt.

Kurzweilige Wundhöhle

Aus eigener Erfahrung scheint mir die kurzweilige Wundhöhle mindestens die halbe Körperhöhle groß sein zu müssen, um das Tier sofort mittels ZNS-Wirkung zu fällen. Beiseite gestoßenes Fleisch, oder Leber, jedenfalls nicht Lunge oder Herz, fliegt teils nach den Gesetzen des elastischen Stoßes (Energie bleibt erhalten, Masse wird beschleunigt) und teils des inelastischen Stoßes (Energie verformt, streckt, dehnt, zerreißt, erwärmt). Sofern die kurzweilige Wundhöhle sich über die möglichen umkehrbaren Grenzen dehnt und streckt, reißt das überspannte Gewebe, verbraucht Energie. Die kurzweilige Wundhöhlen dehnt sich verhältnismäßig zur eingetragenen Energie aus, also wächst der Durchmesser einer Röhre mit der zweiten Wurzel der Energie. Bei ~ 2.700 Joule für Kitz auf Leber mit 14 cm Durchmesser würden als Analogie mit etwa 15,3 Joule /cm² bei größerem Wild für die gleich Wirkung folgende Energieeinträge fordern:

Weichschußrechner

Trage hier die Wilddicke in Zentimetern ein: [cm]



Dann brauchst du etwa [Joule],

um dem Stück die Rippen zu sprengen, die Wirbelsäule zu erschüttern, und es damit an den Platz zu bannen bis es, ohne je wieder hochzukommen, an seinen Verletzungen stirbt!

Beispielbilder für.300" WM Lutz Möller Geschoß auf Bockkitz in 107 m

Der Weichschußrechner, obwohl zutreffend, soll nicht dahingehend mißverstanden werden, als würde ich solche Treffer empfehlen. Für größeres Wild würden Waffen für derartige Tötweise unhandlich, sprich man sollte doch ein gewisse Zielwahl vornehmen, statt einfach hinten drauf zu halten! Dieser mit .30-06 ( ~ 4.000 J) und Bleigeschoß weich getroffen Frischling (~ 20 cm dick) flüchtet etwa 2,5 km. Dieser weich 300 m.

Dauerhafte Wundhöhle.

Die dauerhafte Wundhöhle nimmt Raum, der etwas größer als die Fläche des abgeplatteten Geschosses mal seiner Eindringtiefe ist, ein. Anders als viele Autoren meinen, entscheidet nicht deren Größe, sondern deren Lage über deren Wirkung; sprich, wenn wesentliche Nerven, Gefäße oder Organe getroffen sind, wirkt die Verletzung schnell oder schwer; werden nur Muskeln getroffen (z.B. beim Keulenschuß), wird das beschossenen Tier nicht alsbald gestreckt, sondern nur krank und verludert, oder kann im glücklichen Falle die Wunde ggf. überleben und ausheilen.

Schluß

Alle besonderen Wirkungen auf das ZNS sind mit einem Kugelschuß einerseits nur bei gut getroffenen Rückenmarkstreffern zwischen Stammhirn und Schulter (teils auch weiter hinten) bestimmt vorhersagbar, oder bei im Verhältnis zum Wild sehr großen kurzweiligen Wundhöhlen zu erreichen. Siehe 6,5x65 Trägerschuß. Der Schrotschuß wirkt bei genügender Deckung ebenfalls auf kurze bis mittlere Schrotschußentfernung ebenfalls sofort. Sprich man könnte auch Frischlinge mit Schrot schießen.

Abweichungen

das gelegentlich plötzliche Wirkungen durch besondere Treffer erreicht werden, bleibt unbestritten. Allerdings sind die empfindlichen Stellen noch schwieriger als die Wirbelsäule zu beschießen, scheiden als gewöhnliche Ziele also aus. Eine Zwitterstellung nimmt der von vorn spitzwinklig angetragen Leberknotenschuß ein. Wenn die Leber platzt, schlägt die Druckwelle aufs anliegende Zwerchfell durch. Das Zwerchfell wird auch als Lufdruckfühler für die Atmung benötigt; ist einerseits sehr druckempfindlich, andererseits geradewegs mit der Atemsteuerung verbunden. Leberknotenkugelschlag stört diese Steuerung. Dem Wild bleibt die Luft Weg (Denke an den berüchtigten Schlag in die Magengrube auf den Sonnenfleck) Der Atemhalttod wird also beschleunigt.

Lies bebilderte Beispiele in Kraftstoß

NervenerschütterungZielwahlKopfschußTrägerschußKarotissinusreflexHerzschußLungenschußBlattschußLeberknotenschuß SchrotDruckwelleGutes WildpretAusschweißenSchweißfährteFluchtstreckenIrrglaubenSchnell oder langsam?NervenwirkungVagusnervBlutergußHerzschlag


Gutes Wildpret

hej Lutz,

letztes Jahr schrieben wir miteinander. Ich bin Claus aus Dänemark. Ich arbeite jetzt in Scotland als Hilfsförster. Wir schießen 300-400 Stk. Rotwild und Sika und zu letzt ein bißchen Rehwild. Ich habe mein Dienstgewehr ( Blaser R93 ) .243 Win mit Federal 6,5g TMS. Das ist ganz gut für alles, denn wir können auf den guten Schuß warten, da wir jeden Tag im Revier sind. Wir schießen meist Kopf- und Hals, weil die Hotel- und Restaurantbesitzer gern solch Wild, daß nur im Kopf getroffen und das andere Fleisch nicht beschädigt wurde, kaufen. Die anderen werden für einen festen Preis an den Wildhändler verkauft.

Beste Grüße, Claus Nielsen Med venlig hilsen Betina & Claus Nielsen

Der Treffersitz bestimmt die Wundwirkung mehr als alles andere. Nur Kopf- und Trägerschuß vermeiden Blutgerinnsel außerhalb des eigentlichen Trefferbereiches. Daher ist über die Patrone und Geschosse, die jene verursachten, zu reden müßig. Die größten Blutergüsse, die ich je an einer Rehkeule sah, stammten von einem Terrier, der das laufkranke Stück vorher niederzog, aber nicht tötete. Solange das Herz pumpt und die Nerven leiten, können großflächige Blutgerinnsel entstehen. Nicht die Zielwirkung bewirkt die, sondern vielfach verstrickte Lebens- bzw. Sterbeerscheinungen. Die genau vorherzusagen übersteigt meine Fähigkeiten bei weitem. Ich kenne sonst allerdings auch niemanden, der das könnte. Den ,,Brand" auf gewisse Geschosse oder Patronen zurückzuführen, greift jedenfalls zu kurz.

Hallo Lutz,

Leider hat die Suche nach einem Wechsellauf R93 in 5,6x50 Mag. noch keinen Erfolg gebracht. Aber mit der 8x68S läßt es sich auch sehr gut jagen! (s. Bilder) Die 4 Jungfüchse habe ich binnen einer dreiviertel Stunde auf einer gemähten Wiese geschossen. Hier wäre ein leiseres Kaliber – wegen der Nähe zu den Häusern – besser gewesen.

Am 1. August wurde in dem Revier, in dem ich wohne und früher gejagt habe, ein Schlag mit 11 ha Raps gedroschen. Nach 3,5 Stunden in praller Sonne mit Bremsen ohne Ende stand plötzlich ein Jungfuchs 5 m vor mir. Büchse hoch – sauber unter durch! Solch ein Schuß „schult” ungemein und vorbei ist immer der zweitbeste Schuß.

Dann waren nur noch 10 m breit Raps über, und der Mähdrescher kam auf mich zu. Ich saß am Kopfende an einer Ecke. Auf ~ 80 Schritt kamen 2 gescheckte Überläufer flüchtig im rechten Winkel aus dem Raps. Hoch vom Hocker, angebackt und Rumms – der erste rolliert wie ein Hase. Repetiert und wieder fliegen lassen – der 2. rolliert auch! (~ 100 Schritt Entfernung und die Stoppel einen halben Meter hoch). Dann habe ich mich wieder gesetzt, um mich von dem „Schrecken“ zu erholen und nachzuladen. Daraus wurde aber nichts. Auf ~ 30 Schritt kamen noch 2 Sauen aus dem Raps und blieben aber stehen. Büchse hoch – gewartet, bis die Sauen frei standen – und noch ne Dublette geschossen! 4 Sauen innerhalb einer Minute! (Gewichte von 43 bis 74 kg – alles Überläufer!)


Lutz Möller Geschoß streckt, aber entwertet nicht

4 Füchse und 4 Sauen mit dem Lutz Möller Geschoß aus der 8x68S


Die ersten beiden Sauen habe ich im Rücken erwischt. Dadurch lagen beide sofort. Die Ausschüsse waren wieder erfreulich klein! (s. Fotos) Beim Zerwirken war das Ergebnis auch hervorragend und für die Mitjäger nicht zu glauben, keine Hämatome im Rücken und kaum Wildpretverlust!

Mit Waidmannsdank und Gruß, Burkhard B., Dienstag, 17. August 2004 10:43

Waidmannsheil, Burkhard!

4 Sauen innerhalb einer Minute sind ja ein tolle Nummer. Die 4 Füchse auch, selbst wenn deine „Nahkampfleistung” noch gesteigert werden könnte ☺! Da sage mir noch mal einer, die 8x68S sei schwierig zu führen, oder zu groß. Du bewiesest dem Zweifler an der deutschen Magnum mit Sau und Fuchs, oder mittel und klein, daß die gute deutsche 1939er Patrone sehr wohl das Zeug zur weltweiten Einheitspatrone hat. Die Stücke lagen und das Wildpret ist gut erhalten. Jägerherz, was willst du mehr? Rasanz für Afrika? Die bringen Lutz Möller Geschosse mit ihrer guten Aerodynamik aus der Patrone allemal!

Danke für deine Geschichte und die Beweisphotos!

Lutz Möller,

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Ausschweißen

Hallo Lutz,

Ich führe schon seit langer Zeit eine Krico im Kaliber 5,6x50. Aufgrund der excellenten Präzision habe ich allerdings alles Wild damit nur durch Kopf- und Trägerschuß zur Strecke gebracht. Die durchschnittliche Schußentfernung lag dabei bei 60 m. Schüsse über 130 m habe ich in meiner 13jährigen Laufbahn noch nie anbringen müssen. Durch den Vortrag eines jagderfahrenen Metzgermeisters während eines örtlichen Schwarzwildsymposiums bin ich jedoch jetzt ins Grübeln gekommen. Inhalt seines Referats war die bestmögliche Ausschweißung des Wildprets beim Schuß und der anschließenden Auskühlung. Dabei wurde erwähnt, daß Herz-, Kopf- und Trägerschüsse (bei Durchtrennung des Rückenmarks) die Blutkreislauffunktion schlagartig ausschalten, so das der in den Gefäßen befindliche Schweiß nicht ausgepumpt werden kann. Das dies stimmt, kann ich aus Erfahrung bestätigen. Deshalb möchte ich jetzt Versuche mit Schüssen machen die sehr hohen Blutverlust in kürzester Zeit verursachen, unter anderem auch Dein beschriebener Leberknotenschuß. Ideal wäre natürlich ein Schuß direkt durch die Aorta ohne das Herz zu verletzen, aber der würde nur durch Schuß auf den Stich oder spitz von hinten mit Eintritt direkt hinter dem Blatt möglich.

Zu diesem Zweck möchte ich Geschosse mit großer Tiefenwirkung und geringer Splitterwirkung einsetzen. Mittlerweile gibt es ja eine ganze Reihe von Anbietern solcher Geschoße, aber Deine Kupferjaggeschosse machen auf mich den optimalen Eindruck.

Herzliche Grüße, Martin Liebhard, Samstag, 21. Mai 2005 19:05

Martin,

wie in „Was verursacht Herzschlag?“ beschrieben, schlägt das Herz auch nach einem Kopf- oder Trägerschuß noch ein Weile weiter, bis der Sauerstoffvorrat im Blut und Herzmuskel verbraucht ist und das Herz deswegen zu schlagen auf hört und mangels Versorgung stirbt. Dein Vortragender irrte in seiner diesbezüglichen Aussage. Kopf oder Trägerschüsse unterbinden die kopfgesteuerte Atmung sofort, nicht aber den Herzschlag. Weise den Mann bitte darauf hin, oder besser noch gib mir seinen Namen und Rufnummer durch, damit ich ihn anrufe und das richtigstelle. Schließlich müssen die Jäger richtig belehrt werden.

Gleichwohl hat er natürlich recht, daß Kopf- oder Trägerschüsse das Wild nicht durch den Schuß ausschweißen, sondern erst durch den kurzfristig zwingend erforderlichen Schnitt durch ein großes Blutgefäß, z. B die Brandadern an den Keulen. Brich also das mit Kopf- oder Trägerschuß getötet Wild unverzüglich auf, öffne die Brandadern und hänge es auf, daß es kühlt und ausschweißt. Soll das Wild nicht vor Ort aufgebrochen werden, öffne die Halsschlagadern und hänge da Wild ebenfalls ein Weil auf, aber kopfüber, dann schweißt es ebenfalls aus.

Kupferjaggeschosse sind für den hochwirksamen Leberknotenschuß sehr geeignet. Die Leber als stark durchblutetes Organ mit bietet dem Lutz Möller Geschoß festen und tiefen Zielwiderstand für besten Wirkungsquerschnitt und starke Verwundung. Allerdings schweißt Wild mit Lungen- oder Herzschüssen ebenfalls innerlich meist ebenfalls vollständig aus, so daß nicht unbedingt die Leber zerschossen werden muß. Der Leberknotenschuß meiner Meinung nach eigentlich nur bei spitzen Winkeln und größeren Entfernungen die beste Wahl. Ich selbst esse gern gebratene Leber mit Äpfeln, Zwiebeln und Kartoffelbrei, so daß es mir um die zerschossen Leber leid tun würde.

Gruß Lutz, 22. Mai 2005

Hallo Herr Möller,

erstmal möchte ich ihnen ein Lob aussprechen: Ich bin mit der Wirkung des 7 u. 7,62 Lutz Möller Geschoß super zufrieden. Nahezu alle Stücke (und es waren schon ~ 30) ob Reh oder Sau lagen direkt am Anschuß. Ich habe allerdings auf die Schweinchen festgestellt, wenn die kurz (bis 20 Meter) an den Kirrungen geschossen werden und die Stücke am Anschuß ausschlegeln, wird ziemlich viel Schweiß in das Fleisch um die Schußwunde gepumpt(bei nicht Herztreffer, es waren meist Schüsse hinter den Teller), liegt das an der hohen Geschoßgeschwindigkei? Bei gleichen Treffersitz auf 100 Meter habe ich diese Auswirkung nicht.

Christian Krug, Freitag, 20. April 2007 10:27

Tag Herr Krug,

das liegt nahe zu vermuten, ist aber ohne vernünftige Bilder nicht zu klären. Bei einem Trägerschuß müssen Sie wissen, schlägt das Herz noch ein ganze Weile weiter bis der Sauerstoff im Blut verbraucht ist. Die kopfgesteuerte Lunge wird nach durchtrenntem Rückenmark nicht mehr angeregt, aber das Herz schlägt selbsttätig weiter, solange es noch nähr- und sauerstoffreiches Blut gibt. Es pumpt durch die verletze Gefäße das Blut in Freie oder in vorhandene Zwischenräume. Die Zielgeschwindigkeit spielt für die Verletzung eine Rolle, aber beim Lutz Möller Geschoß mit bauartbedingt immer gleicher Splittermenge, deutlich weniger als bei der Bleiernen Sippe.

Waidmann heil, Lutz Möller,

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Schweißfährte

An einen gepirschten Stück Rotwild konnte ich gestern mit der 9,3x64 mit 9,3 mm Lutz Möller Geschoß noch mal das „Geheimnis der Schweißspur“ lüften. Ich schoß sehr tief (Herzschuß) und schon, mit Hilfe der gnädigen und Gott sei dank allgegenwärtigen Schwerkraft, troff das aus dem Blutkreislauf freiwerdende Blut ab Anschuß sofort durch den unteren Abfluß nach draußen. Ich nenne das den „Badewannentrick“, der nebenbeigesagt überhaupt kein besonders Geschoß verlangt. Man muß den Abfluß nur unten abringen, dann erledigt die Schwerkraft den Rest. Sind Ein- und Ausschuß weiter oben, muß die Kammer erst bis zum Rand gefüllt werden, bevor nennenswerte Schweißmengen, herausfließen können, da sie ja nicht herauffließen.

<Witz an> Dabei könnte man am Berg vielleicht noch einen Bergauf- oder und Bergabausschuß, der das Gefälle mit berücksichtigt, anbringen, aber davon verstehe ich als Flachländer nichts. <Witz aus>

LM: Hier an der Schotterkurve erfolgte der Bergabtreffer auf der Gamsjagd 2007!

Gruß aus der Steppe, die dieses Jahr mit viel Regen eher eine grüne Hölle ist.

Lutz Möller, 8. August 2005

Der sich keiner guten Zielwahl befleißigt, sondern duch die Blätter schießt, muß sich nicht wundern, wenn flüchtende Stücke durch die Bewegung der Läufe den Ein- und Ausschuß im Laufen wieder die meiste Zeit, oder den meisten Winkel, wieder verschließen und erst nach 10 oder 15 Metern vornehmlich aus dem Äser schweißen.

Lutz Möller, Monatg, den  15. August 2011

Schweiß gewünscht | Lutz Möller Munition liefert Schweiß | Donnerstag, den 18. August 2011 

Bluterguß ist umgezogen. Lies hier weiter!

Unterschiedliche Schußwirkung

sieh auch Verschiedene Treffer → Verschiedene Wirkungen

Moin Lutz,

es gibt neben den zahlreichen bei Dir benannten Faktoren (und den sicher noch zahlreicheren uns unbekannten Faktoren) einen weiteren wesentlichen Grund für die zum Teil erheblich unterschiedlichen terminalballistischen Wirkungen (und hier insbesondere die beobachteten Hämatome) gleicher Geschosse: Je nachdem ob der Treffer und damit die Gewebezerstörung in der Systole oder Diastole stattfindet (also dem Blutdruckmaximum bzw. -minimun im Gefäßsystem), sind unterschiedliche Hämatome zu erwarten oder zumindest möglich. Dieser Aspekt ist in der Gerichtsmedizinischen Forensik bekannt (siehe hierzu u. a. Di Maio, Gunshot Wounds, CRC Press, 1999). Das „fällt-mit-kleinem-Loch-rein-und-kleinem-Loch-raus-immer-tot-um-und-hat-nie-eine-wesentliche-Gewebezerstörung-Geschoß“ wird es wohl nie geben.

Gruß, Prof. Dr. Dr. Hugo Montag, 20. Juli 2005

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Fluchtstrecken

Jäger wollen gutes Wildpret und kurze Fluchten. Welche Schüsse wirken schneller, Lungen-, Blatt- Herz- oder andere Schüsse?

Lungenschüsse weit hinten in die Kammer ohne Herz oder Leber zu berühren sollte man nur mit schnellen Geschossen antragen, da < 900 m/s VZiel langsame Geschosse nur kleine Lungenverletzungen bewirken, die kaum schnell Blut in die Kammer abfließen lassen. Der Blutdruck bleibt noch lange erhalten. Das getroffen Tier ist somit zwar lebensgefährlich verletzte, aber nicht unmittelbar verhindert zu sehen und zu laufen. Genau das wird es in den meisten Fällen dann tun, nämlich flüchten.

Bei kleinen Tieren wie Reh oder Fuchs können nur für breite Kammerschüsse durch die dünne Kammerwand noch platzenden Bleigeschosse verwandt werden, siehe Bleierne Sippe. Binnen 1 - 2 Zentimeter Eindringtiefe explodierende Bleigeschosse stauben Blei in die weiche Lunge. Der schnelle Staub verwundet die weiche Lunge. Durch die großflächige Lungenwunde fließt an den zerrissenen Adern Blut in die Kammer, der Blutdruck fällt, Sicht und Bewußtsein schwinden. Das getroffene Tiere wird bei hinreichendem (> ¼ Vorrat) Blutverlust erst blind, dann bewußtlos und deshalb fallen. Danach stirbt es.

Bei größeren Tieren (Sau, Hirsch) dringen schnelle, weiche Bleigeschosse nicht tief genug ein, um sicher zu wirken. Die Gefahr die Getroffenen nur oberflächlich zu verletzen und elendiglich verludern zu lassen ist zu groß, insbesondere bei spitzen Schüssen, um solche Schüsse zu wagen! Während im Winter Sauen im Feist solche Verletzungen zwar möglicherweise ausheilen und überleben könnten, würden dagegen im Sommer derartig geschunden Tiere bei lebendigen Leibe von Fliegemaden und in der dadurch offen bleibenden Wunde von Bakterien oder Pilzen befallen und an dem Befall (Infektion) sterben. Bei jeden Geschoß für ein bestimmtes Wild muß also unbedingt auf hinreichende Tiefenwirkung geachtet werden, damit das Geschoß auch das innen liegende Ziel (Herz, Hirn, Rückenmark) erreicht. Bei Lutz Möller Geschossen ist die Eindringtiefe in Zentimetern für die jeweiligen Jagdpatronen angegeben.

Eine langsame Kugel durch die Kammer bewirkt einen anderen Tod, nämlich den langsamen Erstickungstod. Sofern die Kammer mittels eines Geschosses oder durch eine kalte Waffe beim Abfangen geöffnete wird, fällt die Lunge mangels Druckunterschied zwischen innen und außen in sich zusammen. So erlischt die Atmung. Zu ersticken dauert länger, als durch schnellen großen Blutverlust (Schock) das Bewußtsein zu verlieren. Blattschüsse öffnen die Geschosse schneller als Kammertreffer. Die Wundwirkung des Blattschusses hängt davon ab ob im Inneren nur die Lunge oder auch das Herz getroffen wird, sowie ggf. der Nervenwirkung. Mehr dazu siehe bei Zielwahl!

Der Herzschuß, besonders oben an den großen Gefäßen und Nerven, bewirkt schnellen Blutverlust, Blutdruckabfall, aber auch ein großen Fluchtreiz. Ins Herz geschossen Sauen rennen oft wie die angestochene Schweine los. Mehr dazu siehe bei Zielwahl!

Blattschüsse mit Bleigeschossen sind für das Wildpret wegen oberflächlicher Zerstörungen nicht so günstig. Auch sie verursachen ein großen Fluchtreiz.Mehr dazu siehe bei Zielwahl!

Wie weit kann ein getroffenes Tier denn nun gezielt flüchten?

So lange es noch sehen kann und bei Bewußtsein ist, also das Hirn noch arbeitet, lautet die Antwort. Die dünne feine Netzhaut im Auge speichert am wenigsten Sauer- und Brennstoff (Adenosintriphosphat). Beides führt das Blut zu. Die Netzhaut im Auge hat sehr feine Kapillaräderchen, die der Blutströmung somit einen großen Widerstand entgegensetzten. Damit genügend Blut durch die feinen Äderchen fließen kann, muß hoher Blutdruck anstehen, Herz und Blut vorhanden sein und kräftig gepumpt werden. Das Auge ist auf die beste Blutversorgung angewiesen. Sofern der Blutkreislauf verletzungsbedingt aber ausblutet, sinkt der Blutdruck. Ab geschätzt etwa ¼ verlorenem Vorrat langt der Blutdruck nicht mehr hin, die Netzhaut zu versorgen, das Tier erblindet. Das Tier rennt in der Flucht gegen Hindernisse. Kurz darauf versagt auch die nicht mehr genügend versorgten äußeren Hirnschichten ihren Dienst, das Tier verliert sein Bewußtsein, damit schwindet auch jeglicher Schmerz. Die niederen Hirnschichten und autonomen Funktionen in Rückenmark, Organen und Gliedern halten mit ihren größeren Speicherfähigkeit noch etwas länger durch. Aber ohne Blut stirbt das Tier mit all seine Teilen schließlich ganz.

Herzschuß Sofern ein Tier, sagen wir mal, 36 km/h rennen kann (Ein Hase ist doppelt so schnell) legt es in der Sekunde 10 Meter zurück. Auch ganz ohne Herz kann das Auge noch etwas 10 Sekunden gucken. In den 10 Sek. kann ein mit gelungenem Herzschuß getroffenes Tier, dessen Blutversorgung sofort zerstört wurde, also noch 100 m flüchten. Davon beißt die Maus den Faden nicht ab. Nach einem Herzschuß will das Tier meist auch flüchten

Lungenschuß Ein Lungenschuß, besonders mit einer langsamen Geschoß, berührt den Blutdruck kaum, weil das Blut durch die leine Wunde nur langsam abfließt. Das Tier erstickt nur langsam. Sofern es schnell flüchtet ( . . . und warum sollte das getroffene Tier da nicht tun?) benötigt es bei der großen Anstrengung viel Sauerstoff. Nehmen wir an, es können noch 20 Sekunden flüchten, dann folgen bei 10 Metern in der Sekunde aus der Geschwindigkeit und Fluchtdauer noch 200 m Fluchtstrecke. Ich habe schon aus der bummeligen 8,5x63R mit einem Barnes X-Geschoß durch die Kammer mit Ein- und Ausschuß getroffene Frischlinge 300 m weit flüchten erlebt. Das waren dann wohl ½ Minute Flucht. Da man weiß, wie lange z.B. Perlentaucher ohne zu atmen körperlich angestrengt arbeiten können, nämlich mehre Minuten, allerdings ohne verletz zu sein, sind sogar noch längere Todfluchten vorstellbar. Deshalb soll ja auch immer ein brauchbare Jagdhund zur Verfügung stehen, um ggf. bei länger Nachsuche schnell und erfolgreich die Beute zu finden. Darum geht es ja schließlich. Nach eine Lungenschuß will das Tier oft nicht flüchten, jedenfalls dann nicht wenn es den Jäger ansonsten nicht bemerkt hat. Das heißt wenn man unvorsichtige Rehe auf 50 m beschißt, werden die meist laufen wollen, weil sie den Jäger beim Schuß mitbekommen. Nur 100 m weiter draußen ist das nicht mehr der Fall. Dort draußen bleiben Sie nach dem Lungentreffer oft einfach stehen und sacken dann in sich zusammen und sterben am Anschuß. Ohne Fluchtreiz verspürte das getroffen Tiere keinen Fluchtwillen und bleibt am Platz!

Leberknotenschuß Der Leberknotenschuß schädigt Lunge und Leber und reizt das Zwerchfell. Während die Lungenverletzung zwar tödlich, aber nicht schnell wirkt, läuft aus einer zerschossene Leber schnell Blut aus, senkst so den Blutdruck schnell, hilft also die Flucht zu verkürzen. Auch hier muß einausreichend hartes Geschoß verwendet werden, um sowohl ein als auch aus zu schießen. Lutz Möller Geschosse gewähren Ausschuß. Neben der Kreislaufwirkung schlägt die, um die in Leber und Gescheide eindringende Geschoß entstehende, Röhrendruckwelle vom Wundtunnel weg auf das Rückenmark. Nerven sind druckempfindlich. Nervenerschütternde Schläge stören, bzw. unterbinden ihre Funktion. Der Druckschlag lähmt das Tier unterhalb, beider Leber also die fluchwichtigen Hinterläufe. Sofern das Geschoß ausreichend schnell und hart ist, fällt das Tier durch die Nervenwirkung am Anschuß, siehe Kitz bei Druckwelle. Es gibt, insbesondere bei Rehwild mit 6 oder 6,5 mm Geschossen, genügend weiter Beispiele. Der Leberknotenschuß ist also besonders bei spitzwinkelige stehenden Wild und harten Geschossen ein gutes Mittel für ein waidgerechten Schuß mit kürzeren Fluchten. Leider kostet er die leckere Leber!

Blattschuß Ein Blattschuß, sofern nicht zu hoch angetragen, besonders bei Sauen, ist bei hiesigem Wild in der Regel auch ein Herzschuß (Achtung! Bei afrikanischen Hornträgern oft aber nicht). Man achte auf vernünftige Zielwahl. Sofern nicht beide Oberarmknochen gleichzeitig zerschossen werden, kann das getroffen Tier dennoch laufen und mithin flüchten. Beide Knochen in Rehe zu treffen ist eher unwahrscheinlich. Insofern zerstört ein Blattschuß zwar viel, aber steigert die Wirkung über einen Herzschuß hinaus nicht so sehr. Mit tiefwirkenden Lutz Möller Geschossen bleibt von den Blättern mehr erhalten, als nach einer oberflächlichen Bleiexplosion.

Kopf- und Trägerschuß Kopf- und Trägerschuß bannen jedes Tier sicher an den Anschuß. So Getroffene könne nicht flüchten. Die Fluchstrecke ist Null! Insbesondere bei Kopfschüssen von vorn, z.B. auf den sommerlichen roten Bock im Getreide, ist zu bedenken, daß das Geschoß einen längeren Weg durch Knochen oder Kiefern und Zähne zurückzulegen hat, bis das Hirn, auf das es allein ankommt, endlich erreicht wird. Oberflächliche Platzgeschosse würden mit solch einem mäßig genauen Treffer nur etwas zu tief oder seitlich das Tier lediglich verletzen, ohne es zu Strecke zu bringen. Qual, Siechtum und elendigliches Verrecken, sei durch Infektion oder Verdursten wären die abzulehnende Folge mangelnder Tiefenwirkung beim frontalen Kopfschuß. Lutz Möller Geschosse gewähren nicht nur hinreichende Tiefenwirkung sondern dank Schulterstabilsierung auch schnurgerade vorwärtsstürmenden Flug durch wechselnde Hindernisse, wie erstmals im Kupferwinter 03 und später danach wiederholt eindruckvoll gezeigt.

Empfehlung Der naiv in den Jagdschulen vermittelte breite Kammerschuß ,,irgendwo drauf" ist also nur etwas für den, der sein Wild nicht von innen kennt, von Zielwahl kein Ahnung hat, um zu treffen große Ziele braucht und sich keine weiteren Gedanken macht. Kluge Jäger stellen sich das Wild von räumlich von innen vor und wählen danach eine geeigneten Haltepunkt auf ein empfindliches Ziel, nämlich Herz oder Nerven; ggf, auch Leber. Ich empfehle also bei hinreichend guten Bedingungen (Licht, Entfernung) Kopf- oder Trägerschüsse anzutragen. Trägerschüsse bei hirschartigen aber nur längs von vorn oder hinten. Sofern diese Schüsse nicht sicher angetragen werden können, sind bei breit stehendem Wild der Herzschuß, notfalls durchs Blatt, und bei spitz stehendem Wild Herz- oder Leberknotenschuß die wirksameren.

Reine Kammerschüsse in die Lunge sollten nur mit schnellen Geschossen >900 m/s VZiel angetragen werden. Langsame Geschosse können langsamen Erstickungstod auf langen Fluchten verursachen, wären also nur ein Notlösung.

Lutz Möller Geschosse bieten, anders als Bleigeschosse, geraden + tiefen Schußkanal, so daß die Schüsse aus jedem beliebigen Winkel angetragen werden können und der Schütz sicher sein kann sein, tief innen liegendes Ziel auch zu erreichen und zu zerstören, wenn er die zugesicherte Eindringtiefe berücksichtigt. Für Lutz Möller Geschoß ist sie für die jeweiligen Jagdpatronen angegeben. Bieten das irgendwelche anderen Geschoßhersteller? LM 20.5.'04

Lies auch Fluchtstreckenliste!

Wie weit wird ein getroffenes Tier denn nun gezielt flüchten?

Das bestimmt neben der Zielwahl vor allem der Abstand zwischen Jäger und Wild. Sofern der Treffer ein reiner Lungenschuß, ohne Blatt oder Herz zu berühren war und der Jäger weit weg war, also deutlich über 100 m, verspürt das Tier mangels Nerven in dem rosa Lungengewebe kaum Schmerzen und bekommt den Zusammenhang zwischen Jäger und Schuß nicht mit. Dann hat es auch kaum einen Grund zu flüchten und vor allem kennte es kein Gefahr vor der es flüchten sollte. Genau das ist der Sinn weiter Schüsse. Je weiter die Tier wegstehen, desto weniger wahrscheinlich werden Sie beim Lungentreffer flüchten, meist gar nicht. Alle andern Treffer erzeugen über die Nerven in Muskeln, Sehnenansätzen oder Knochenhaut deutliche Reiz, die zusammen mit wahrgenommener Gefahr den Fluchtreflex auslösen. Dann flüchten die Tier so weit sie können. Ihr Jäger steuert also mit eurer Zielwahl und deren Umsetzung (angewandte Schießfertigkeit) zusammen mit der Schußentfernung den Fluchtwillen der Tiere. Außer mit Kopf- oder Trägerschuß können alle Tier mit allen andern Treffern noch flüchten. Ob sie das aber wollen, liegt an euch!

Die schnellen und schnellansprechenden Lutz Möller Geschosse sind mit ihren Splittern und der flachen, gestreckten Flugbahn besonders für weite Lungenschüsse geeignet. Dank des schulterstabilsierten, schnurgerade tiefeindringenden Restbolzens wirt es auch bei allen anderen Treffern aus jedem Winkel zuverlässig, ohne deswegen übermäßig Schaden anzurichten.

NervenerschütterungZielwahlKopfschußTrägerschußKarotissinusreflexHerzschußLungenschußBlattschußLeberknotenschuß SchrotDruckwelleGutes WildpretAusschweißenSchweißfährteFluchtstreckenIrrglaubenSchnell oder langsam?NervenwirkungVagusnervBlutergußHerzschlag

Nervenwirkung

Erstrangig dürfte das von des Jägers den Schießkünsten und der Zielentfernung abhängen. Grundsäzlich ist ziemlich gleich, ob ein Tier mit einem Bogen oder einem wie auch immer gearteten Gewehr erschossen wird. Die Erkenntnis wie das Tier den Treffer empfindet, konnte bisher noch keiner ermitteln!

Teilweise sind augenscheinlich dramatische Todesszenen nur eine Ansammlung von Reflexen und unkontrollierten Muskelzuckungen, nachdem das Tier bereits handlungsunfähig oder bewußtlos ist, so z. B. beim Trägerschuß. Der klinische Hirntot ist oftmals auch bereits eingetreten. Darüber hinaus gilt wissenschaftlich anerkannt, Gehirne schalten die Schmerzwahrnehmung ab, wenn diese eine übermäßige Reizbelastung darstellen, diese also nicht mehr im vollem Umfang wahrgenommen wird => z. B. sind Unfallopfer, die nicht sofort mit Hilfe rechnen können, durchaus in der Lage sich mit gebrochenen Gliedmaßen zu bewegen. Darüber hinaus ist auch erwiesen, Schmerzen beeinflussen die zeitliche Wahrnehmung. D. h. bei starken Schmerzen vergeht die Zeit langsamer, als bei Wohlbefinden. Im allgemeinen sind Tiere gegen Schmerz unempfindlicher als Menschen. Daraus folgt, der Todeskampf eines Tieres kann subjektiv nicht eindeutig nachempfunden werden. Um dem Beschossenen unnötiges Leid zu sparen, sollten Jäger folglich das Tier möglichst schnell töten.

Grüße Rudi

Werner Strehle schrieb: Die zwölf Hirnnerven (noch mal ein Hexameter):

Schnüffler (1), schau (2), schau (3)! Schon rollt (4) Dir dreifach (5) die Abfuhr (6) ins Antlitz (7). Höre (8), Du züngelst (9) zu weit (10)! Eile herbei (11), o Hypoglossus (12)!

(1) Nn. olfactorii
(2) N. opticus
(3) N. oculomotorius
(4) N. trochlearis (trochlea=Rollhügel)
(5) N. trigeminus
(6) N. abducens
(7) N. facialis
(8) N. vestibulocochlearis
(9) N. glossopharyngeus
(10) N. vagus (vage=weit umherschweifend)
(11) N. accessorius
(12) N. hypoglossus

Guten Tag Werner,

ich bin Jäger. Daher beschäftige ich mich mit Wundwirkungen. Zwar naturwissenschaftlich gebildet, aber eben nicht in dem Fachgebiet, schwimme ich mit den Erklärungen meiner Beobachtungen. Ich habe in Punkaleidun erlebt, Weißwedelhirsche spitz von vorn vor das Blatt neben den Stich in die Kammer geschoßen, fielen sofort, während, gleichartige Tiere mit denselben Geschossen ebenfalls spitz hinter das Blatt getroffen noch flüchteten. Darauf kann ich mir weder einen Hexameter noch sonst einen Reim bilden.

Norbert Hansen Hansen meinte nun, nach Robertson, solch Geschehen könne mit dem Vagusnerv zusammenhängen. Ich bitte also um ein Erklärungen,

1. Wo der Vagusnerv verläuft?
2. Was er verbindet?
3. Welche Auswirkungen dessen plötzliche Unterbrechung wohl bewirken?

Mit freundlichem Gruß, Lutz Möller

Horrido,

Der Nervus vagus ist der X. Hirnnerv, verläuft zwischen Halsschlagader und Halsvene in den hinteren Mittelfellraum (der im Brustkorbraum zwischen beiden Brusthöhlen gelegene Raum, von der Brustwirbelsäule und dem Brustbein begrenzt bis zum Zwerchfell reicht. Der linke Ast läuft vor dem Aortenbogen (am Herz) und dem Hauptbronchus bis zur bauchseitig gelegenen Speiseröhre. Der rechte Ast verläuft über die Schlüsselbeinschlagader hinter den rechten Hauptbronchus. Beide bilden den Plexus (Nerven-, Venen-, Lymphgeflecht) oesophageus (Speiseröhre). { Besser bekannt ist vielleicht der solar plexus - k. o. Schlag}.

Der plexus oesophageus geht weiter durch das Zwerchfell, beeinflußt das vegetative Gleichgewicht, das unbewußte und vom Willen weitgehend unabhängige innere Lebensvorgänge, wie Blutdruck, Herzfrequenz, Bronchialspasmus, regelt. Wird dieser Nerv verletzt oder stark gereizt - wodurch auch immer - kann es u. U. zu einer Atemlähmung oder auch zu einem Herzstillstand führen. Dies dürfte die Reaktion des Wildes erklären. Ich hoffe, diese ,,laienhafte" Erklärung hilft ein bißchen weiter.
Ingo Kühl

Vagus Nerv

Hallo Lutz,

die beschriebenen Reaktionen betreffen den Vagus Nerv. Es gibt den sog. Vagustod, d. h. den sog. vegetativen Tod infolge Versagens der autonomen Gegenregulation, z.B. als Streßtod, psychogenen Tod. Diese Reaktion könnte ich mir auch beim Wild vorstellen. Der Trägerschuß ist ein typischer Fall für das Verletzen der größeren Nerven. Wie beschrieben läuft der Nervus Vagus zwischen Halsschlagader und Vene. Meist wird natürlich auch das Rückenmark zerstört. Nach einem Krellschuß schlagartige zusammen zu brechen deutet auf massive Nervenerschütterung der hin. Vergleiche Deine Erfahrungen, die Du in Deiner Jugend gemacht hast (Auf den Rücken fallen usw.).

Waidmann Heil, Ingo Kühl

Vagusnerv

Lieber Her Möller,

immer wieder geistern die Meinungen von ,,Experten" zu den zu treffenden Punkten beim Wild, es schlagartig verenden zu lassen durch Diskussionsforen. Praktisch sind alle Punkte, die beim Boxen oder Karate als Knock-Out-Punkte wirken, auch beim Wild vorhanden. BLOSS sind die genau zu treffende Punkte, also in der Jagdpraxis unbrauchbar. Jagdlich kommt es drauf an, möglichst viel Blutung zu erzeugen! Das bewirken Geschosse, die sich stark vergrößern, aber auch eine gewisse Tiefenwirkung haben - also Nosler Tip oder Barnes mit extremer Penetration bei großer Oberfläche und damit Druckwelle um den idealen Pilzkopf des Barnes! Genauso gut wirken aber auch die spottbilligen Sellier & Bellot (Zerlegungs-) Geschosse, die relativ weich sind und selten Ausschuß ergeben. Den braucht man aber auch nicht, wenn selbst dicke Keiler mit bis zu 140 kg (wie von mir 40-fach erlegt) nach 30 m Flucht liegen.

mfg Reinald von Meurers


Markus Laengin schrieb:

Hallo Lutz,

Ein Polizist fragte mich, wie weit er an den Hauptversorgungsarterien mit dem MEN PEP(60J/cm) vorbeischießen könne- gewollt oder ungewollt- ,um dennoch ein 100%-iges inneres Verbluten sicherstellen zu können ... Die scheinen ähnliche Schwierigkeiten wie wir zu haben :-)

Markus,

na gut, daß sich dort mal jemand ernsthaft mit der Sache befaßt. Ist das MEN PEP das MEN QD1 oder QD2 oder was? Frage den Mann bitte mal.

Der Metallwerke Elisenhütte Nassau (MEN) das MEN-Quick Defense 1-Geschoß (5,7g) (QD1). Maximale Eindringtiefe bis zu 20 cm in 20 %iger Gelatine auf 15 m. Rechts QD2 (5,7g) mit maximaler Eindringtiefe bis zu 35 cm auf 15 m, Energieabgabe bis zu 80 % in 15 cm 20 %-iger Gelatine, siehe Geschoßbilder.

Erlmaier/Brandt gibt für MEN QD aus 125 mm Lauf m = 5,6 g; v = 420 m/s an.

Martin Gritsch schrieb:

Kimme & Korn berichtet: Voraussichtlich im Oktober erhalten die Polizeibeamten in Baden-Württemberg und Bayern Zug um Zug die neue Pistolen-Munition mit Deformationsgeschoßen. Bei Versuchen im Beschußamt Ulm erfüllte nur das Projektil »QD P.E.P.« des Herstellers MEN (Metallwerk Elisenhütte Nassau) die Anforderungen der neuen Technischen Richtlinie für Polizeimunition im Kaliber 9 x 19 mm (9 mm Para), so ein Fachmann des BW-Innenministeriumes. Die »Quick Defense Polizeieinsatzpatrone« trägt in der Geschoßspitze eine blaue Kunststoffkugel, die beim Aufprall das kontrollierte, splitterfreie Aufpilzen des Projektils auf einen Durchmesser von zwölf Millimeter bewirkt.

Adern sind recht dehnbar. Wenn das Geschoß nicht sehr dicht an einer großen Ader vorbeifliegt, um die zerreißen zu können, wird sich die Ader unbeschädigt dehnen. Ich vermute, ohne den Beweis antreten zu können, die Geschoßbahnaußenseite muß binnen 5 mm an die zu zerschießende Ader heran reichen, um ggf. diese Ader schädigen zu können; wenn nicht noch dichter. Das bedeutet, bei einer auf 15-18 mm aufgepilzten 9 mm Kugel und eine 5 mm Ader, die Geschoßbahn- und die Aderachse dürfen höchstens einen Zentimeter bis 1,5 cm, je nach Aderdicke, auseinander liegen, um dem Geschoß noch zu erlauben die Ader zu zerfetzen.

Der Gedanke an ein bei irgendwelchen Treffern schnell tötendes Wundergeschoß, bleibt abwegig. Der Kampfschütze muß den Körperbau seines Opfers räumlich kennen und gut sehr schießen. Das erscheint im Nahkampf schwierig bis fast unmöglich, wenn das Opfer sofort (sprich ohne noch einmal den Abzug durchzuziehen) willenlos sein soll. Von daher erscheint als sichere Lösung lediglich vorbeugend zu handeln und Abstand zu wahren, sowie den eigenen Leib zu panzern, geeignet Gefahren zu mindern.

Nahkämpfe mit bewaffneten Gegnern sind gefährlich. Dem hilft keine Wundermunition ab.

Die Frage: ,,Ein Polizist fragte mich, wie weit er an den Hauptversorgungsarterien mit dem MEN EP (60 J/cm) vorbeischießen könne- gewollt oder ungewollt-, um dennoch ein 100%-iges inneres Verbluten sicherstellen zu können." ist abwegig, weil zu verbluten zu lange dauert, ggf. bis Minuten, verfehlt also meiner Meinung nach die Aufgabe, einen bestimmt böswillig handelnden bewaffneten = gefährlichen, Gegner sicher handlungsunfähig zu schießen (sofern das gemeint war). Der Verteidiger will den Angriff abwehren; zwar nicht heute, zwar nicht morgen, zwar nicht in wenigen Minuten, sondern sofort!; sprich bevor der Andere schießt. Das zu ereichen ist, außer mit ZNS-Treffern zwischen Stammhirn und Schultern, kaum möglich.

Der Angreifer steht allerdings vor derselben Aufgabe. Den Sieg zu gewinnen, ist also beiden möglich.

Statt auf die Wirkung der Wunderwaffen zu hoffen, sollte der Mann sich den Glauben an irgend Munitionszaubertricks abschminken, Gefahren vermeiden, sprich Abstand, Tarnung, Panzerung herstellen.

Wenn das nicht möglich ist, gewinnt nicht die bessere Waffe, sondern der bessere Schütze! Streßfest und geübt muß er sein. Jeder Griff muß unbewußt sitzen.

Meine Antwort auf die eingangs gestellt Frage ist, zu seiner eigenen Sicherheit muß der Mann Schießereien vermeiden. Wenn er das nicht kann, muß er üben auf kurze Entfernungen bis höchstens 5-7 m (Sonst sind ein Sprung und Handgriff schneller) den Feindhals zu treffen. Man kann gut mit sandgefüllten 0,5 l Bierdosen, die an Bindfäden aufgehängt vor dem Schützen bewegt herumpendeln, üben, weil die den Bereich der oberen Halswirbelsäule innerhalb derer vom Stammhirn bis zur Schulter ein mindestens Krellschuß dem Angreifer dessen Abzugsfinger lähm, darstellen. Wenn die sandgefüllten Dosen getroffen werden, ist der geglückte Treffer sofort noch im Anschlag zu merken. Das ist wichtig, um derartiges Schießen zu lernen.

So gut wie der Mann trifft, sind dessen Chancen im Feuergefecht sicher den bewaffneten Gegner abzuwehren.

Fall ihm das knapp erscheint, bliebe der Manne zu trösten, indem du ihm sagst ,,Die Chancen getroffen zu werden, sind auch nicht größer!"

Gruß Lutz

NervenerschütterungZielwahl KopfschußTrägerschußKarotissinusreflexHerzschußLungenschußBlattschußLeberknotenschuß SchrotDruckwelleGutes WildpretAusschweißenSchweißfährte FluchtstreckenIrrglaubenSchnell oder langsam?NervenwirkungVagusnervBlutergußHerzschlag

Winter

Sg. Hr. L. M.

Seit 2 Jahren verwende ich im K95 6,5 x 65R das alte 6,5 mm 7g Lutz Möller Geschoß. Um laden zu können habe ich beim 1. Führband 0,02 mm abgedreht. Von da an gab es keine Schwierigkeiten mit dem engen Lager mehr.

Bei guten Kammerschüssen erfahre ich bei Plusgraden keine Fluchtstrecken, aber bei Minusgraden muß ich meine Tiere 20 - 70 m weit holen gehen.

1.Frage:Wurde diese Beobachtung schon öfter gemacht?

LM: Das ist mir nicht bekannt. Ich bitte daher meine Leser um entsprechende Äußerungen an

2.Frage: Hat ihr 6,5 mm Lutz Möller Geschoß mit schwarzer Kunststoffspitze auch die super geradeaus Flugeigenschaften beim Schuß in hohes Gras wie die Ausführung mit offener Hohlspitze?

LM: Lies Gras und Hindernisse & Zweige!

Falls Sie meine Fragen beantworten bedanke ich mich im Voraus.

MfG Me, Sonntag, 4. März 2007 15:30

Begeisterung

Herr Möller, seien Sie gegrüßt!

Ich möchte Sie kurz an meiner Begeisterung teilhaben lassen. Es war eine gute Idee mit Ladung 23 zu beginnen! Auf der beiliegenden Scheibe liegen 5 Schüsse:

Der untere ist mir „ausgerutscht“. Ein solches Trefferbild hatte ich bei meiner Waffe noch nie! Diese Präzision schafft großes Vertrauen, die bei der Jagd enorm wichtig ist. Jetzt noch die eigentliche Stärke Ihres JG, die Wundwirkung, selbst zu erfahren und alles ist gut. Bisher bin ich mehr als zufrieden.

Vielen Dank, Herr Möller. Beste Grüße aus Freising, Kay Ponitz, Donnerstag, 21. April 2011 12:21

Fortgesetzt in Irrglauben, Lutz Möller Geschoß wirken anders und Kraftstoß, lies dort weiter!

5,6 mm Wundwirkungen6 mm Wundwirkungen 6,5 mm WundwirkungenTrägerschüsse7,62 mm WundwirkungenWaschbär MilitärwundenMilitary WoundsTrauma &SchockWound ballisticVerschiedene Treffer → Verschiedene Wirkungen

Möller Jagdgeschosse

Gönne Dir Munition der Lutz Möller GmbH vom Erfinder selbst.

Du wirst keine bessere finden.

Mjölnir