Hallo, Lutz!
neulich beschoß ich mit 6,5x57 R in einer Wiese auf 40 m einen Bock, der gesund
absprang. Als Ursache dafür kommen einerseits einige Grashalme in Betracht,
andererseits kann es auch sein, daß das Geschoß im Bereich meines
Ansitzschirmes ein Blatt oder einen Ast gestreift hat. Mein Onkel hat neulich
auf ähnliche Entfernung eine Sau vorbeigeschossen (9,3x62, 18,5g
TM). Da waren
auch wohl noch einige Weizenhalme im Weg. Könnten einige Halme, die sich nur
wenige Meter vor dem Ziel befinden, das Geschoß derart aus der Bahn werfen?
Ansonsten sind wir nämlich sehr gute Kugelschützen.
WH, Simon Beckschäfer, Dienstag, 20. August 2002
Hallo Simon,
hier folgt ein südafrikanisches Beispiel:
Good Evening Lutz, Many thanks for your post and the pictures.
I once shot a golden jackal at 15 m with the 9.3 mm twice. After the first miss the jackal was kind enough to stand still for a second shot!
I waited over a game track that kudu used to get to some water when this jackal came through the bush. On spotting movement out of the corner of my eye the rifle flew to my shoulder and onto target. Only then did I see what it was. The jackal had stopped in mid-stride. Neither of us moved. The farmer would be pleased to have one less jackal dining off his lambs and I thought that a golden skin was a pleasant change from the normal black-backed variety.
We continued to look at each other.
I didn't want to waste a soft-point bullet on him so moving very, very, very slowly I eased back the bolt only sufficiently far to remove the chambered cartridge, but not so far as to pick up the next round in the magazine, and placed it on my right hand shirt pocket. Then I removed a solid point from my lh shirt pocket and slipped it under the extractor, fed it into the chamber and closed the bolt. Squeezed the trigger.
BOOOM!
I recovered from the recoil only to find that the jackal hadn't moved - not so much as a whisker. I couldn't believe it - I do not miss at 15 meters!
I repeated the whole procedure of extraction, pocketing the empty case, pulling out another solid, chambering it, sighting and
BOOOM again! Only this time Reynard's nerve broke and he streaked off - his tail streaming out absolutely straight behind him!
I walked forward - not believing what I had just experienced. I found where he had stood, I examined his paw prints where he had dug in and made like a sprinter coming out his starting blocks. No blood, no fur - nothing - no bullet marks in the ground beyond. I tracked his path for about 40 meters - still no blood signs. I walked back a very puzzled man. I do not miss even twice from 15m.
Returning to the spot where he had been standing, my eye spotted a broken branch about 2,2 m above the ground and about 5 m beyond where he had stood. I examined the break - it was very, very fresh - and there was a second one too. Mmmm - I was sitting and aiming downwards when I shot. I tied my handkerchief to the branch and returned to where I had sat. I sighted at the point where the jackal had been standing. About 6 m from the muzzle there was a horizontal 15 mm diameter branch carrying the marks of my two bullets - only 20mm apart!
That branch had turned a 19g bullet travelling at near muzzle velocity and maximum energy through about 11 degrees!
I wished that jackal a long life.
Enough for the evening - the weather forecast is for snow on all the higher peaks in the country - I'm glad that we are not out hunting!
regards edi
Ob ein Geschoß sein Ziel nicht erreicht hängt von beiden ab. Die Masse eines nahen (wenige m) Halmes ist nicht groß Genug, um das Geschoß wesentlich aus der Bahn zu werfen. Sie ist ebenfalls nicht groß genug das Geschoß platzen zu lassen. Dasselbe gilt für Regentropfen. Die Ablenkung macht sich auf größere Entfernung (Zweig am Hochstand, Reh 100 m) sehr wohl bemerkbar.
Oben im Beispiel konnte ein 1,5 cm Ast ein 19 g Geschoß aus einer 9,3x62 11°
ablenken. Dann wird das Ziel gefehlt. Um die Ablenkung ausrechnen zu können,
müssen die Verhältnisse genau bekannt sein. Das sind sie nie. Also kann man
nicht rechnen. Am Gras oder Kornhalm lag der Fehler wohl nicht. Ein 1,5 cm Zweig
könnte schon erheblich mehr bewirken.
Gruß, Lutz Möller
Mit meinen Jagdgeschossen sieht da heute (im Jahre 2011) anders aus. Siehe Hindernisse und Zweige und „Abpraller“!
Sehr geehrter Herr Möller,
ich recherchiere gerade nach Munitionsarten, da ein Jagdpächter unseren Hund regelrecht hingerichtet hat.
LM: Warum das denn? Wilderte der gerade?
Der erste Schuß war ein Streifschuß durch das Geschirrband des Tieres. Er hetzte den Hund noch 12 min per Nachsuche und versuchte ihn später zu erschießen, was letztendlich mit einem Schuß ins Auge auch gelang. Ich habe den Ort untersucht und 3 m hinter dem Hund einen Einschuß in einem Baum gefunden in dem Papierfetzen 3 cm tief drinsteckten. Darauf war noch zu lesen Magnum Made und 12.
LM: Vielleicht 12/76 Magnum Schrot?
Ein weiterer Baum wies einen Streifschuß in 40 cm Höhe auf und 2 m hinter dem Baum mit dem Streifschuß befand sich ebenfalls eine Einschuß in einem Baum. Projektile wurden keine gefunden. Entweder sind sie zu tief eingedrungen oder wurden vom Jäger entfernt. Meine Fragen sind nun an Sie als Munitionsexperte:
Wie tief dringt eine Kugel in eine Tanne ein?
LM: Das Lutz Möller Geschoß etwa 30 cm, siehe Weichholz! Für andere Munition kann ich nur insoweit Auskünfte erteilen, als ich die gemessen oder errechnete habe. Das ist bei Holz aber noch nicht der Fall. Schnelle Bleigeschosse aus Büchsen zerlegen sich in Holz zumindest teilweise und dringen daher deutlich weniger tief ein. Langsame Schrot bleiben zwar erhalten, aber dringen nur sehr wenig ein (wenige Zentimeter).
Um welche Art von Munition kann es sich gehandelt haben?
LM: Woher soll ich das wissen? Steckt dem Hund noch was im Kopf, oder schoß das Geschoß aus?
Kann es sein das ein Jäger ein ruhendes Ziel aus einer Nähe von wenigen Metern derart verfehlt?
LM: Ja, wenn er ein Büchse mit Zielfernrohr (heute üblich) benutzt. Dann kann er in der Nähe nicht scharf sehen. Außerdem ist das Zielfernrohr über dem Lauf und wenn er die Visierhöhe nicht beachten, unterschißt er (so 4 - 5 Zentimeter).
Da in einem Bereich eines Trimm-Dich-Pfades geschossen wurde liegt mir sehr viel daran diese Fragen zu klären.
LM: Was hat die Frage denn mit dem Ort zu tun?
Ich kann Ihnen Bilder von den Papierfetzen und den Schußverletzungen des Tieres schicken.
LM: Das würde helfen. So stehe ich vor Ihren
Fragen ja erst mal unziemlich nackt da.
Mit freundlichen Grüßen,
Rolf Tingler, Montag, 3. November 2008 07:11
Siehe Svantes gestriffener Hirsch 2007 | Streifschuß im Inntal | Afrika 2011 Streifschuß

Lutz Möller, lm@lutz-moeller-jagd.de