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Das Wesentliche am Schuß: Brauchbare Treffer und richtiges Geschoß!

Möller-Geschoß-Eindringtiefe

Lies vorher Tiefenwirkung und Diagonalschwein!

Lutz' 6,5 mm KJG Warzenkeilerkopfschuß auf ~ 10 - 15 m stehend freihändig 2004

Kopfschuß auf Überläufer

Sehr geehrter Herr Möller,

nachstehend sende ich Ihnen den Nachtrag eines Jagderlebnisses aus dem Jahr 2008 zum Thema Tiefenwirkung des Lutz Möller Geschosses. Waffe : Mauser M03, Lauf 50 cm, 9,3x62, KJG alt, mit S&;B 3-12x50, FD7, siehe Photo Nr. 1.

Photo Nr. 1: ♀ Überläufer, Kopfschuß von vorn zwischen die Lichter, 45 kg aufgebrochen, Sonntag, 19. Oktober 2008, 9:00 Uhr, Mauser M03 kurz, 9,3x62, KJG (alt), S&;B 3-12x50, FD 7, Vogesen.

Nach einem völlig ereignislosen Frühansitz am Sonntag, den 19. Oktober 2008 baumte ich um 8:30 Uhr ab und setzte mich etwa 200 Meter weiter auf einen Windwurfstubben an der oberen Kante eines Steilhanges in die wärmende Morgensonne. Der Hang war am 2. Weihnachtstag 1999 durch den Sturm Lothar und anschließende Holzbergung in Wildwestmanier verwüstet worden und ist seither zum besten Wildeinstand ausfgewachsen. Die Sonne hatte eine deutlich fühlbare Thermik in Gang gebracht, die die Luft vom Hangfuß nach oben trieb. Nach einigen Minuten hörte ich rechts im Hang noch recht weit entfernt die Geräusche einer anwechselnden Rotte Schwarzwild. Ich wäre geneigt zu sagen, sie waren auf einem Sonntagmorgenspaziergang, gut gelaunt bei angeregter Unterhaltung. Verhaltenes Grunzen und Quieken unterlegt von raschelndem Gras und leise knackenden Trockenästen elektrisierten mich, umso mehr als ich merkte, die Rotte war im Begriff hangparallel unterhalb meines Standplatzes durchzuwechseln. Ich stellte mich auf den Stubben, machte mich schußfertig und sah dann von der nur etwa 10 m unterhalb durchwechselnden Rotte bestenfalls die Rückenborsten der stärkeren Stücke. Von Brombeeren überwucherter Schlagabraum durchsetzt von nachwachsendem Jungbestand gab der Rotte Sichtschutz auf dem von mir bis dahin überhaupt nicht bemerkten Wechsel. Die Anspannung klang ab, wich einer gewissen Enttäuschung, daß wohl 30 Sauen am hellichten Tage ohne Schußmöglichkeit so nahe an mir vorübergezogen waren.

Plötzlich änderte sich die Richtung der Geräusche. Die Rotte schien nun in spitzem Winkel hangauf direkt auf mich zurück zu kommen. Unterhalb meines Standplatzes durchzog ein etwa hüfthohes Sandsteinband den Hang. Das Geländehindernis verdeckte die auf mich zuwechselnde Rotte. Ich schlug auf die Stelle, an der das Wild erscheinen mußte, an, als mir auch schon die führende Bache den Absatz überfallend regelrecht ins Absehen sprang (S&;B, 3-12x50, FD7, Vergrößerung 3). Die Entfernung betrug 7 Meter. Die mächtige Bache blieb wie angewurzelt stehen, die Läufe schräg nach vorne in den Grund gerammt. Durch das Glas konnte ich die Schwarte der linken Flanke deutlich vor und zurückwogen sehen.

Die ganze Bande drückte nach. Talseitig schob sich ein deutlich kleineres Stück an der Bache vorbei und erstarrte neben ihr, ebenfalls zu mir hin sichernd. Darauf hatte ich gewartet, wechselte im Anschlag auf das kleinere Stück und trug ihm von vorn einen Schuß zwischen die Lichter an. Der Treffer aus meiner Mauser M03, 9,3x62 KJG alt, riß das schräg am Hang stehende Stück von den Vorderläufen in eine nahezu senkrecht stehende Stellung hoch und ließ es über den linken Hinterlauf den Geländeabsatz hinab aus meinem Gesichtsfeld wegkippen. Ich hörte noch 30 sec. lang ortsfestes Schlegeln. Während dessen stob die Rotte in Fallinie, als ob keinerlei Geländerhindernisse vorhanden wären, den Hang hinunter.

Noch keine 2 Minuten später tauchten die Sauen im Gegenhang auf, da sie nun schon deutlich langsamer bei hellstem Sonnenschein in ein vom Sturm angerissenes Tannenaltholz zogen, ein Bild für jeden Jagdkatalog. Der Versuchung durch mein neues Glas über 230 m Luftlinie das zu Holze ziehende Wild zu beschießen widerstand ich, da ich spitz von hinten und stehend freihändig hätte schießen müssen, was wohl meine Fähigkeiten überstiegen hätte. Der Schuß hatte alles Wild in der Umgebung auf die Läufe gebracht. Im Hang hörte ich es noch an anderen Stellen rascheln und knacken, sodaß ich zunächst blieb, da ich war. Ein Rudel Rotwild wechselte weiter unten durch den Hang, davon ich jedoch nur einen mittelalten Zwölferhirsch den Sauen folgend ins Altholz ziehen sah (wiederum Jagdkatalog). Nochmals 2 bis 3 Minuten später wechselte eine weitere Rotte Schwarzwild tief unterhalb von mir durch den Hang, ohne daß ich ich irgend etwas zu sehen bekam. Dann war Ruhe. Ich ging die wenigen Meter zu der Stelle an der das beschossene Stück verschwunden war. Die Überläufer war von oben in eine Brombeerhecke gefallen, wo sie wie auf einem Schaukissen lag (Photo Nr. 2).

Photo Nr. 2: Beschossene ♀ Überläufer von oben in Brombeerhecke gefallen und nach ~ 30 sec Schlegeln verendet.

Das Lutz Möller Geschoß war etwa 2 cm nahe des linken Lichtes frontal in den Schädel gedrungen. Als Folge davon war das linke Licht dem Stielauge einer Weinbergschnecke ähnlich aus der Augenhöhle getrieben worden, rundum gehalten vom weißen Sehnengewebe des Augapfels. Ich drückte das Licht zurück in die Augenhöhle (Photo Nr. 3).

Photo Nr. 3: Kopfschuß von vorn zwischen die Lichter, in der Eile nicht mittig abgekommen.

Einen Ausschuß fand ich nicht. Mit einiger Anstrengung gelang es mir, das Stück hangauf über den Absatz zu bergen. Aus dem Gebräch traten nur geringe Mengen Schweiß aus. Ich stellte mich schon auf eine zerschosse Kammer und zerschossenes Gescheide ein. Zu meiner großen Überraschung waren Kammer und Gescheide völlig unverletzt geblieben, so sehr ich den Aufbruch auch durchsuchte. Auch die zweite Niere fand ich zunächst nicht. Sie war gut in Weißes unter den rechten Rippenbögen verpackt verblieben. Als ich diesen Aufbruchrest aus dem Wildkörper zog, legte ich die Lutz Möller KJG-Bahn frei (Photo Nr. 4).

Photo Nr. 4: Schußkanal vom Haupt her kommend, hintere Rippenbögen durchschlagen.

Das Lutz Möller KJG hatte beim linken Licht eintretend den Wildkörper in Längsachse etwa 5 cm parallel zur Wirbelsäule durchschlagen, war vom leicht nach rechts gewendeten Haupt durch den Nacken zwischen Schulterblatt und Brustkern durchgetreten, hatte die anschließenden Rippen in Längsrichtung durchschlagen und war ohne die rechte Keule anzukratzen in der Leistengegend in einer Muskelhauttasche stecken geblieben.

LM: Der Lutz Möller KJG-eigenen Schulterstabilisierung wegen durchdrang es das Tier schnurgerade!

Dem Wundkanal folgend konnte ich den Restbolzen mit einem Rollgriff des Zeigefingers einfach bergen (Photo Nr. 5).




Photo Nr. 5: Lutz Möller KJG-Restbolzen und ein grober Splitter, 9.3x62 KJG (alt)

LM: 9,3 mm Lutz Möller Geschosse nach Wassertankbeschuß

Einen groben Geschoßsplitter fand ich an der Bruchstelle eines Rippenbogens hängend. Aufgebrochen wog der ♀ Überläufer 45 kg. Aus Zeitgründen zerwirkte ich das Stück nicht selbst sondern überließ es einem Fleischereifachmann. Als er meiner Frau das Wildbret in der darauffolgenden Woche zum Einfrieren übergab sagte er, die Entwertung war vernachlässigbar.



Photo Nr. 6: ♀ Überläufer von links, linkes Licht bedingt durch die Schußfolgen deutlich geweitet.



Photo Nr. 7: Lage und Länge des Schußkanals in etwa durch roten Pfeil angedeutet, geschätzte Länge 60 bis 70 cm durch Knochen und Muskelgewebe, Kammer und Gescheide völlig unverletzt.

Ich habe die Eindringteife nicht gemessen, würde aber durch Schädelknochen, Muskelfleisch und mehrere Rippen in Längsrichtung 60 bis 70 cm schätzen. Überflüssig zu sagen ist, ich war mit dem Ergebnis dieses Zufallsschusses mehr als zufrieden. Dabei hatte ich mir das neue S&;B 3-12x50 Zenith für weitere Schüsse im Wechsel zu meinem Drückjagdglas zugelegt. Es hat nun nicht wie geplant mit einem Schuß über weitere Entfernung zur Einweihung des guten Teils geklappt. Ich kann aber aus Erfahrung versichern, das Glas erlaubt in 3-facher Vergrößerung zur Not auch auf 7 kurze Meter Wild sicher zur Strecke zu bringen, mittels Lutz Möller KJG selbst mit einem unorthodoxen Schuß ohne Wildbret zu verwüßsten. Lutz Möller KJG-Schüsse wirken eben anders.

LM: Das sage ich ja. Lies Lutz Möller Geschosse wirken anders!

Mit einem kräftigen Waidmannsheil, H. G. (mit der Bitte bei Veröffentlichung nur meine Kürzel H. G. zu nennen)

Möller in Stein

Hallo Lutz,

zum Aufgang der neuen Jagdsaison habe ich meine 9,3x62 auf Treffpunktlage geprüft. So habe ich im Gelände in 150 Meter eine Scheibe in einer alten Backhausruine aus Vollschiefer als sicheren Kugelfang aufgestellt. Der Treffer lag genau im Abkommen und ich staunte nicht schlecht, als ich den Einschlag an der Vollschieferwand mir ansah.

Das MJG hat im flachen Winkel zur Wand diese, wie man sieht, regelrecht aufgefräst (nicht abgeprallt) und ist zudem von einem Geschoß, das durch einen Wildkörper gedrungen ist nicht zu unterscheiden. Ich find´s bemerkenswert, daß es nicht mehr deformiert wurde, obgleich natürlich Schiefer doch recht weich ist.

(Auch hier lag wie bei Halterbeck Afrika 2012 leider keinen Durchschuß vor)

Grüße, Martin, Freitag, 4. Mai 2012 13:40

Lies die Fortsetzung Lutz' Sau 2008 und Versuche 2008 | Elchträger

Gönne Dir Munition der Lutz Möller GmbH vom Erfinder selbst.

Du wirst keine bessere finden.

Mjölnir