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Lutz Möller
Lutz Möller
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Das Wesentliche am Schuß: Brauchbare Treffer und richtiges Geschoß!

Büffeljagd in Australien 2008

Langohrblutbad

Vorwort | Anreise | Wasserbüffel auf den Stich | Nils' Stier | Hunting makes You fat! | Langohrblutbad | Quelle | Postflieger | Wiesenbüffel | Tod am Sumpf | Lutz' Stier | Drei Seen | Angriff im Busch | Büffel-breit-Versuche | Eselpirsch | Büffelpirsch | Esel am Buschfluß | Esel an der Kiesgrube | Büffel + Raabe | Tropenparadies | Gewaltig! Frachtfliegerbüffel! | Pestkampf | Waffeneinfuhr | Abflug | Büffeljagdreisen nach Australien | Bogenjagd | Versuche 2008

Wir befinden uns auf einer eher offen Flachgrasfläche. Am „Waldrand“ steht ein Eselherde. Der „Wald“ ist sehr licht. Oben fliegen wir über eine ähnliche Gegend am Orte des folgenden Blutbades. Wildwechsel sind zu erkennen, Straßen oder Weg aber nicht. Das ist da so. Unser Jagdgebiet ist etwa 20 x 20 km groß. Wege sind dort selten.

Wir sind ungefähr da

Vorrede

Manch einer wird sich an der Wortwahl „Langohrblutbad“, die nicht gerade jagdlich anmutet, stören. Das Wort wählte ich mit Bedacht, weil es die Tatsache sprechend beschreibt. Das Folgende wird keine Jagd im deutsche Sinne. Die Gegend ist weit und leer - wenig Tiere - wenig Menschen - kaum Raubtiere, außer selten und klein Dingo. Die großen, eßbaren Tiere sind also keinem Jagddruck ausgesetzt, vielleicht nie im Leben bejagt worden, insofern fürchten Sie sich nicht besonders. Das beobachte Verhalten spiegelt also nicht erlebte und gelernte Erfahrung, sondern ererbte Überlieferung der Rasse dar. Die Langohren halten im flachen Gras größere Abstände als im hohen, bemerke ich. Zu Fuß kommen wir nicht so leicht an die fluchtwilligen Läufer ran. Mit dem Wagen ist das anders. Was daraus zu schließen ist, weiß ich nicht so recht. Vielleicht sehen die Biester in uns Menschen, als im dicken Wagen, der eher einem Rhinozeros oder Elefanten entspricht, die Esel nicht jagen, eher die Jäger. Wir schießen nicht vom Wagen. Das ist bei Barry die Regel, ebenso wie tagsüber, solange Waffen geführt werden, keinen Alkohol zu trinken (ganz anders als in Südafrika. Da wird sich ab Frühstück mit dünnem Bier vor dem Verdursten gerettet.) Die letzte Regel ist im Wagen keine geladenen Waffen zu führen (aber unterladen wohl).

Wie schon erwähnt, wollen die nordaustralischen Bauern keine andersarteigen Grasfresser als ihr Nutzvieh auf ihren Flächen sehen. Wild (Büffel, Langohren) betrachten sie als Schädlinge. Also sollen die weg. Mir, der ich Beweisabschüsse mit dem Lutz Möller KJG suche und also gern Menge schieße, kommt das sehr entgegen. Genau deswegen fuhr ich da hin. Nils hat nach dem folgenden Langohrblutbad keine Esel (außer auf dem Teller) mehr angerührt, bzw. geschossen. Ihm war das Gemetzel zuwider. Mir nicht. Ich muß übrigens anmerken, daß Eselfleisch feinfaserig, zart beschaffen ist, ausgezeichnet schmeckt.

Ich bemerke das hier nur vorher, falls jemand das nicht lesen oder sehen will. Aber nun geht' los . . .

Wir entdecken Grautiere (schwarzgefärbte kommen auch vor) in vielleicht einem halben Kilometer Entfernung an einem „Waldrand“. Nils und ich pirschen uns mit .338" LM und 9,3x64 im Schutze spärlicher Büsche und Bäume auf vielleicht 250 m an. Barry folgt. Er sichert. Im Büffelland beruhigt das. Die grau-schwarze Herde steht 100 m in die Tiefe gestaffelt und knapp ebenso breit. Wenn ich die Zahl recht erinnere, waren es dreizehn Stück. Die Nummer war in Sonne und Staub wohl ihre Unglückzahl. Unsere Schußweiten werden also zwischen 250 und 350 Metern betragen. Die Anschlagart ist geländegemäß stehend angestrichen. Unsere Beutetiere sind groß, unser Lutz Möller KJG-Flugbahnen gestreckt:

Die 9,3x64 KJG Flugbahn bei 1.100 m/s v0. Bis 300 hält man hier Fleck an, danach Rückenlinie. Dann paßt's!

Nils und ich stehen weit nebeneinander und greifen gemeinsam zugleich an. Auf die große Entfernung kommt der Kugelschlag der Getroffen erst nach einer Weile, aber er kommt. Das freut, das beruhigt. Wir schießen schnell. Die zusammensackende Herde bewegt sich unschlüssig. Sie wissen nicht, was geschieht. Da mein Magazin nur drei Schuß faßt + eine Patrone im Lauf, muß ich aus der Patronentasche nachladen. Wie gewohnt wandern die abgeschossenen Hülsen in die rechte Hosentasche. Das ist meine Regel. Sie sitz fest. Ich bemerke das Wegstecken gar nicht mehr. Geübtes und gekonntes Schießen läuft vollkommen unbewußt ab. Bevorzugter Haltepunkt ist die Kammer, breit oder auch spitz. Da die Tier durcheinander laufen und die an sich spärlich stehenden Bäume auf die große Entfernung dennoch recht gut decken (siehe Hartholzversuche), müssen die Ziele schnell erfaßt und ggf. mit geringem Vorhaltewinkel geschossen werden. Wir feuern bis Ruhe herrscht.

Nachdem sich offensichtlich nichts mehr bewegte, sah die Wallstatt aus geringer als Schußentfernung mit 6-facher Vergrößerung durch das Teleobjektive (vergrößert) so aus.

Alles ruhig, alles? Nein . . .

Da versteckt sich doch noch ein Schwarz-weißer

Tote Graue bedecken den Boden. Ein Schwarzer steht noch allein, nun frei und breit, schlecht für ihn

Da liegt auch er. Schluß!

Die leichte 9,3x64 Heym SR20G handhabt sich bei so einer Schlacht wie in KK. Mit 6-fach ZF Abs. 4 auf Suhler Einhackmontage und guter offener Zieleinrichtung paßt die gut für Großwild von 25 - 400 m in die Gegend.

Nach solch einem schnellen Massaker fällt schwer Einzelheiten zu erinnern. Ich handele vollkommen unmittelbar in Echtzeit. Seit ich vor drei Jahren den Vorhaltewinkelrechner schrieb, fällt mir die Jagd auf bewegte Ziele leicht. Nicht das bewegte Ziele zu treffen einfach wäre, aber im festen Wissen im Unterbewußtsein gut gerüstet zu sein, kommen die notwendigen Entscheidungen flüssig. Da Nils und ich gemeinsam feuerten weiß ich nicht, wieviel Schuß ich hier je Opfer abgab, aber Fehlschüsse sind selten. Treffer, bei denen die Tier nicht gleich fallen, kommen vor, aber da das einzelne Tier in dem Gewusel nicht erkannt oder gewöhnlich nicht erinnert wird, schieße ich eben so lange bis alles liegt. In anderen Fällen schoß ich mit 8 Schüssen 7 Esel oder mit 9 Schüssen 6 Eseln; davon einen 3-mal und eine andern 2-mal. Walter Plöger rät „Trage nur sichere Schüsse an!“ Das muß man wollen. Dann kann man das bei hinreichender Schießfertigkeit auch können. Bei Nils Stier war das auch so. Er brauchte zwar drei Schüsse auf den durch den Wald ziehenden Stier; ein Termitenhügel fälschte einen Schuß ab, aber mit 5 Schuß im gefüllten Magazin ist das doch zu wagen. Dabei lagen Nils Treffer auf den Stier alle zu weit hinten, so daß ihm dringlich angeraten werden muß sich mit dem Vorhaltewinkle seiner .338" LM zu beschäftigen und die Werte anschaulich zu verinnerlichen. Das geht. Ich sehe das an mir und Anderen, nicht wahr Torsten, Svante? Mein lieber Elch, ich sehe dich am 2. Montag im Oktober kommen!

Bei solcher, in den Augen der nordaustralischen Bauern, „Pestbekämpfung“, entfällt Stücke einzeln zu erkennen und zum Abschuß auszuwählen. Wir wollten alle töten, keine Überlebenden mehr sehen. Die ganze Schießerei zielte vor allem Letzteres zu erreichen. Niemand sollte berichten können. Je öfter ein Tier so eine Schlachterei überlebt, desto gewitzter werden die Biester und damit fürderhin vorsichtiger. Das aber steht ihrer gewollten Ausrottung im Wege. Deshalb wollen die Bauern das dort nicht. Die „Pest“ auszurotten, halte ich, so wie das jetzt geschieht, allerdings für gänzlich unmöglich. Barrys Kunden holen von den auf der Fläche vermuteten ~ 1.500 Büffel im Jagdwinter vielleicht 20 Stück. Auch wenn die alten Bullen 15 oder 20 Jahre auf dem Buckel haben und jede Kuh nur alle 2 Jahr einziges Kalb setzte (ob das so ist, weiß ich nicht. Das kann auch anders sein.) wachsen deutlich mehr nach als von uns erbeutet werden. Das Wild fällt also vorwiegend natürlich, kaum durch Menschenhand. Wie die Zahlen bei den Eseln sind, weiß ich nicht, aber auch hier halte ich unsere Einwirkung für gering, obwohl ich ihnen auch weiterhin nach Kräften nachstellte.

So ein Angriff auf eine Herde, mit dem Ziele jene ganz auszurotten, bietet ein verdichtetes, unmittelbares Erlebnis. Das Besondere ist die Zeit. Zeit zu überlegen ist nicht da. Jede Bewegung, jeder Blick, jeder Schuß muß zielstrebig und schnell erfolgen. Schlag auf Schlag. Ist das Blutrausch? Quatsch! Nein, das ist einfach das über die Jahre Erlebte, Geübte, Erlernte, ehemals Überlegte und Bewußte obwohl willkürlich unbewußt und flüssig zu tun. Da rauscht gar nichts, sondern man vergißt sich selbst und handelt. Wir, mit den Augen noch vorn, wie Raubkatzen, und einer Verdauung, die Fleisch will, sind Räuber. Wir wollen Beute. Sich Beute zu holen beglückt, unmittelbar, befriedigt unmittelbar.

Ich muß in meinem Leben viel denken. Also weiß ich mich oft an anderen Orten und Zeiten als ich tatsächlich bin. Vorausschauend zu planen, kann gar nicht anders sein. Intelligentes Verhalten ist gar nicht anders möglich. Ausdenken, bauen, verkaufen. Davon leben wir hier in Deutschland vornehmlich. Auch das kann beglücken, aber ganz anders - eben nicht unmittelbar. Ich glaube dieser Unterschied - hier unmittelbar, da abstrakt - begründet den Reiz der Jagd für kluge Köpfe. Auf der Jagd muß, um Erfolg zu haben, Beute zu fangen, unmittelbar, folgenschwer und in vor allem in Echtzeit gehandelt werden. Jeder Schuß ist wie ein Drahtseilakt im Zirkus ohne Netz. Er gelingt, oder, besonders bei wehrhaftem Wild, verdirbt, ggf. uns selbst.

Schnelle Schüssen in Folge auf bewegtes, teilgedecktes Wild werden anders als ein in Deutschland üblicher Einzelschuß erlebt. Das mag blöd klingen, soll allerdings verdeutlichen. Im Angriff verschwindet die Welt. Der Handelnde sammelt sich ganz auf Ort und Augenblick. In dem Sinne entrückt man sich dabei der Welt, oder anders ausgedrückt schrumpft die Welt auf mich selbst und die Beute zusammen. Sonst ist nichts da. Ich höre die 9,3x64 kaum knallen, mir kommt das Gewehr fast geräuschlos vor. Rückstoß? Nö, nix zu merken. Masse, Schwere? Nein die Waffe führt leicht wie ein Feder! Dreck im Schuh, Hitze, Schweiß - alles weg. Ich merke nichts. Mein einziges Sehen sind sich bewegende Langohren zwischen Bäumen, die mein voreilender Kupferbannstahl treffen will, das keiner entkomme.

Der Wolf - ein Jäger

Haltet davon, was ihr wollt. Mir bringt das Spaß! Ich glaube, ich handele ebenso instinktiv wie die Tiere. Insofern treffern wir uns hier gemäß unsere ursprünglichen Entwicklung. Ich glaube, ein Wolf fühlt nichts anderes.

Lutz Möller, 10. August 2008,


Verdirbt Geld den Charakter?

Sehr geehrter Herr Möller,

auch als Waidmann stelle ich mir zu Langohrblutbad die Frage: kann sein, daß unsere Altvorderen richtigerweise mutmaßten:

Geld verdirbt den Charakter?

Mit freundlichen Grüßen, Dr. Peter Kremer, Sonntag, 10. August 2008 22:52

Tag Herr Kremer,

Bemerkungen dieser Arte habe ich erwartet. Die Antwort versuchte ich in der Vorrede vorwegzunehmen, aber mir scheint, ich dringe damit nicht bis zu ihnen durch. Auch wenn ich mich wiederhole führe ich noch mal aus. Mit deutsche Jagd, hat unser Tun dort wenig zu tun. Ich suche und nutze Gelegenheiten zu solch massenhaften Beweisabschüssen, um jene Zweifler am Lutz Möller KJG, die aus meinen vorgelegten Rechnungen und Erklärungen (Zielwirkung, Tiefenwirkung, Wundwirkung, Flugbahnen, 9,3x64 KJG Daten und .338" LM KJG Daten ) kein Einsichten gewinnen können, durch die berichteten Tatsachen zu überzeugen.

Thomas Voß legte einen ausführlichen Bericht Büffel in Afrika mit der.375 H&H im Jahre 2007 vor, indem er die Eignung der Lutz Möller Geschosse bezweifelte. Ihm waren von drei beschossen Kaffernbüffeln drei, die auch später nicht zur Strecke kamen, fortgelaufen.

Thomas Voß: 9,5 mm KJG vor und nach einem Kaffernbüffel

Ein Schuß von vorn auf den Büffelstich allerdings erbrachte ihm die ersehnte Beute

Darauf hin sah ich mich genötigt mal vorzumachen, wie das geht. Zunächst streckte ich neben anderen großen Tieren ein Kaffernbüffel in Afrika 2008. Gut stellt auch ein Kopfschuß von vorn auf eine Sau 2008 dar, was mein Geschoß zu leisten vermag. Ich bin mit meinen Berichten noch nicht fertig. Weiter werden folgen. Am Ende holten Nils und ich dieses Jahr 2008 dreizehn Büffel, auch sehr große! Keiner entkam. Je nach Lage schossen wir ein oder auch mehrmals, das nämlich bei dem noch folgenden Langhornblutbad. Aber davon wird noch zu berichten sein.

In anderen Ländern herrschen unter andern Umständen andere Sitten. Nachhaltige deutsche Jagd ist von Anspruch und Ausführung selbstverständlich deutlich anders als nordaustralische „Pestbekämpfung“, wie die Bauer unser Treiben dort sahen. Für gewöhnlich findet die mit Selbstladern vom Hubschrauber aus statt, für den Schützen wenig gefährlich. Wir hingegen näherten uns nicht nur den Langohren, sondern auch den durchaus gefährlichen Langhörnern zum Teil bis 25 Meter. Einen Angriff auf ein Herde eröffneten wir auf 80 - 100 m, durchaus im Gefahrenbereich. Die Büffel hatten ihre Chance und wir unsere. Was soll daran charakterlich verdorben sein? Die Eseln, nun ja, auch da nahm mich mal einer an, oder es erschien jedenfalls so, immerhin rannten zwei Hengste genau auf mich hinter meinem Busch zu, so daß ich die beiden auf kurz Entfernung mit Kopfschuß flach legen mußte, um nicht in in Bereich ihre Hufe zu kommen. So ganz ohne ist das alles nicht. Die Tier sind groß und nicht wehrlos. Ob die Langohren wirklich angriffen, oder nur verwirrt waren, weiß ich nicht. Ich bin schon mal von einem Pferd auf dessen Weide angegriffen worden. Ausschließen kann ich die Absicht also nicht.

Vielleicht sehen Sie die Berichte mal unter diesen Gesichtspunkten und fällen dann ein milderes Urteil über mein Tun. Diesen Bericht zu veröffentlichen erforderte Mut, gewiß, ich hätte ja auch einfach schweigen könne. Aber nur die Wahrheit bringt uns weiter und wenn ein deutscher Jäger mal überlege dorthin zu reisen, sollte er vorher wissen, was ihn dort erwarte. Also bleibe ich ganz einfach bei der ungeschönten Wahrheit. Dan kann jeder selbst entscheiden, ob das was für ihn wäre, oder aber nicht. Nils entschied sich nach dem Langohrblutbad gegen deren Fortsetzung. Auch gut!

Waidmanns Heil, Lutz Möller, 11. August 2008,

Mittel helfen

Herr Möller,

Geld verdarb nicht denn Charakter sondern ermöglichen erst solche Abschüsse. Ich glaube auf unseren Bewegungsjagden wird sicher genauso oft auf bewegtes Wild geschossen, leider nur mit viel weniger Beute. Bei geübten Schützen und dem richtigen Fachwissen finde ich nichts verwerfliches an solchen Angriffen. Das Ziel war Strecke zu machen. Leider reichen meine Mittel nicht für solche Jagden am anderen Ende der Welt.

Mit freundlichen Grüßen, Jürgen Herrschaft, Montag, 11. August 2008 11:30

Ach Herr Herrschaft,

wenn Sie ein wenig sparen und warten, dann am Ende wohl doch. Zu warten erhöht dabei auch Vorfreude und Spannung. Es sind noch genügend Büffel da und werden immer sein!

Waidmanns Heil, Lutz Möller, 11. August 2008,

Spaß beim Eselgemetzel

Hallo Lutz,

mit Jagd hat diese Hinrichtung tatsächlich nicht viel zu tun. Aber getan werden muß die Arbeit offensichtlich, weil rund 1.500.000 verwilderte Hausesel Australien bevölkern und zusammen mit den tausenden verwilderten Rindern das Ökosystem bedrohen.

LM: Es gibt deutlich mehr verwildert Rinder und Wildrinder in Australien als nur „tausende“. Vergiß auch nicht die vielen Kamele.

Von daher ist diese Tiere zu töten nicht verwerflich, sondern notwendig. Was mich an deinem Beitrag stört, ist die Bemerkung, daß es dir Spaß gemacht hätte. Vielleicht hast du dieses Wort zu leichtfertig genutzt?

LM: Neben der „Station“, so nennen sich dort die Rinderbauernhöfe, haben australische Grüne eine ähnlich große Fläche gekauft, auf der die Jagd nun ruht. Da schweben Sie denn manchmal mit der zweimotorigen aus den großen Stadt ein, fahren ein wenig mit dem Allradbus herum und heben wieder ab. Barry würde die Jagd dort auch pachten, aber die Grünen geben sie nicht her, weil er und sein Kunden ja Spaß an der Jagd hätten, sagen die. Also bezahlen die dort Berufsjäger, die das gleiche tun, nur eben mit dem Automaten vom Hubschrauber, statt zu Fuß auf Augenhöhe wie wir. Ob man vom "Chopper" besser schießt, waidgerechter handelt, glaube ich nicht, bezweifle ich eher. Jedenfalls sieht man hinterher nie nach. Ein Freund von Barry hat das mal einen Sommer gemacht. Er brauchte bei 30.000 Eseln im Schnitt 1,4 Patronen je Esel. Ich habe mal mitgezählt, allerdings nicht aufgeschrieben. Wenn ich recht erinnere, brauchte ich einmal bei 6 Langohren 9 Schuß, davon schoß ich, weil die Getroffenen nicht sofort fielen, auf einen insgesamt dreimal und auf einen andern ebenso zweimal. Jeder Schuß war also ein Treffer. Wie ich hinterher an den Gefallenen feststellte, wäre nachzuschießen nicht zwingend erforderlich gewesen, um die Tiere zur Strecke zu bringen, aber doch sinnvoll den Tod schneller als ohne herbeizuführen. Ein anderes Mal kamen mit 8 Schuß 7 Graue zu Fall. In keinem Fall ist je ein Beschossener entkommen. Im Gewusel lag mein kleiner Ø also bei 1,3 Schuß je Langohr, also besser.

Auch der Vergleich mit dem Raubtier hinkt. Tiere haben grundsätzlich keinen Spaß zu töten.

LM: Woher willst du das denn wissen? Das sehe ich ganz anders! Sich artgemäß oder instinktgemäß zu verhalten bringt immer Wohlgefühl. So verschieden sind höhere Säugetiere von Menschen nicht gebaut. Jeder Hungrige, der ißt, weiß das, jeder Durstige, der trinkt auch, und so weiter und so fort. Ob gelebte und empfundene Triebbefriedigung nun mit Wohlgefühl, Spaß, Lust oder Wonne oder anders beschrieben wird, ist nur eine sprachliche und kulturelle Feinheit! Verstehst du?

Der Wolf jagt, um sich zu ernähren, nicht aus Spaß. Spaß macht es mir persönlich nie, eine Kreatur zu töten. Wenn ich es trotzdem tue, ist es mir daher sehr wichtig, daß es nicht vordergründig meiner Bespaßung, sondern, ähnlich wie beim Wolf der Beschaffung eines hochwertigen Lebensmittels, der Beendigung von Siechtum (Hegeabschuß) o. ä. dient.

LM: Was soll denn das? Man fährt meist mit dem Wagen durch die Landschaft um an eine andern Ort zu gelangen. Das kann man allerdings gelangweilt, schläfrig, aufgeweckt oder auch lustvoll tun - aus Freude zu fahren, aus Spaß zu heizen. Es gibt ganze Fahrzeuge, die hauptsächlich für den Jux gebaut sind - Sportwagen. Genau so ist es doch in Deutschland mit der nachhaltigen Jagd, also der Wildbewirtschaftung, und der „Pestbekämpfung“ im nordaustralischen Busch. Warum man etwas tut ist etwas anders als wie man es tut und wie man sich dabei fühlt. Mein Erfahrung ist, Dinge, die man gern tut, tut man besser. Der bei seiner Arbeit zunächst gegen innere Widerstände kämpft, bevor er die eigentlichen Widrigkeiten der Aufgabe angehen kann, wird nie so gut und glücklich werden, als der ungehemmt rangeht. Wie schon mehrfach erwähnt, reiste ich dieses Jahr nach Afrika 2008 und Australien 2008 um zu zeigen, daß und wie mit dem Lutz Möller KJG jedes Wild (vorläufig die großen afrikanischen Dickhäuter Elefant, Nashorn und Nilpferd mal ausgenommen) waidgerecht zur Streck gebracht werden kann. Ich suchte daher Gelegenheiten für Beweisabschüsse, möglichst große, möglichst viele, möglichst billig. In diesem Jahr habe ich etwa ein halbes Hundert Großwild auf die Decke gelegt. Näheres kannst du bei mir nachlesen. Der tatsächliche Beweis ist nun vielfach erbracht. Das Lutz Möller KJG an sich kann das. Etwaige Fluchtstrecken verursacht allein der Treffersitz, also der alles entscheidende Steuermann, näheres lies bei Gnu 2008 und Die Afrikalehre 2008. Selbst wenn das alles nur für den trockenen ballistischen Beweis getan werden mußte, bracht es mir Spaß. Ich tue das gern und es gelingt mir gut. Ich gewinne den Eindruck, die Kraft kommt erst durch Freude!

Auch bemühe ich mich im Sinne der Waidgerechtigkeit den tödlichen Schuß so gut wie möglich anzutragen, damit die Kreatur nicht unnötig leidet. Ob das bei dem Gemetzel so gewesen ist, lasse ich mal dahingestellt.

LM: Jan, grundsätzlich trage ich nur mögliche und sinnvolle Schüsse an. Wenn mal ein Treffer nicht sofort die gewünschte Wirkung zeigt, schieße ich nach.

Spaß habe ich im Schießkino. Dort ballere ich auf eine Leinwand bis die Läufe glühen und amüsiere mich wohl wissend, daß es niemandem weh tut.

LM: „Guter Rat“: Vielleicht solltest du es unter diesen, deinen Umständen dann auch dabei belassen ☻!

Liebe Grüße, Jan, Montag, 11. August 2008 13:02


Nicht mit mir

Herr Möller,

ich habe soeben Ihren Bericht über die Vernichtungsaktion an australischen Wildeseln mit Ihrer Beteiligung, zum Beleg das Ihre Geschosse funktionieren, gelesen. Das halt nichts mit Jagd zu tun.

LM: Das sagte ich bereits in Vorrede!

Es erinnert vielmehr an die Bisonmassaker im vergangenen Jahrhundert in den Staaten. Sie beschreiben Ihre Kaltblütigkeit bei der Arbeit und das dies Ihrer Erfahrung geschuldet ist, und nichts mit Blutrausch zu tun hat. Ich bezweifle diese Aussage. Das ist Freude zu töten und keine Jagd mit Beutecharakter.

LM: Stimmt. Hier kam es nicht auf die Beute, sondern auf den Tod der Bejagten an.

Ich trage mich seit längerer Zeit mit dem Gedanken auf Kupfergeschosse umzusteigen. Eines kann ich Ihnen versichern, sollte es soweit sein, wird das kein Lutz Möller KJG sein.

Eigene fehlende Moral kann man nicht damit entschuldigen das man nur die Natur imitiert

LM: Der Mensch imitiert die Natur nicht. Er ist ein Teil von ihr. Wir sind Räuber, falls sie das noch nicht wußten. Als solche räubern wir gern!

, oder das der Job getan werden muß. Wenn jemand den Australiern bei ihrer Arbeit hilft, darüber öffentlich berichtet um sein Erzeugnis damit zu bewerben, so entspricht er zumindest meinen moralischen Ansprüchen nicht mehr.

LM: Was soll den die Moral dabei. Was soll an der Sache denn falsch sein? In Australien fehlen Beutgreifer. Die eingeborenen Flora ist an die eingeführte Faune (Raufutterfresser) nicht angepaßt. Alle jemals dort eingeführten Tiere sind irgendwann ausgekniffen und verwildert und inzwischen eine Plage. Also greift man ein, um die Sache in den Griff zu kriegen.

Ich bin sehr gespannt ob sie diese Zuschrift auch in Ihren Seiten veröffentlichen werden.

LM: Gesittete und sachbezogen Bemerkungen finden bei mir immer eine Platz.

M. Lock, Dienstag, 12. August 2008 00:24

Glückwunsch

Hallo Herr Möller,

ja jetzt paßt das besser. (LM: nämlich die Kostenangabe ohne vergessen letzte Null). Aber: Es ist dennoch günstig. Ich sollte mir den auf jeden Fall mal auf der Jagdmesse ansehen, Oder wenn Sie mal einen Mitfahrer suchen…

TOLLE BERICHTE HABEN SIE DA VERFASST. Klasse. Ich lese jeden Tag mit Genuß.

Haben Sie eingendlich einen genauen Ansatzpunkt wie viele Leute Ihre Seite besuchen? Pro Woche?

Gruß FM, Dienstag, 12. August 2008 07:28

Moin FM,

die drei werden im Februar nach Deutschland kommen und Nils und ich werden Sie besuchen. Ich lade sei ein mitzukommen. Dann können Sie sich selbst en persönliches Bild von ihren Gastgebern machen. Deutsch Gäste sind ihnen sehr willkommen.

Derzeit lesen etwas 2.500 Leute täglich, siehe den Zähler

Waidmannsheil, Lutz Möller,

Mörder mit Spaß☻!

Guten Morgen,

ich finde es schon berkenswert wie sich mache Leute doch über die Bejagung der Schadflächen in Australien aufregen. Ich überlege nun, ob ich jetzt auch ein unmoralischer Tiermörder bin, wenn ich mit Freude Krähen vom Himmel hole? Den Spaß bei der Sache kann ich nämlich auch nicht verleugnen. Vielleicht ist eine Krähe nicht ganz so ein Lebewesen wie ein Büffel oder ein Esel weil es ein paar Kilo weniger wiegt ☻? Mein Gewissen kann sich also beruhigen wenn ich nächstes mal mit Spaß die Schädlinge umgebracht habe.

Mit freundlichen Grüßen, Jürgen Herrschaft, Dienstag, 12. August 2008 11:45

Warum Heuchler?

Hallo Lutz,

ich merke, du teilst gerne aus, hast aber keinen Spaß einzustecken.

LM: Du etwa? Bist du Masochist? (Da ist so einer, der sich einen englischen Koch hält!)

Du schriebst, deinem Jagdbegleiter Nils war die Schießerei auf die Esel zuwider. Er rührte fürderhin kein Langohr mehr an.Er hat die Lehre aus der Metzelei für sich gezogen. Andere müssen das gar nicht erst üben, sondern wissen vorher schon, daß sie das nicht mögen. Deswegen sind diese Menschen sicher keine Heuchler.

LM: Nein.

Eine Krähe schieße ich auch, falls ich die erwische. Das gehört zur Jagd. Aber als mich ein Bekannter fragte, ob ich ihm beim Töten eines Dutzend Damwild aus seinem Gatter behilflich sein wolle, lehnte ich ab. Ich bin Jäger, nicht Schlachter! Wenn der Bekannte jetzt Schwierigkeiten bekommen hätte, meinetwegen termingerecht sein Wildbret abzuliefern, hätte ich ihm geholfen. Dann hätte ich mir die ARBEIT gemacht, nicht den SPASS.

LM: Im Gatter können die Tier ja auch nicht weg.

Ich bin kein Literat und habe so meine Schwierigkeiten, mich auszudrücken, aber vielleicht hast du jetzt verstanden, daß ich den Spaß an der Jagd nicht auf die Schießerei beschränke, sondern das vielmehr allein der tödliche Schuß ohne das Vorher und Nachher der Jagd für mich kein Spaß ist.

Für Nils gilt das vielleicht ebenso. Sprichst du jetzt nicht mehr mit ihm?

LM: Jan, ich verstehe dich gut. Mir geht es genauso. Die Jagd hat drei Spannungen: Erstens die Spannung das Wild zu finden, um es dann erst fangen zu könne. Das ist ein Kräftemessen ungleicher Sinne zwischen Mensch und Tier, bei dem oft das Tier die Nase vorn hat und gewinnt. Zweitens, wenn der Angriff erfolgt, meist mit dem Gewehr, die Spannung zu treffen. Drittens, nach dem Schuß, die bange Erwartung des Erfolges, ob es richtig getroffen ist und liegt, oder flüchtete, wenn ja, wohin. Bei den Angriffen auf die Herden, ob nun Esel oder Büffel kommt eine weiter Spannung dazu, nämlich in dem Gewusel, schnell genug richtig zu schießen und zu treffen, daß keiner entkommen, wenn es um die ganze Herde geht. Das bedeutet unter Zeitdruck richtig handeln zu müssen, außerdem dauert es länger, als beim Einzelschuß. Mir bringt auch das Spaß. Nils nicht. Ich rede immer noch mit Nils und er bleibt mein Freund. Als Heuchler bezeichne ich Jäger, die nicht zugeben Spaß an der Jagd zu haben. Kein Mensch kann mir weiß machen, er nehme jede Menge, Mühe, Kosten und Leiden auf sich, ohne mit Lust dafür belohnt zu werden. Gerade draus besteht die Leidenschaften, auf der Kunst und dem Genuß eine Spannung aufzubauen dich sich dann bei gewissen Handlungen angenehm entlädt. Ob die Leidenschaft eher natürlich ist, also ursprüngliche Leibesbedürfnisse befriedigt und ursprüngliche Instinkte bedient (Hunger, Durst, Geschlecht, Jagd, Kampf) oder höher geistige Anstrengungen erfordert (Musik, Kunst, Geschäft) ändert nichts an dem allgemeinen Leidenschaftsmuster. Erst das Leiden (die Mühe, die Anstrengung, das Warten) ermöglicht die Lust. Eine Spannung zu lösen beding vorher eine Spannung aufzubauen.

Im Gatter ein Tier tot zu schießen erfüllt für ein erfahren Jäger der sein Wild sowie seine Waffe und Munition mit ihrer Wirkung kennt die Anforderungen an ein Leidenschaft nicht. Eine Spannung = kein Lust. Du kannst dir vorstellen, daß ein Geschoßentwickler wie ich, das unter Umständen (neues Geschoß, unbekanntes Wild) doch gespannt ist, wie es wird. Dann sähe das anders aus. Da aber ist nicht die gewöhnliche Lage des Jägers. Verstehen wir uns nun?

Nichts für ungut, Lutz, ich mag dich trotzdem und würde gerne mal mit dir jagen gehen.

LM: Mal sehen, wann und wo.

Liebe Grüße, Jan, Dienstag, 12. August 2008 21:04

Zu Büffeljagd in Australien 2008

Sehr geehrter Herr Möller!
Lieber Herr Möller!

Schon einmal habe ich Ihnen geschrieben, daß ich allein Ihrer "profunden Art" wegen so gerne Ihre Seiten lese. Freue man sich doch über klare Worte! Klare Worte lassen einen doch eher lernen, das Wesentliche sehen und zu einem eigenen Standpunkt finden. So geschwollen mein letzter Satz auch klingt, ich kann mit Ihren Berichten durchaus etwas anfangen! Was sind das bloß für Mannsbilder, deren Zuschriften hier solcherart beantwortet werden müßen, daß man Ihnen vorher das Leben erklärt?

Echauffiert grüßt Ihre Anneliese, 17, Österreich


Enfant terrible für Spießbürger und (Pseudo)Moralisten

Servus Lutz,

schön das du wieder wohlbehalten daheim bist! Ein Weidmannsheil für Australien zu allen deinen Erlebnissen. Manche Stellungnahmen zu Australien haben mich verwundert. Du hast ja bereits im Finnlandbericht dargelegt, daß die dortige jagende Bevölkerung etwas andere Jagdmethoden anwendet und vor allem warum.

Du hast dich mit der dortigen (Jagd) Kultur auseinandergesetzt und deinen Lesern erklärt, genauso wie jetzt bei Australien. Andere Kulturen sind als Gast ebenso hinzunehmen wie die eigene - aber nicht zu verurteilen. Was die Anderen (Kulturen) tun oder nicht tun - das nicht den eigenen Vorstellungen entspricht zu verurteilen - ist schlichtweg spießbürgerlich. Es kann doch nicht sein, die eigene Kultur als einzig gültige zu sehen und alles andere zu verdammen (oder versuchen den eigenen Stempel aufzudrücken). Bei Reisen in andere Kultur(kreise) sich den dortigen Gegebenheiten anzupassen ist scheinbar bei manchen Mitbürgern etwas Verlerntes. Die wollen die erlernten, erzogenen oder selbst gesetzten Schranken und Grenzen im Gastland gar nicht verlassen, um die Gastgeber doch besser zu verstehen und ein Miteinender für die Dauer des Aufenthaltes zu beider Freude zu gestalten. Jeder hat die Entscheidungsfreiheit (jetzt einmal jagdlich gesehen) sich in einem Gastland den dortigen Gegebenheiten anzupassen oder erst gar nicht hinzufahren.

Jemanden zu bemeckern der es macht, freizügig und detailgenau darüber berichtet und auch seine Emotionen beschreibt, das sind dann die Engstirnigen und Pseudomoralisten. In unserer heutigen Gesellschaft haben so viele das „in-sich-hinein-zu-horchen“ verlernt. Das ist doch die Voraussetzung, um die eigenen Grenzen auszuloten und auch um Grenzerfahrungen zu sammeln. Ich finde, Lutz, du hast das in hervorragender Weise beschrieben.

LM:

Danke!

Horizonterweiterung ist hier der entsprechende Begriff. Aus deinem erstklassigen Australienreisebericht habe ich für mich sowohl Sachliches als auch Gefühltes gewonnen. Danke dafür!

Weidmannsheil aus Niederösterreich, Oskar, Mittwoch, 13. August 2008 09:40

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