Lies alte Geschichten zu Lutz Möller 6,5x57 KJG Munition

Lutz Möller 6,5 mm KJG Geschoß 6503; 6 g schwer; 31,5 mm lang; BC 0,452
für 75 mm lange 6,5x57 Patrone 60 cm Lauf, GEE 223 m,
± 5 cm Reichweite 258 m
| Pulver | Masse [g] | Dichte [%] |
Druck [bar] | Umsatz [%] |
V0
[m/s] |
Bemerkung | |
| höchst | vorn | ||||||
| Norma 203B | 3,01 | 95,50 | 3.884 | 726 | 99,36 | 1.016 | empfohlen |
| PCL 507 | 3,00 | 91,40 | 4.188 | 698 | 99,98 | 1.027 | gesteigert |
| PCL 516 | 3,20 | 95,50 | 4.275 | 733 | 98,81 | 1.035 | gesteigert |
| Rottweil R903 | 3,10 | 100,6 | 3.879 | 721 | 99,69 | 1.014 | |
| Flugbahn | |||||||
| Weite [m] | 0 | 50 | 100 | 150 | 200 | 250 | 300 |
| Schnelle [m/s] | 1.016 | 978 | 941 | 905 | 869 | 835 | 802 |
| Bahn [cm] | -4,5 | +1,2 | +4,4 | +4,9 | +2,3 | -3,6 | -13,0 |
| Leistungen | |||||||
| Fleisch [cm] | 68 | 67 | 66 | 65 | 64 | 63 | 62 |
| Knochen [cm] | 14 | 13 | 13 | 12 | 12 | 11 | 10 |

Guten Tag Herr Möller,
nachdem ich nun einiges schwächeres Rotwild von 40 bis 70 kg und ein paar Rehe
mit der 6,5x57, 6 g KJG Munition erlegte, schicke ich
Ihnen hiermit meinen Erfahrungsbericht und bitte gleichzeitig um Aufklärung.
Grundsätzlich lief Rotwild „wie gelähmt“ 20
- 30 m und das 6,5 mm Lutz Möller Geschoß schoß immer
aus!
1. Schmalspießer | 150 m | 20 m Flucht | Kammertreffer mit Bluterguß auf der
Ausschußseite.
2. Schmaltier | 230 m | 25 m Flucht | Extremer Tiefblatttreffer mit starken Blutergüssen auf der Ausschußseite.
3. Schmaltier | 160 m | 30 m Flucht | Kammertreffer halbschräg von vorne mit starken Blutergüssen auf der Einschußseite!
4. Schmaltier | 90 m | 15 m Flucht | Kammertreffer ohne Blutergüsse.
5. Schmalspießer | 80 m ziehend beschossen | Eintreffer 20 cm hinterm Blatt, Hirsch drehte sich im Treffer, torkelte nach 20 m, brach zusammen, kam wird wieder, um nach weiteren 15 m am Waldrand zusammenzubrechen. Nach einer halben Stunde kam der Hirsch wieder hoch, macht 10 Schritte und fiel auf den Rücken. Ich habe Ihn dann abgenickt (wenn ich gewußt hätte, daß er noch lebte, natürlich schon früher!). Beim Aufbrechen zerrissener Pansen, Leber und Lunge angerissen und trotzdem nicht sogleich verendet? Keine Blutergüsse!
6. Kalb | 90 m | Lungentreffer | 20 m Torkelflucht.
7. Kalb | 70 m Hochblatt | fiel und lag im Feuer.
8. Bock | 40 m | leicht schräg von vorn | ganze Blattschaufel zertrümmert | fiel und lag im Feuer.
9. Bock | 140 m ziehend | Weichtreffer | lag nach 30 m mit zerfetztem Pansen | Bombenwirkung für schlechten Treffer!
10. Bock | 230 m | Blatttreffer | drehte sich 2 x um die eigene Achse und verendete.
11. Bock | 120 m | Hochblatt | fiel und lag im Feuer.
12. Geiß | 135 m | Blatttreffer | keilte im Treffer mit den Hinterläufen aus, flüchtete 50 m steil nach oben! | Herz, Lunge Leber, alles kaputt, keine Blutergüsse!
13. Jungfuchs | 70 m | fiel und lag ohne große Zerstörungen im Feuer.
Ist Ihnen die optische Lähmungserscheinung bekannt?
LM: Nein.
Wäre mehr Masse und etwas geringere Rasanz teilweise vorteilhafte?
LM: Nein, durchaus nicht!
Bemerken möchte ich noch die hervorragende Präzision der KJ-Geschosse. Haben Sie eigentlich eine Jouletafel für Patronen?
LM: Siehe Energie.
Alles in allem glaube ich, Sie haben ein hervorragendes Geschoß entwickelt.
LM: Danke sehr!
In meinem Falle gab es zwar kuriose Trefferverhalten. Ich bin dennoch von der Patrone restlos überzeugt bin. Letzte Woche unterhielt ich mich noch mit Fachleuten und erfuhr, nicht alle Waffen schössen mit dem Lutz Möller KJG und lieferten beste Ergebnisse. Allerdings bin ich grundsätzlich davon überzeugt, nicht alle Waffen des gleichen Kalibers und mit dem gleichen Geschoß bringen gleiche Ergebnisse. Vielmehr glaube ich, manche Waffen töten in der richtigen Kombination besser, aber andere schlechter.
LM:
Zielwahl und Treffer bestimmen die Wirkung vor allem anderen.
Mit Waidmannsheil, bekannt, aber auf Wunsch nicht genannt, Montag, 22. September
2008 20:18
Lieber Ungenannter,
um eine begründete Aussage zu einem gewissen Treffer fassen zu können, muß ich genaue Kenntnis davon haben. Sofern ich nicht vor Ort war, benötige ich die üblichen Bilder. Nämlich sind das Ein- und Ausschuß von außen in der Decke. Desgleichen von außen, ohne Decke oder Schwarte, dann einen oder zwei Blicke in die Kammer mit Ein- und Ausschuß von innen. Dann benötige ich die, hier gelieferten, Jagdentfernungen, und am am besten auch noch eine Beschreibung, wie sich das Wild vor und nach dem Schuß und Treffer verhielt (hier teilweise angegeben).
Weil das Unabdingbare nicht vollständig ist, sage ich zu den Treffern und Wirkungen nichts sagen. Gleichwohl verdient Ihre Fragen zu den Nahtreffern unter 100 m Schußweite :
„Ich glaube fast, die 6,5x57 KJG Munition sei so rasant, daß sich ihre Leistung auf unter ± 100 m nicht richtig entfaltete!“
eine Antwort. Sie überschrieben Ihre Zuschrift mit „Schußzeichen“. Ich vermute daher, Sie meinen die Antworte des Wildes auf den Treffer bei kurzen (< 100 m) Entfernungen oder darüber. Die Entfernung zum Wild bestimmt das Geschehen schon mit, aber weniger technisch (also Ziel- und Wundwirkung) sondern eher vom Äugen und Vernehmen. Je näher Sie am Wild , wenn Sie das beschießen, sind, desto wahrscheinlicher wird das Wild Sie bemerken. Mündungsblitz und -krach vermindern sich über die Entfernung umgekehrt zur wachsenden Kugelfläche oder ~ 1/Abstand zum Quadrat. Unter 100 m Abstand wird das beschossen Wild also vermutlich merken, daß Sie es beschossen, jedenfalls aber daß Sie überhaupt da sind. Einen vernünftigen Zusammenhang zwischen Blitz, Krach und Treffer kann das Wild nicht herstellen, da es nicht denken und nicht vernünftig sein kann. Das Wild verhält sich artgemäß, nämlich wie seine ererbte Überlieferung bestimmt. Eben dieses Verhalten hier hat sich das Wild im Lauf der Entwicklung über viele Erbfolgen unter dauerndem Auslesedruck angeeignet - nicht als bewußte Handlung, sondern als Überlebensergebnis ungewollter (zufälliger) Abweichungen von der Art (Mutationen) die immer vorkommen.
Sehr schön konnte ich diese Tatsache in diesem Sommer (unserem) im australischen Winter in Australien 2008 beobachten. Büffel und Esel, die ich dort jagte (im australischen Verständnis aber als Pestkampf) leben von Menschen und Raubwild unbehelligt auf riesigen Flächen. Raubwild gibt es nicht. Menschen sind selten. Obwohl also die einzelnen Wesen ihre Verhalten nicht selbst aus eigener Erfahrung erlernt haben können, zeigen Sie aber dennoch gemeinsames Verhalten, eben das artgemäße, der ererbten Überlieferung entstammende: Esel flüchten eher als Büffel. Ist das denn ein Wunder? Nein!
Esel sind können sich wenig wehren, als müssen sie bei vermeintlicher Gefahr flüchten.
Büffel können für viel andere Tiere ungenießbare holzige Gräser äsen. Dafür benötigen Sie einen riesigen, schweren Verdauengapparat, der leichtfüßiger Flucht behindert. Daher sind Büffel groß und wehrhaft - müssen es sein. Die rennen bei Gefahr nicht weg, sondern kämpfen - erfolgreich. Auch Büffel vermeiden Gefahren, indem sie vermeintlichen Gefahren ausweichen, aber eben nicht wie mustermäßige Fluchttiere (Hirsch vor Wolf - dieses aneinander gewachsene Renngespann), sondern gemächlich. Wenn die bauchbedingte Gemächlichkeit nicht mehr hinreicht zwischen Angreifer und Herde genügend Abstand herzustellen, können Büffel eben auch anders.
Solche artbedingten Unterschiede bemerkt der Jäger auf der Jagd, so auch Sie. Reh sind Schlüpfer, allen lebende Verstecker. Rotwild ist steppengewohntes Fluchtwild mit außerordentlich ausgebildetem Bewegungsapparat, einschließlich Lichtern, Herz und Lungen. Rotwild rennt. Wenn schon eine kurzläufige Sau im Dauerlauf 30 km/h vorn kommt, anziehend auch schneller, bringt sich das Rotwild vermutlich 70 - 80 km voran. Weite Sprünge rechen gern auch mal 10 m über Gräben und Klüfte.
Ihre Beobachtungen zu den Schußzeichen auf Geschoß und Waffezurückzuführen zu wollen, verwirren Ihnen nur den angemessen Blick auf die jagdliche Lage. Die bestimmt das Geschehen immer vorrangig, die benutzte Technik immer nachrangig. Das sollten Sie betrachten.
Waidmanns Heil, Lutz Möller, Montag, den 22. September 2008,
Hallo Lutz,
23. November 2008, zweiter Teil!
LM: Wo steht der
erste?
Heute mußte ich nach dem Morgenansitz beim Kirren bemerken, man hatte mir die
Wildkamera gemopst. Na ja, eigentlich habe ich ja damit gerechnet daß es früher
oder später geschehe, sie daher günstig geradewegs in U.S.A. gekauft und nur gut
getarnt weit ab von Wegen genutzt. Am Mittwoch ging mir beim Speicherwechsel
noch durch den Kopf, daß sie nach dem Laubfall doch zu gut zu sehen wäre - Das
war sie wohl. Nun ist sie weg. Mich überkommt dabei mehr Enttäuschung als Ärger.
Wer latscht da durch den Wald und hat so wenig Achtung vor fremdem Eigentum? Wie
hat mein alter Lehrer in so einem Fall immer (im Scherz) gerufen. „Hand ab
hacken, Hand ab hacken !“
LM: Nicht dumm, der
Mann!
Nach einem leckeren Frischlingsbraten wollten wir (meine bessere Hälfte und ich)
dann doch noch einmal nachschauen, ob es vielleicht nicht nur Vandalismus war
und die Kamera irgendwo im Wald lag. Sehr handlich war die sie in ihrem
Versteck, einem Nistkasten zusammen mit der 12 V Batterie, ja nun wirklich
nicht. Aber die Hoffnung mußten wir schnell aufgeben.
Bei der anschließenden Pirsch durchs Revier wurden wir dann etwas entschädigt.
Ein guter 6er Bock war zusammen mit einer starken Ricke, einem
schwachen Bockkitz und einem stärkeren Rickenkitz oder schwachen Schmalreh
ausgetreten. Um den Sprung genauer ansprechen zu können, mußten wir den Rückzug
antreten, einen größeren Bogen schlagen und durch den Wald zu einem kleinen
Hochsitz pirschen. Von dort sollten die Stücke in Schußweite ansprechbar sein.
Zehn Minuten später war ich am Hochsitz. Die Rehe standen jetzt noch ~ 200 m vom
Sitz entfernt, zogen aber auf mich zu. Offensichtlich waren sie auf dem Wechsel
zwischen zwei Waldstücken.
Die Ricke konnte ich eindeutig ansprechen, ebenso das etwas schwächere Bockkitz.
Das zweite weibliche Stück war eindeutig schwächer als die Ricke, und wurde als
starkes Rickenkitz angesprochen. Da das Geschlechterverhältnis in unserer Jagd
dringend nach der Minderung der weiblichen Stücke ruft, galt es das weibliche
Stück zu erlegen. Das zog nun schon zügig auf den Einstand zu. Ein leiser Pfiff,
es verhoffte im Fadenkreuz und das 6,5 mm KJG war aus
dem Lauf.
Im Feuer ruckte es kurz zusammen, schlug dann einen engen Bogen und nahm recht
langsam den Rückwechsel an. Ich hatte zwar schon durchgeladen, aber im Glas
konnte ich deutlich die unsicheren Schritte erkennen und nach 30 m fiel das
Stück, hob kurz noch einmal den Träger, dann war der Spuk vorbei.
Ich war natürlich mehr denn je auf den Sitz der Kugel gespannt, denn bisher
hatte mir die 6,5 immer die etwas weiteren Fluchten im Vergleich zur 9,3
beschert, aber der Sitz der Kugel entscheidet letztlich.

Hier zunächst einmal der Anschuß: deutlich und reichlich Lungenschweiß mit guter
Schweißfährte bis zum Stück

Schweiß auf 30 m

Dann am Stück der Einschuß, mehr schaumiger Schweiß als Zerstörung.
Wüßte ich es nicht anders, ich hätte dennoch den Ausschuß für den Einschuß
gehalten.

Ausschuß
Waidmannsheil, V.T., Sonntag, 23. November 2008 16:08
Lutz,
es war übrigens ein
Leberknotenschuß, Lunge völlig, Leber teilweise zerstört.
Am Abend standen auf
gleicher Wiese schon wieder 6 Stücke, allerdings in tiefer Dunkelheit.
Gruß, V., Sonntag, 23. November 2008 19:04
Hallo Herr Möller,
mit tiefer Bestürzung mußte ich heute zur Kenntnis nehmen, daß ich meiner
täglichen Lektüre beraubt wurde! Auch wenn die jagdarme Zeit nun bald zu Ende
geht, wird mir Ihre hoch informative Seite fehlen. Nur der Hinweis "Wir werden
uns im Netz bald wiedersehen" läßt mich hoffen. Ich nehme stark an, es gibt
einige Menschen die in dieser Angelegenheit so denken wie ich. Nicht umsonst
befand sich Ihre Seite immer so zwischen Platz 6 und 8 auf der Hitliste. Hoffe,
daß Sie bald wieder Zeit für uns darbenden haben werden. Bis dahin auf jeden
Fall meinen Dank für die bisherige "Erleuchtung".
Zum Abschluß zwei Bilder die (mit) erklären, warum
Lutz Möller KJG einfach die Besseren sind:
Probeschuß im Revier auf ~ 100 m; 6g KJG in 6,5x57; Mauser M03, Lauf 52cm (OK,
ich weiß, ist eigentlich zu kurz, schießt aber trotzdem wie der Teufel)

Deckel an Baum mit Ziel

Kronkorkenziel mit Treffer
Ich wünsche Ihnen alles Gute und ein kräftiges Weidmannsheil! Martin Weiss, Dienstag, 21. April 2009 12:05
Hallo Lutz,
über die Wirkung Deiner Lutz Möller Geschosse ist ja schon mehr als genug geschrieben.
Dennoch kann ich wieder etwas beisteuern.
Vier Stücke Rehwild (9,3x62) auf Entfernungen von 50-150m. Der Knopfbock auf 150
m lag im Feuer, die übrigen Stücke nach kurzer Flucht. Treffersitz jeweils
kurz hinter dem Blatt.
Ein Frischling (6,5x57) auf 30 m gleicher Treffersitz lag im Feuer
Ein Schmaltier (9,3x62) gleicher Treffersitz, zeichnet kaum, zieht dann
langsam in die Dickung und liegt nach etwa 80 m
Der
Wildbretverlust war in allen Fällen gleich Null.

Die Bilder sind von meiner Handy Kamera. Im Hintergrund erstreckt ich die Wiese an deren Rand die Salzlecke ist.
Gestern habe ich dann noch einen 3b Hirsch geschossen. 120 m, er stand vertraut an der Salzlecke. Da ich eigentlich auf Rehwild aus war, und die Brunft erst langsam beginnt, hatte ich nur die leichte 6,5x57 mitgenommen. Ich weiß, die 9,3x62 ist mit deinem Geschoß ein universelles Kaliber geworden, aber die leichte Mauser führe ich halt auch gerne einmal. Ich habe lange gezögert, ob ich den Schuß wagen soll,
LM: Warum denn nicht?
. . . ,aber schließlich siegte mein Jägerherz. Wieder bin ich gut abgekommen.
Der Hirsch zeichnet kaum merklich, dreht sich im Schuß nur nach links und
zog hinter dem zweiten Achter auf bekanntem Wechsel im Troll in den
Hochwald. Dort höre ich Äste brechen und schließlich das laute Klappern von
Standen die gegen starke Äste oder Bäume schlagen. Dann war Ruhe.
Ich ließ dem Hirsch noch etwas Zeit und machte mich dann auf den Weg zum
Anschuß. Dort selbst fand ich keinerlei Zeichen, aber da die Salzlecke ein
fester Bezugspunkt ist und ich den Wechsel kenne, kann ich den Boden
absuchend in den lichten Eichenwald folgen. Da sah ich sofort den
auffälligen, nicht zum bunten Laub passenden Wildleib liegen, der kaum
50m Flucht gemacht hat.
Auffällig war bei allen stärkeren Stücken, daß der Einschuß größer war
als der Ausschuß.
LM: Ja. Kenn ich vom Elch.

6,5x57 KJG Einschuß mit reichlich schaumigem hellrotem Lungenschweiß
Auch bei diesem Stück wies der Einschuß einen
Durchmesser von 4 cm auf. Der Hirsch stand etwas schräg, daher lag
der Ausschuß auf Höhe des Zwerchfells. Der Restbolzen erzeugte einen Ausschuß so dick wie mein kleiner Finger.
Da war so gut wie kein
Schweiß ausgetreten, vermutlich hat sich die Decke darüber geschoben, als
der Hirsch das Haupt herunter genommen hat. Vor dem Schuß hatte er es nach
oben zur Salzlecke gestreckt. Dafür trat aus dem Einschuß reichlich
schaumiger Lungenschweiß ausgetreten.
Die gute Schweißfährte vom Stück rückwärts verfolgend konnte ich
feststellen, daß sie nach 5 m angefangen hatte. Das ist nicht
verwunderlich, da aus dem Ausschuß nichts heraus geschleudert werden
konnte und der Einschuß sicher erst Schweiß geliefert hat nachdem
sich der Brustraum gefüllt hat.
LM: Genau so war das!
Insgesamt also eine Bestätigung der hervorragenden Wirkung. Mit einem
anderen Geschoß hätte ich diesen schrägen Schuß nicht gewagt und gerade der
größere Einschuß hatte hier, bei einer kleineren, grenzwertigen Patrone
eine wichtige Funktion.
LM: Nein, nein, vollwertig! Das zeigte ich bereits vor fünf Jahren in Afrika, siehe 6,5 mm Copper in Africa 2004. damals streckte ich gut 25 Stück unterschiedlicher Größe , aber auch deutlich größer als Rotwild.
Mit einem Vertreter der bleiernen Sippe bei winzigem
Einschuß und ohne Ausschuß wäre der Verlauf sicher anders gewesen.
Waidmannsheil,
Volker, Sonntag, 13. September 2009 09:19
Sehr schön Volker,
danke für Deinen Bericht und Waidmannsheil dem tapferen Erleger.
Gruß, Lutz
Hallo Herr Möller,
im Anhang ein Bild von meinem derzeitigen unvollendeten Vorhaben

Ich sende es Ihnen weil ich glaube das Sie dem
6,5 mm Kaliber recht wohlwollend gegenüber stehen. Ein paar Eckdaten:
-Argentino Mauser System von DWM
-Lothar Walther Lauf 650 mm, an der Mündung 22 mm dick
-Recknagel Flintenabzug
-EAW- Festmontage
-Boberg Schichtholzschaft
-Kaps 10x50 Abs.4
Sinn und Zweck der Übung ist eine Waffe mit der ich vor allem Fuchs und Reh
bejagen möchte, die aber auch für gelegentliche Besuche auf dem Schießstand und
dem Austüfteln von EigenLadungen taugt.
Was sagen Sie zu der Zusammenstellung?
LM: Gefällt mir gut, obwohl mir der Lauf zu dick und schwer ist. Gutes Glas, das Kaps!
Gruß, Mike Pries, Mittwoch, 15. September 2010 08:07
Tag Herr Möller,
mühsam nährt sich das Eichhörnchen. Ich wollte Ihnen eigentlich schon deutlich
früher meine, unserer Erfahrungen mit den KJG melden. Ich begann zunächst mit
der 6,5x57. Die .30er liegen noch original verpackt im Schrank. Ein
Freund von mir war mit der Leistung seiner alten 6,5 nicht zufrieden und
insofern waren wir dann schon 2 Prüfer.
Eines vorab, die Präzision Ihrer Geschosse war
beeindruckend, und zwar aus beiden Waffen!
Die Tiere, die ich mit der 6,5 erlegt habe, hatten Schüsse bei denen
Wildbretzerstörung eher eine untergeordnete Rolle spielte. Mein Jagdfreund, als
Arzt anatomisch besonders bewandert, erlegte einige Stücke Wild mit Schüssen im
Blattbereich und machte relativ schlechte Erfahrungen.
LM: Der Arzt sollte das aber eigentlich besser wissen. SagenSie ihm, er solle unbedingt Zielwahl beachten! Ein guter Jäger schießt einfach nicht auf das Blatt!
Er verwertet das Wild selbst. Wie gesagt, sowohl an der Tötungswirkung als auch an der Präzision gibt es nichts zu meckern. Aber die Zerstörungen im Wildkörper waren heftig.
LM: Bilder?
Insofern sind wir grad ein bißchen verunsichert und fragen uns, ob es wohl Sinn macht, die Geschwindigkeit zu mindern.
LM: Nein, mein harten leichtenGeschosse müssen schnell sein. aber Sie müssen sich einer vernünftigen Zielwahl befleißigen, statt auf die Blätter zu halten. Das ist verkehrt!
Mir ist klar, daß wir mit knapp 20 Stück erlegtem Schalenwild keine ausreichend große Stichprobe haben um auch nur einigermaßen valide Aussagen zu treffen.
LM: Ach was, der die Vorgänge versteht weiß von einem Stück für den Treffer Bescheid!
Aber es war bisher kein Stück dabei, von dem man
sagen konnte schnell getötet und wenig kaputt. Unten habe ich Ihnen die
Aufzeichnungen von 3 Stücken des Kollegen reinkopiert. Hier meine Erfahrungen:
Rotkalb, 60 kg, Abstand 200 m
Treffpunktlage, knapp hinter den Oberarmknochen getroffen, keine
Knochenbeteiligung
Fluchtfährte 60 m
Einschußblatt und Ausschußblatt ca 75% Wildpretverlust
Ausschußseite komplett von Bauchmuskelansatz bis Brustkern verschweißt
LM: Das ist ja kein Wunder. Warum schießt der
Mann denn völlig unnötiger Weise auf die Blätter, statt dahinter hoch ohne Herz
nur durch die Lungen zu schißen. So soll man halten und treffen. Reine hohe
Lungentreffer ohne Blatt oder Herz stören das Tier am wenigsten und zerstören es
auch am wenigsten.
Schmalreh, 11 kg, Abstand 120 m,
Treffpunktlage, Blattschuß, bei Auschuß Oberarmknochengetroffen
Keine Flucht
Beide Blätter nicht verwertbar, Stück „explodiert“, Zwerchfall gerissen
Beide Brustkorbseiten bis an den Rücken heran verschweißt.
Wildpretverlust etwa 30 %
LM: Das ist ja kein Wunder. Warum schießt der
Mann denn völlig unnötiger Weise auf die Blätter, statt dahinter hoch ohne Herz
nur durch die Lungen zu schißen. So soll man halten und treffen. Reine hohe
Lungentreffer ohne Blatt oder Herz stören das Tier am wenigsten und zerstören es
auch am wenigsten.
Kitz, ca 10 kg, Abstand 60 m,
Exakte Treffpunktlage, hinteres Blatt.
Beide Blätter nicht verwertbar, Rippenserienfraktur bei ein und Ausschuß,
Zwerchfell gerissen, Panseinhalt und Därme zerstört
Wildpretverlust ca 30%
LM: Das ist ja kein Wunder. Warum schießt der
Mann denn völlig unnötiger Weise auf die Blätter, statt dahinter hoch ohne Herz
nur durch die Lungen zu schißen. So soll man halten und treffen. Reine hohe
Lungentreffer ohne Blatt oder Herz stören das Tier am wenigsten und zerstören es
auch am wenigsten.
Die Präzision des Geschosses ist phantastisch. Wenn aber man dazu neigt, das
Wildpret selber zu verwerten, ist man schon etwas enttäuscht.
LM: Ja, ich von Ihnen, da Sie weder Wundwirkung gelesen noch verstanden haben, noch mich ohne beides fernmündlich um Rat gebeten haben. Dazu gab ich Ihnen ja meine Rufnummer mit der Auffrorderung sich bei Fragen bei mir zumelden. Dafür bin ich doch da! Ich hoffe Sie wachen nun auf und über denken das Geschen noch mal! Im Zweifel fragen Sie mich!
Danke & beste Grüße, H. D., Montag, 4. April 2011 13:36
Sehr geehrter Herr Möller,
Den Setzstempel Redding lang habe ich
dankend erhalten und 20 Patronen geladen. Geschoß KJG 6503, Hülsen RWS neu,
verwendet wie geliefert, 3,01 g Norma 200 und Zünder CCI 200.
LM: Halt! Norma 200 ist viel zu schnell für die Patrone. Ich empfehle Norma 203B, das viel langsamer ist
Ich warte noch auf das HORNADY Rundlaufmeßgerät und hoffe am kommenden Sonntag Zeit für den Schießtand zu finden.
LM: Aber bitte auf keinen Fall mit N200 in der 6,5x57!
Bei der ersten geladenen Patrone hatte ich das Geschoß noch zu tief gesetzt, 73,4 mm L6. Bei den folgenden ist die Patronenlänge 75 mm eingehalten. Das 2. Führband schließt exakt mit dem Hülsenhals rundum gleichmäßig ab.
LM: So sitzen meine Führbandgeschosse richtig.
Der äußere Hülsenhalsdurchmesser mit gesetztem Geschoss durchmißt 7.66 mm und man hat den Eindruck, leichte Wölbungen des Halses über den Führbändern zu sehen.
LM: H1 und H2 CIP Höchstmaß sind 7,65 mm Ø.
Meßtechnisch kann ich keine „Wellen“ am Hülsenhals erfassen.
Beim Versuchsrepetieren in einem gebraucht erworbenen Steyr-Mannlicher Luxus, Baujahr etwa 1980, konnte ich die kurze Patrone ohne Probleme laden, die Kammer ließ sich gewohnt stramm ohne jeglichen zusätzlichen Kraftaufwand schließen und wieder öffenen.
Die 75 mm langen Patronen erfordern einen
deutlich erhöhten Kraftaufwand beim Herunterklappen des Kammerstengels und auch
beim Ausrepetieren. Ich habe noch keinen Kammerausguß angefertigt und kenne
daher die Innenmasse des Lagers nicht. S&B und PRVI Patronen mit knapp 78 mm L6
und nur 7,38 mm außen durchmessendem Hülsenhals lassen sich ohne jegliche
Schwierigkeit laden, obgleich die 3 bzw. 4,6 mm länger sind, aber von der
Geschoßgestalt her offensichtlich schmaler in der Spitze.
Ich möchte gerne wissen, ob ich die 19 75 mm messenden Patronen auf 73,4 mm
zurücksetzen soll.
LM: Nein. Statt dessens sollen Sie das viele zu lebhafte Pulver entfernun und mit Norma 203B laden. Sonst gibt es wieder Steyr Luxus Schrott!
Die Geschosse stoßen vermutlich vorne an, aber ich weiss noch nicht genau wo.
LM: Vermutlich nicht, aber die Hälse sind recht weit. Im übrigen klemmen Patronen meist wegen der Schulter, nicht des Halses wegen. WennSie es ganu wissen wollen tuschieren Sie eine Hülse, laden und entladen die, sehen dan die Druck oder Kratzstellen und wissen Bescheid.
Danach würden die Patronen nicht mehr so gut aussehen. Der Hülsenauszugswiderstand und der Einpreßwiderstand würden dann aber vermutlich weniger stark zusammenfallen. Da dies meine Erstlinge als Wiederlader sind, möchte ich jegliches Wagnis ausschliessen und auf keinen Fall Steyr-Luxus Schrott II produzieren.
LM: Ah. Sie haben gelesen. Zumindest fliegt Ihnen
imVersagensfalle der „Salat“ nicht wie bei der R93 ins Gesicht. Füllen Sie das
richtige Pulver in die Hülse und der Rest wird harmlos.
Mit freundlichen Grüßen, Harald Giesen, Montag, 27. Juni 2011 13:27
Gönne Dir Munition der Lutz Möller GmbH vom Erfinder selbst.
Du wirst keine bessere finden.