Lies alte Geschichten zu Lutz Möller6,5x47 KJG Munition

Lutz Möller 6,5 mm KJg Geschoß 6503; 6 g schwer; 31,5 mm lang; BC 0,452
für 65,6 mm lange 6,5 x 47 Lapua Patrone 60 cm
Lauf, GEE 220 m; ± 5 cm Reichweite 254 m
| Pulver | Masse [g] | Dichte [%] |
Druck [bar] | Umsatz [%] |
V0 [m/s] |
Bemerkung | |
| höchst | vorn | ||||||
| Norma 200 | 2,38 | 89,2 | 4.336 | 535 | 100,0 | 988 | |
| Vectan Tubal 2000 | 2,38 | >90 | wie N200 | ||||
| Norma 201 | 2,58 | 99,8 | 4.402 | 600 | 99,64 | 1.003 | |
| Norma 202 | 2,58 | 103,7 | 4.390 | 582 | 100,0 | 1.004 | |
| Rottweil R901 | 2,46 | 102,4 | 4.383 | 575 | 100,0 | 997 | |
| 2,35 | 97,8 | 3.793 | 564 | 99,85 | 958 | ||
| Rottweil R902 | 2,55 | 104,6 | 4.196 | 587 | 99,39 | 984 | |
| PCL 508 | 2,61 | 91,4 | 4.345 | 595 | 100,0 | 1.011 | |
| Vectan SP 7 | 2,69 | 94,0 | 4.349 | 604 | 99,96 | 1.011 | |
| Vhitavuori N130 | 2,43 | 94,1 | 4.323 | 516 | 100,0 | 976 | |
| Flugbahn | |||||||
| Weite [m] | 0 | 50 | 100 | 150 | 200 | 250 | 300 |
| Schnelle [m/s] | 1.004 | 966 | 929 | 893 | 858 | 825 | 791 |
| Bahn [cm] | -4,5 | +1,3 | +4,4 | +4,8 | +2,0 | -4,1 | -13,8 |
| Leistungen | |||||||
| Fleisch [cm] | 67 | 66 | 65 | 64 | 63 | 62 | 61 |
| Knochen [cm] | 13 | 13 | 12 | 12 | 11 | 10 | 9 |


Hallo Herr Möller,
mir ist bei o. g. Patronen aufgefallen, die Ladeangaben HL, GEE, Reichweite,
Pulversorten, Flugbahn und Leistungen sind
vollkommen gleich. Bei der Lapua fehlen allerdings noch Einträge beim Pulver. Da
hat sich ein kleiner Fehlerteufel eingeschlichen, so nehme ich an.
Freundliche Grüße, Lothar Rode, Donnerstag, 14. Juni 2007 20:12
Wieso, Herr Rode,
Die Pulverdatenstehen inzwischen da. Die neue Lapua kommt bei höherem Druck in der kleineren Hülse aus kürzeren Läufen auf dieselbe Mündungsgeschwindigkeit der betagten Schwedenmauserpatrone. Dann bleibt der Rest auch gleich.
Lutz Möller,
Grüß Gott, Herr Möller !
Ich melde mich mal wieder, habe bereits die „Dunkle Kraft“ auf meiner
.22" Mag. Anschütz montiert, feine Sache.
Nun zu meinem Anliegen:
Möchte mir für den 300 m Stand bzw. 600 m Truppenübungsplatz eine Waffe kaufen.
Nach etlichen Suchen würde ich mich für G&;E Liegendwaffe
entscheiden.
,
Als ZF verwende ich ein bereits vorhandenes Nightforce NXS 8-32x56 mit einer EAW Schwenkmontage. Diopter und Korntunnel fallen weg. G&;E bietet die Waffe in 6 mm BR, 6,5x47 Lapua und 6,5x55 zu gleichen Bedingungen an. Ich werde das Ding auch gelegentlich auch in unser Revier zum Ansitz mitnehmen (Reh.- Rot.- bis 180 kg- bzw. Schwarzwild bis 100 kg) natürlich dann mit Ihren Lutz Möller Geschoßen. Schußentfernung aufs Haupt bis 150 m.
Nun meine Frage: Mit welcher Patrone fahre ich für den Stand am besten, bezügl.
Munitionspreis, BC-Wert (bin kein Wiederlader, wenn möglich würde ich die fertige
Mun. von Ihnen beziehen), unter Berücksichtigung, daß ich mit der entsprechenden Mun. (Kaliber) damit auch jagen möchte.
Genauigkeit ist für mich das wichtigste.
Eines noch, können Sie mir für mein Vorhaben diese Waffe empfehlen oder sollte
ich mich um eine andere Waffe (Empfehlung von Ihnen) umschauen, lege sehr viel
Wert auf Ihr Statement!
Vielen Dank,
Albert Tschapka, Donnerstag, 11. Oktober 2007 08:23
Tag Herr Tschapka,
wenn Sie eine Waffe zum Liegendschießen suchen, bietet Grünig &; Elmiger mit Ihrer Wahl sicher eine passende Lösung.
Die Patronenfrage ist auch einfach zu beantworten. Mit der 6,5x47 Lapua wählen Sie eine fortschrittliche Patrone mit besten innenballistischen und geometrischen Vorraussetzungen für wiederholgenaue Schußentwicklung. Die beiden anderen Patronen können die Eignung für beide Zwecke nicht so mitbringen.
Ich weiß nicht wieviel Sie schießen werden, aber möglicherweise lohnt sich eine andere Munition für die Scheibe als die Jagd.

6,5x47 Lapua Werksladung

Geschosse für die 6,5x47 Lapua
Kupferjagdmunition gibt es in einigen Ländern, aber wenn Sie viel und genau schießen wollen, sollten Sie selbst laden.
Das 6,5 mm KJG spitz fängt ihr gewünschtes Wild. Beachten Sie eine vernünftige Zielwahl.
Waidmannsheil, Lutz Möller,
Hallo Herr Möller,
ich habe als Jungjäger lange überlegt welche Waffen und Patronen ich für mich nutzen kann. Da ich in Österreich lebe, gehe ich auch in die Berge auf Jagd. Weiters bin ich in Siebenbürgen (Transilvanien) / Rumänien geboren und aufgewachsen, daher habe ich die Möglichkeiten genutzt und den Rumänischen Jagdschein auch gleich mitgemacht.
Nun, ich glaube für mich die geeignete Woll-Milch-Sau in form einer Sauer 200 gefunden zu haben. Diese Büchse hat einen Schulz &; Larsen Lauf für die 6,5x47 Lapua Patrone mit 2 mm Drallänge und 67 cm Länge.
Von einem Freund bekam ich ~ 60 6,5 mm Lutz Möller Geschosse.
Bei den Geschosse handelt es sich um die ALTEN KJG. Vielleicht können Sie mir
eine Ladung empfehlen, damit ich nicht, unter Umständen, alle ausprobieren muß.
Ich möchte natürlich das Maximum an Präzision aus der Patrone rausholen.
Weidmannsheil, Manfred Iftode, Samstag, 6. Dezember 2008 21:35
LM: 5,5 oder 7 g?
Hallo Lutz,
Vorab wünsche ich dir und deiner Familie frohe Weinachten (gehabt zuhaben )und
einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Die SWS 2000
Endlich war Anfang Oktober meine SWS 2000 fertiggestellt. Als ich sie abholte
war ich schon gut überrascht es ist eine grundsolide Waffe sehr sauber
verarbeitet mit einer brachialen Ausstrahlung. Die Waffe besteht aus dem SWS
2000 Magnum Mehrladersystem mit einen Lothar Walter Matchlauf (geflutet) 711 mm
Lang und einen 203 mm (8 Zoll) Drall. Der Schaft ist von MC Millan Modell A5 in
Bronze Grün. Ausgestattet mit einen Nightforce NXS 5.5-22*56 Mil Dot mit SWS
Montage 20 MOA Vorneigung.
Klar war es es sollte das Messner KJG sein, das falls es stabil und auch noch
präzise fliegt eine fast eierlegende Wollmilchsau sein müßte. Denn bei einem
Gewicht von 7,5 Gramm müßte es sich auch bei dieser kleinen Patrone auf eine
adäquate Geschwindigkeit beschleunigen lassen. Aber was mir beim Geschoß am
meisten imponierte war der angegebene B.C. von .711 die daraus resultierende
Weitschußtauglichkeit und Tiefenwirkung bei der Jagd. So fing ich an mit
QuickLoad hin und her zu rechnen und mir
Gedanken zu machen, welches Pulver wohl das beste sei, um meine
Wunschvorstellung nämlich ein Geschoß mit einen B.C. von .711 auf ggf. 950 ms +
zu beschleunigen (natürlich im sicheren Druckbereich). Das berechnete Bestpulver
für meine WunschLadung hieß Realoader 17 was bei ~ 4200 bar eine
unglaubliche Vo von 970 ms bringen sollte, zumindest in der Theorie. Aber ich
hatte mich zu früh gefreut es war zwar in QL und in den Listen meines Händlers
aber einige tage nach der Bestellung rief er mich an und sagte mir RL 17 sei in
Deutschland noch nicht zugelassen.
LM: Siehe Pulverlebhaftigkeiten. Rel 17 ist ein EI Niesen Pulver der Nitrochemie Wimmis AG
"Within the German Rheinmetall and the Swiss RUAG Group, the companies Nitrochemie Aschau GmbH and Nitrochemie Wimmis AG are combined into one entrepreneurial unit under the roof of the Management Company Nitrochemie AG domiciled in Wimmis (Switzerland). Nitrochemie is general contractor for charge systems and partner of ammunition producers for propellant components in the European and international markets. Nitrochemie offer the leading system producers know-how, future-oriented technology and the latest production resources."
Wimistreibladungspulver werden in Europa nicht in Kanistern vertreiben. Das nächstgelegene Boforspulver inDosen ist Norma URP.
Falls einer andere Infos hat oder schon im Besitz von RL 17 ist der möge sich bitte bei mir melden. Also probierte ich weiter und kam zu dem Ergebnis das Vihtavuori N 550, Norma URP, Norma 203 B, R 903 und RL 15 auch sehr gute Ergebnisse erbrachten zumindest auf dem Papier. Ich schaute welches Pulver ich selber noch hatte und welches meine Kameraden verwendeten und bekam N550, URP, R903. Das sollte erst mal reichen, denn ich wußte ja immer noch nicht, ob der Drall tatsächlich auch ausreicht das Geschoß stabil zu schießen und ob die SWS das Geschoß einigermaßen verdaut, aber da war ich eigentlich frohen Mutes, denn beim Feuerformen der Hülsen zeigte sich, die Waffe verdaute sämtliche zusammengestopfte Ladungen sehr gut. Keine der 10er Gruppen maß mehr als 15 mm viele unter 10 mm.
Als nächstes überarbeitete ich die Hülsen mit dem kompletten Ornat wo ich nicht näher darauf eingehe da die meisten wissen was 100 Hülsen für Arbeiten benötigen und machen. Ausgehend von 3,2 ml Hülseninnenraum Lapua Hülse, feuergeformt, halskalibriert, versehen mit einen Federal GMM 205 und 69 mm Länge lud ich, fuhr dann zum Schießstand. Die Waffe war gereinigt, der Mehl BMC war 18 dem Arm, die Ladungen sauber verpackt und beschriftet, das Schießbuch am Mann. Jetzt sollte sich zeigen wo der Frosch die Locken hat. Die Praxis wird es ans Tageslicht bringen. Daß ich in freudiger Erwartung war, bemerkte ich schon beim Aufbauen und ganz besonders beim ersten Anschlag, als ich sah wie das Absehen tanzte. Also los ging's. Ich schoß alle 5 Schuß ohne auch nur einen Blick auf das Trefferbild oder die BMC zu machen. Also Karte zurück und gestaunt.

SWS mit 5 Schuß Trefferbild und Geschoßrest im beschriebenen Beschußversuch
2,66 g R 903 (gerechnet 943
ms) erbrachten 15 mm umschlossen und 945 m/s im Mittel.
2,72 g URP (gerechnet 947 ms) erbrachten 14 mm umschlossen und 899 m/s im Mittel.
2,79 g N 550 (gerechnet 955 ms) erbrachten 14 mm umschlossen und 957 m/s im Mittel
Das war schon gewaltig, aber entsprach recht genau den
QL-Berechnungen nachdem man alles angepaßt hatte. Nur die URP-Ladung wich erstaunlich ab. Darauf
kontaktierte ich Hartmut Brömel, der erklärte das derzeitige Los sei deutlich progessiver, was die Messung deutlich zeigt.
Auch waren noch keine Zeichen von Überdruck (bei allen Ladungen) zu erkennen.
Der Grundstein ist gelegt. Aber was sich hier abzeichnete versprach sehr
viel, sowohl sportlich als auch jagdlich. Außerdem sind viele jetzt
schon eines Besseren belehrt, die die oben genannte Kombination gerade in Bezug auf die Außenballistik
belächelten, denn hier wird ein Geschoß
wahrscheinlich mit .711 er B. C. mit deutlich über 900 ms verschossen, was meistens
nur mit deutlich mehr Pulver und wesentlich mehr Geschoßmasse zu erreichen
ist und dadurch entstehen Nebenwirkungen.
In Quick Target zeichnet sich ja jetzt deutlich ab, was möglich ist. Die 957 ms
Mündungsgeschwindigkeit stehen
und vielleicht auch noch der ein oder andere Meter mehr, wobei das in der Praxis
keine große Rolle mehr spielt. Wenn jetzt auch noch ein tatsächlicher B.C.
von .711 vorhanden ist, dann kann dies kleine Patrönchen mit sehr geringen
Rückstoß und auch relativ geringen Laufverschleiß sehr weit vorne mitmischen .
Als nächstes werde ich die Ladungen hinsichtlich der Genauigkeit noch zu bessern suchen, aber viel wird sicherlich nicht mehr gehen, denn bei 14 mm
wiederholt umschlossen gemessen (14 mm – 6,7= 7,3 mm Streuung) bin ich
sicherlich die größte Variable.
Nun zur Jagd.
Sicherlich hat die SWS 2000 in dieser Zusammenstellung nicht die Gardemaße einer leichten und führigen Jagdwaffe. (Gesamtlänge 135 cm bei zarten 9.5 kg aufmunitioniert.)
Sie für mich auch in erster Linie eine Langdistanzwaffe mit militärischem
Äußerem die aber durchaus jagdlich voll einsetzbar ist.
Da ich von Deinen Lutz Möller KJG in der Vergangenheit nie im Stich gelassen worden bin, war ich
mehr als zuversichtlich das auch diese kleine Patrone mit dem Messner KJG bei
sauberen Treffer alles Wild, das ich zu bejagen habe, sicher zu Strecke bringt.
Allerdings schoß ich in der Vergangenheit und schieße in der Zukunft mit
Kanonen auf Spatzen.
In den meisten Fällen jage ich mit der TRG 42 in .338 Lapua Magnum und
verschieße daraus das 1076 ms (Mehl BMC 18)
8,5 mm KJG lang.
LM: Wie auch wir in Australien 2008 erfolgreich auf Esel, Büffel, Stier
Trotzdem wollte ich noch die eine oder andere Prüfung durchführen, denn Vertrauen ist gut, aber Prüfung ist besser. Präzision war deutlich mehr vorhanden als man in den meisten jagdlichen Situationen umsetzbar ist. Geschwindigkeit reichte mit 957 m/s auch aus. Ein Geschoß, daß aufgrund seines Werkstoffes, des Aufbaues und seiner Gestalt auf Tiefenwirkung getrimmt war. Mir war klar diese Zusammenstellung reicht auf alles mittlere Wild mehr als aus, wird dementsprechend sicher töten und auch Ausschuß bringen.
Dennoch wollte ich einen Versuch, der ungefähr
dem Widerstand
eines starken Überläufers in der Winterschwarte mit ordentlichen Schild
entspricht, bietet.
Viele werden jetzt lachen und fragen, wie will er das simulieren.
Vorab: Freunde von mir haben einen Wildhandel und wir haben dieses Jahr schon
über 2.000 Stück Schalenwild verarbeitet. Da wir bei großen Drückjagden die
ganze trecke aufbrechen, kann ich mir leicht wortwörtlich ein annähernd
den tatsächlichen Bedingungen entsprechendes Beschußschwein zusammenbauen. Vor allen
sehe ich täglich die Wirkung der Geschosse der guten und der schlechten Treffer
und finde bei den größeren Stücken sehr oft die Geschoßreste.
Also nahm ich mir zwei Blattschaufeln eines 113 Kg Rothirsches, einen
30cm breiten Wasserkanister, stopfte dort eine Lunge hinein füllte den Rest des
Kanisters mit Wasser. Also war der Widerstand hier sicherlich größer als bei
einen echten Überläufer und legte noch ein feiste Sauschwarte mit ordentlich Schlamm
in den Borsten drum.
Als ob ich es ahnte, stellte ich noch 30 l Wasserkanister als Kugelfang dahinter.
Das 6,5 mm KJG Messner durchschlug den gesamten Aufbau und lag am Ende Kugelfangkanisters.
Jetzt war ich mir sicher, mit der kleinen Patrone ist verdammt viel möglich.
Der Dezembermond kam und ich verlegte nach Brandenburg, nahm die bewährte TRG mit
und die SWS und nicht zu vergessen meinen Jagdtterrier Gerry. Schon ab
Magdeburg lag Schnee. Das hatten wir schon lange nicht mehr und ich freute mich
besonders, denn der ist ja mittlerweile selten geworden. Angekommen überlegte ich,
wie ich vorgehen wollte und überlegte mir, daß ich erst mal mit dem Hund und der
SWS an einer Dickung ansitzen wollte, da dort schon sehr früh das Rotwild
austritt. Als ich saß, sah ich wie heute 400 m entfernt hinten am Hang Rotwild austrat.
Also baumte ich kurzenentschlossen ab
und pirschte mit meinen Hund hinterher.

109,5 Kg im Anmarsch
Der Wind stand mehr als günstig. Nicht nur die Richtung paßte, sondern er machte leichte Geräusche. Als wir dran waren und sich im Ginsterhang eine Lücke bot, entschied ich mich hier in Stellung zu gehen um das äsende Rudel zu beobachten. Ganz außen stand ein einzelnes Alttier, führte weder noch leitete, war wie es aussah sehr alt. Das paßte also. Leider konnte ich nicht im liegen schießen da der Bewuchs zu hoch war deshalb setzte ich mich im Schneidersitz gut getarnt in den Hang nahm sicherheitshalber noch mal den Laser. Er zeigte 147 m. Ich befahl dem Hund noch mal Platz, nahm die Waffe, zog sie ein, überprüfte noch mal den Anschlag.

Guter Anschlag, wenn gelernt und geübt
Das Mil Dot stand recht ruhig auf dem Blatt. Der Schuß brach und ich kam ganz leicht hinterm Blatt ab. Ein Zeichnen konnte ich nicht erkennen, sah das Stück flüchten, aber nicht mit dem Rudel.
Anschließend blieb ich erst mal ruhig sitzen und trank einen Becher Tee und aß
einen nahrhaften Riegel. Meines Schusses war ich mir sicher. Was sollte passieren?
Schnee lag und mein Hund war mit dabei. Der ist zwar erst 13 Monate aber kleinere
Nachsuchen kann er schon meistern. Insgesamt war ich froh, daß das Tier noch
ein wenig gegangen ist, denn bei Schnee kann man sehr gut den jungen Hund
überprüfen.
Auf zum Anschuß! Da ist er. Ich prüfe. Reichlich Lungenschweiß liegt. Ich setze
den Hund an. Los geht die Reise, aber nach 35 m ist sie auch schon zu Ende
- da liegt das Tier mit
herrlichen Lungentreffer. Meinen Hund habe ich kräftig gelobt, genossen gemacht und die rote
Arbeit erledigt.
Das Tier war sehr alt, hatte schöne Grandeln und wog noch 83 kg.
Der Ausschuß war 1 Markstück groß und es war reichlich Schweiß in der Fährte.
Damit hatten Waffe und Ladung ihren jagdlichen Einstand gegeben und mit
Glanz gemeistert.
Da der Abend noch jung war, der fast volle Mond durch die Wolken drückte, und
zwar
auf Schnee, war das Licht ein Traum. Ich pirschte weiter. Es dauerte auch
nicht lange bis wir wir eine Rotte Sauen erspähten.
Ich will es kurz machen. In dieser Nacht erlegte ich noch drei Überläufer, alle so
um die 50 kg. Da sie alle nahe am Dickungsrand standen entschloß ich mich
jeweils aufs Blatt zu schießen. Alle Stücke fielen im Knall und blieben am
Anschuß liegen.
Die Entfernungen betrugen 74 m, 92 m und 118 m. Der Anschlag war wie auch
beim Rotwild im Schneidersitz: Ellenbogen auf die Knie, aber Vorsicht, nicht
Knochen auf Knochen. Das sollte für den ersten Abend reichen. Ich stellte die
Jagd ein, kochte mir noch einen Weidmannsheilkaffee und saß noch eine Weile
draußen und lies das ganze Revue passieren, denn vier Stück Schalenwild in drei Stunden ist mir auch noch nicht oft passiert.
Aber wie ein Freund zu sagen pflegte
„Entweder es geht leicht, oder aber es geht gar
nicht!“
Abends drauf erlegte ich noch ein Reh. Das stand im Feld 186 m entfernt,
als es das Lutz Möller KJG traf. Drauf flüchtete es 5 m.
Der Einschuß lag an der
Blattkante, der markstückgroße Ausschuß gegenüber. Die Fährte war reichlich
voller Lungenschweiß.
Als erstes Fazit kann man sagen das diese Zusammenstellung doch sehr Leistungsfähig
ist.
Sportlich muß sie sich erst noch auf 300 m , 600 m und 915 m beweisen, aber 957 m/s
und .711 BC stehen! Was soll also noch schief gehen?
Aber auch jagdlich in einer leichten führigen Büchse ist sie sicherlich eine
sehr gute Wahl, vor allem wenn jemand rückstoßempfindlich ist (muckt).
Leistungsmäßig ist sie sicherlich in der Lage alles kleine bis mittlere Wild
sauber zu strecken und auch starkes Wild braucht man bei sauberen Treffer nicht
zu fürchten.
Oben erwähnte ich schon, daß ich auch die TRG 42 in
.338" LM, die mir in den
letzten Jahren reichlich Weidmannsheil beschert hatte, im Verlauf der Dezemberjagd weiter einsetzen
wollte, da sie erstens drei Kilogramm leichter
als die SWS ist und durch Bandagen besser gegen Schmutz und Kratzer
vorbereitet ist, denn in diesen Truppenübungsplatz ähnlichen Gelände ist beim
Pirschen fast unvermeidlich das die Ausrüstung stark in Mitleidenschaft gezogen
wird.
LM: Siehe http://kjg-munition.de/Jagd/Panzersteppe.htm">
Panzersteppe!
Diesmal waren mir Hubertus und Diana wirklich hold. Ich erlegte am nächsten
Abend noch zwei Schweinchen und ein Rotschmaltier und schoß ein drittes Schwein
leider Gottes krank. Doch dazu folgt gleich mehr.
Jagdlich ist es zwar schwer Vergleiche zu ziehen, aber das Schmaltier als auch
das Alttier wurde unter ähnlichen Bedingungen erlegt. Entfernung, Treffer, Stärke,
Fluchtstrecke waren ähnlich. Nur
beschoß ich das Schmaltier mit 6800 J E0 aus der mächtigen
.338 LM. Das ging 30m
weit.
Das Alttier beschoß ich mit 3.400 J E0 aus der kleinen 6,5x47 Lapua. Das ging 35 m weit. Was lehrt uns das?
LM: Nichts. Zielwahl, Treffer und Entfernung bestimmen das Geschehen nach dem Treffer vorrangig, ein bißchen noch das Geschoß, aber die Patrone kaum.
Ingesamt erlegte ich dieses Jahr 40 Stück Schalenwild: Schwarz-, Reh-, und Rotwild meist mit der TRG 42 in .338 LM 12g KJG.

XR 15 M5 Comp, die „Lieblingswaffe“ aller Jäger
Einige erlegte ich aber auch mit der XR 15 M5 Comp. in .223 Rem (die von den Jägern meist gehaßte Waffe). Laboriert ist sie mit dem 3,4 g Barnes TSX .
Das Lutz Möller KJG verwende ich deshalb nicht da es für die Schließfeder dieser Waffe etwas zu leicht ist und somit zur Ladestörungen führt, aber auch das Barnes wirkt hier hervorragend .
LM: Andere kommen darin sehr wohl mit der .223" KJG Munition zurecht, siehe im Kupferwinter '05 im kalten Winter auf der Drückjagd '05 auf pfeilschnelle Hirsche mit dem M16.
Diese Waffe setze ich immer bei den ungeliebten Gatterauflösungen ein. Hier bleibt auch festzustellen, ein guter Treffer in Verbindung mit einen gutem Geschoß streckt unabhängig vom Kaliber alles sicher.
Nun komme ich noch mal zum krankgeschossenen Schwarzwild. Als ich zum sogenannten Wildacker pirschte, erspähte ich drei Überläufer, suchte mir eine Möglichkeit anzustreichen. Eine kleine Kiefer bot mir diese. Die Entfernung betrug 60 m. Ich ging kniend in Anschlag, nahm den ersten Überläufer in die Optik und schoß. Er fiel im Dampf. Da verhältnismäßig starker Wind ging, konnten die anderen mich nicht genau orten. Ich lies wieder fliegen. Auch der zweite fiel und blieb liegen. Als der dritte verhoffte, schoß ich noch mal, doch in dem Augenblick als ich den Finger krümmte und das Absehen auf dem Blatt stand, machte der Überläufer Dampf. Ich konnte den Schuß nicht mehr aufhalten. Der Kugelschlag war trotz der nahen Entfernung deutlich zu hören. Ich sah, wie der Überläufer krumm wegzog. Eine weitere Kugel konnte ich nicht mehr antragen. Er verschwand krank in der Dickung. Sorgen machte ich mir eigentlich keine. Zwei Stück lagen und der dritte würde auch nicht weit kommen, denn ich war mir der Kugel im Weichen sicher und ich hatte Urvertrauen in die .338 LM mit KJG.
LM: Siehe dazu auch Weichschuß.
Des weiteren hatte ich ja noch meinen Jagdterrier dabei, der ja schon ganz gut sucht. Also versorgte ich in aller Ruhe die beiden anderen Sauen, trank den ein und anderen Weidmannsheilkaffee und aß noch ein Brot und wollte dann kurz den anderen suchen. Doch ich wurde eines besseren belehrt. Nun waren jetzt ja schon 1,5 Stunden vergangen. Ich suchte den Anschuß, den ich nicht fand, machte mir aber immer noch keine Sorgen, obwohl ich hätte es eigentlich besser wissen müssen, da ich mit meinem alten Terrier schon einige Weichschüsse, bei dem man kurz nach dem Anschuß das halbe Gekröse gefunden hatte, nachgesucht habe. Diese Stücke sind oft noch mit wenig Schweiß deutlich mehr als 1 km gegangen. Der sich ein wenig mit der Anatomie auskennt, weiß wie wenig die Stücke schweißen, wenn nicht Leber oder Milz in Mitleidenschaft gezogen wurden. Im weichen sind nun mal keine Schweißmengen. Wie sollen die dann plötzlich sterben. Auch diese Stücke wurden allesamt nicht mit Kleinkaliber beschossen. Ich dachte immer noch in meiner grenzenlosen Hochmut, das mir das nicht geschehe.
LM: Nein, Axel, nicht Dir, sondern der armen Sau!
Also lies ich den Terrier aus Schweißhalsung, legte die Leine an und lies den Hund suchen, da ich den Anschuß noch nicht gefunden hatte. Plötzlich zog der Hund an. Ich fand ein wenig wässrigen Schweiß. Der Hund arbeitete weiter 300, 400, 500 m. Immer fanden wir wieder wenig wässerig Schweiß. Erst jetzt gestand ich mir ein, auch ein Axel fällt mit einer .338 LM nicht alles. Erst jetzt brach ich die Nachsuche ab und ärgerte mich, da ich nachsuchentechnisch alles falsch gemacht hatte, was man falsch machen konnte. Des weiteren suchte ich ja nicht ein Häschen sondern einen zentnerschweren Überläufer mutterseelen alleine in der Dickung. Als Terriermann weiß man, was diese Burschen anrichten können.
Am nächsten Morgen benachrichtigte ich einen Schweißhundeführer, berichtete von meiner Schandtat und wies ihn ein. Leider war dessen Hund auch noch nicht so alt und wahrscheinlich hatte er einen schlechten Tag. Wir bekamen das Stück nicht! Das war das zweite Stück Schwarzwild, das ich in all den Jahren nicht bekam. Schade!
LM: Nun, immerhin hast du versucht zu retten, was noch zu retten war. So gehört sich das! Allwissend ist niemand. Fehler sind leider nicht immer ganz zu vermeiden.
Aber eines lehrt uns dieses Ereignis. Der alte Spruch
„Zu treffen ist das beste
Kaliber!“ trotz guter Geschosse und
überdimensionierter Patronen immer noch eins zu eins gilt.
Leider mache ich noch immer wenig Bilder. Einige nahm ich noch zu Hause auf, um ein mal
die 6,5x47 Lapua darzustellen, auch um den Einen
oder Anderen zu ärgern indem ich zeige mit was für Waffen manch ein böser Schießer
erfolgreich zur Jagd geht.

Die erfolgreichen Patronen der 3-tägigen Dezembermondjagd
Weidmannsheil und guten Rutsch wünscht Axel B, Montag, 29. Dezember 2008 14:40
Sehr geehrter Herr Möller,
ein großes Lob für Ihren sehr fülligen Netzplatz; man kann auf ihr Stunden verbringen, und immer wieder neue Dinge entdecken. Nun zu meiner Frage: Als Sportschütze steht bei mir über kurz oder lang ein Gewehrkauf an, wahrscheinlich im Kaliber .308. Man mag über das Kaliber streiten, aber es hat sich bisher als recht solide erwiesen. Wie viel kosten die KSGs bei einer Abnahme von 2 - 3.000 Stück? Da anscheinend auch eine Drallänge von unter 20 cm erforderlich ist, kommt man an einer Semi-Custom Waffe nicht vorbei (z.B.: www.roedaleprecision.com ). Allerdings müssen diese Patronen sowieso selbst geladen werden, dann stellt sich die Frage, ob man auch die 6,5x47 Lapua verwenden könnte, da die angeblich besser geeignet ist. Wie sich die Preise unterscheiden wäre gut zu wissen.
Vielen Dank im Voraus, und einen schönen Ostermontag,
Andreas, Montag, 13. April 2009 17:45
Andreas,
der Preis allein sagt doch gar nichts. Was soll denn mit dem Gewehr geschossen werden! Danach richtet sich doch ales Weitere. Also bitte, erzähl mal mehr!
Gruß Lutz Möller
Lies Zündhütchen!


links 6,5x46 Lapua m. kleinem Zh. und 12 mm Ø Hülse | rechts 9,3x64 mit großem Zh. und 13 mm Ø Hülse
Moin Lutz,
zwischen uns hat das bis heute immer gut geklappt! Dafür bedanke ich mich und
ich hoffe, es bleibt weiterhin so!
LM: ja sicher, ja klar! Derzeit ist allerdings
der Neuaufstellung wegen ein wenig Geduld gefragt.
Übrigens, die 357er R. Max. scheint mir eine sehr gute Patrone für die Waldjagd
zu sein. Ich erlegte damit vor einigen Wochen, bei einem Kollegen, mit dem
Lutz Möller KJG geladen, einen jungen Bock auf ~ 60 m
erlegt. Nach dem Lungentreffer lief er ~ 3 Meter, blieb dann stehen, um nach ~ 3
Sekunden einfach umzufallen!
LM: Sowas kenne ich, allerdings eher auf größer Schußentfernungen!
Wildpretentwertung KEINE, allerdings war der Pansen, vermutlich durch einen Splitter geöffnet! Die Jungfüchse auf 90 Meter schräg durchschossen, sehen da allerdings ganz anders aus !
LM: Bei solchem Treffer und der Größe ist das ja
wohl auch kein Wunder!
Bei der .308W gibt’s da, auf diese Distanz, größere Probleme und
Wildbretentwertungen! Zur 6,5x47 möchte ich von Dir
wissen: Warum arbeitet Lapua bei dieser Patrone mit einem kleineren Zündloch!
LM: Du meinst kleine Zündhütchen !
Für Deine Rückantwort bedanke ich mich und
wünsche Euch einen schönen Sonntag.
Mit freundlichen Grüßen, Albert J. Sonntag, 29. August 2010 09:38
Albert,
eine kleine, kurze Patrone mit wenig Pulver benötigt weniger Zündung als ein große lange. Mehr Messing fängt die Stoßbodenkraft besser ab. So halten solch Hülsen höherem Gasdruck stand, bevor sich die Zündglocke weitet. Genau weiß das Erich Stalder / Grünig & Elmiger, der die Patrone zusammen mit Lapua geschaffen hat. Fragen den.
Gruß Lutz
Hallo Lutz,
Danke für Deine Antwort! Bei Johannsen steht
bei dem 6,5x47* – Matrizensatz folgendes: *Bei kleinem Zündloch bitte Ausstoßer
Nr. xy mit ordern, EUR xy; also muß diese 6,5x47 – Patrone, aus einem bestimmten
Grund ein kleines ZuendLOCH haben! (Zündloch-Durchmesser)! Ich werd`s noch in
Erfahrung bringen! Danke nochmals!
Mit freundlichen Grüßen, Albert J. Sonntag, 29. August 2010 23:26
Albert,
stimmt. Du schreibest Zündloch, nicht Zündhütchen! Allerdings gilt auch hier, das beide zusammen passen sollen. Ein kleineres Loch bringt einen schnelleren Strahl als ein großes. Also vermutlich des kleinen Zündhütchens wegen auch ein kleines Zündloch!
Gruß Lutz
Sehr geehrter Herr Möller!
Ich bin schon seit Langem ein eifriger Leser ihrer Seite. Nun zu meiner Anfrage: Ich bin Sportschütze und Inhaber einer Jagdkarte. Da aber mein Hauptaugenmerk auf das Sportschießen gerichtet ist und das jagdliche sich auf 2 - 3 Schuß im Jahr begrenzt, bin ich auf der Suche nach der eierlegenden Wollmichsau Beim Durchstöbern ihrer Seiten komme ich an der 6,5x47 Lapua nicht vorbei. Ist diese Patrone auch für die Reh, Rot und Gamsjagd geeignet (wenn möglich auch auf Murmel)?
LM: Ja, aber nicht zu weit.
Wenn ich sie in all ihren Veröffentlichungen richtig verstanden habe, dann liegt es nicht an der Patrone oder dem Kaliber sondern am Geschoß und dem Schützen und dessen Zielwahl. Daraus schieße ich, die 6,5x47 Lapua (obwohl kein Gamsflitzer) kann auch für diese Tierarten auf bis zu 300 m waidgerecht eingesetzt werden kann!
LM: Ja, sieh Daten
Ich würde mich über eine Antwort freuen. lg. aus Tirol - Dietmar Gspan, Dienstag, 7. September 2010 18:49
Gönne Dir Munition der Lutz Möller GmbH vom Erfinder selbst.
Du wirst keine bessere finden.